Ayurveda Ausbildung: Tipps und Tricks

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Der Trend für Naturheilkunde, Alternativmedizin und sogenannte „natürliche und sanfte“ Verfahren boomt. Nicht nur in der Yoga- und Gesundheitsszene steigt das Interesse an erweiterten medizinischen Konzepten sondern in ganz Deutschland.

Und somit rückt auch Ayurveda immer mehr in das Ansehen eines seriösen medizinischen Systems und weg von seinem oberflächlichen – und, wie ich finde – sehr unberechtigten Image einer reinen Wellnessmedizin. Ayurveda als reines Zauberwort der Tourismusbranche, welche mit Panchakarma-Kuren an den exotischen Orten unserer Erde locken möchte. Das ist merklich vorbei….

Zum Glück wird auch in der westlichen Welt langsam aber sicher der Stellenwert der alten indischen Heilkunst erkannt und als umfassendes Therapiekonzept verstanden. Daher ist es auch kein Wunder, dass nach der großen Yogawelle nun auch die Ayurveda-Bewegung ins Rollen kommt. Mehr und mehr Patienten vertrauen sowohl präventiv als auch therapeutisch auf die „Wissenschaft des Lebens“. Dies zieht natürlicherweise nach sich, dass immer mehr Personen sich in diesem Bereich ausbilden lassen möchten.

Gehörst auch du zu ihnen? Hast du vielleicht auch schon öfter mit dem Gedanken gespielt dein Interesse und deine Leidenschaft für Ayurveda zum Beruf zu machen oder deinen Heilberuf um Wissen aus diesem Bereich zu ergänzen?

Dann hast du sicherlich auch schon mal eine erste Recherche angestellt und festgestellt, dass in der virtuellen Welt ein wahrer Dschungel an verschiedenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten herrscht.

Deutschland oder Indien? Ayurveda-Arzt oder ayurvedischer Ernährungstherapeut? Oder doch lieber ayurvedische Psychologie? Eine mehrjährige Vollzeitausbildung oder doch lieber ein Wochenendworkshop?

Du siehst, die Möglichkeiten und Formate sind nahezu grenzenlos. Im Folgenden findest du daher einige Tipps und Tricks, die dir helfen sollen im Angebotswust durchzublicken und eine passende Entscheidung zu treffen.

1Ayurveda Ausbildung ist nicht gleich Ayurveda Ausbildung

Lass es mich kurz machen. Es gibt nicht die eine Ayurveda Ausbildung, die alles umfasst und dir das komplette Wissen näher bringt. Das ist schlichtweg unmöglich. Ayurveda ist ein umfassendes Medizin- und Lebenskonzept und man kann sich jeweils nur auf einen Teilaspekt fokussieren und spezialisieren. Alles andere ist sowohl seitens des Ausbildungsinstituts unseriös. Für dich als zukünftiger Ayurveda Spezialist wäre es auch unrealistisch alle Teilbereiche anbieten zu wollen. Oder hast du hier schon einmal einen Arzt getroffen, der gleichzeitig Physiotherapeut, Masseur, Apotheker, Psychologe, sowie Koch ist und diese Fähigkeiten allesamt anpreist? Würdest du dich von ihm behandeln lassen? Eben…

Achte daher bei deiner Recherche nach einem geeigneten Ausbildungsinstitut darauf, ob unterschiedliche Lehrgänge angeboten werden, die sich jeweils auf einen der wichtigen Teilaspekte konzentrieren statt dir verkaufen zu wollen, dass in einem einzigen Lehrgang ALLES gelernt werden kann.

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2Ayurveda Ausbildung: Was willst du eigentlich?

Dieser Punkt knüpft nahtlos an den ersten an. Welcher Bereich des ayurvedischen System fasziniert dich so sehr, dass du ihn dir als Beruf(-ung) auch vorstellen kannst? Kochst du gerne? Sind es die manuellen Therapieformen, die dich reizen? Oder doch die vedische Architektur? Häufig wissen wir ja intuitiv schon welcher Weg der richtige für uns ist. Vielleicht weißt du ja auch schon glasklar was du genau machen möchtest. Wenn das noch nicht der Fall ist nicht visualisiere wie du dir deine Tätigkeit im ayurvedischen Bereich zukünftig vorstellst. Welche Bilder kommen dir spontan in den Sinn? Wie siehst du dich? Alternativ kannst du in die unterschiedlichen Fachdisziplinen bei ayurvedisch praktizierenden Therapeuten und Ärzten sicher einmal hinein schnuppern um dir ein genaues Bild zu machen.

3Ayurveda Ausbildung: Mundpropaganda

Wenn du für dich herausgefunden hast welcher Bereich dich am meisten reizt kannst du dich an die konkrete Recherche machen. Wir sind es gewohnt uns bei Fragen vor den PC zu setzen und mittels Suchmaschinen ein genaueres Bild zu machen und Wissen einzuholen. Da du dich hier aber wahrscheinlich auf einem Terrain bewegst, welches dir unglaublich viele verheißungsvolle Ausbildungen, spannende Konzepte und vielleicht auch manch glänzende Werbestrategie aufzeigt, kann dies schnell überfordern. Es ist leicht den Überblick zu verlieren. Wie wäre es stattdessen Personen deines Vertrauens, die im ayurvedischen Kontext arbeiten (z.B. deine eigene Ayurveda-Ernährungsberaterin oder dein Ayurveda-Massagetherapeut) um Hilfe zu bitten? Sie können dir sicherlich ganz genaues Feedback über ihre eigene Ausbildung geben oder haben ein „Ayurveda-Netzwerk“ in dem du dich weiter informieren kannst und zwar bei richtigen Personen mit Meinungen, Ansichten und Erfahrungen statt im unendlichen Netz.

4Ayurveda Ausbildung: Deutschland oder Indien?

Beim Ausbildungsort handelt es sich natürlich auch um eine Grundsatzfrage. Möchtest du in ein fernes Land reisen, dort einige Zeit verbringen und das ayurvedische Wissen eher ursprünglich und traditionell – dafür aber vielleicht mit der ein oder anderen Sprachbarriere vermittelt bekommen? Oder reizt dich eine eventuell westlich angepasste Umsetzung des ayurvedischen Wissen in der Nähe deines Heimatortes mehr? Diese Frage lässt sich natürlich auch nur ganz individuell beantworten. Wenn du dich nicht entscheiden kannst oder möchtest gibt es auch die Möglichkeit einer kombinierten Ausbildung, bei der ein Teil in Europa und ein weiterer in Indien (z.B. als eine Art Abschlusspraktikum) absolviert wird.

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5Wie geht es nach der Ayurveda Ausbildung weiter?

Diesen Punkt fand ich persönlich für mich selbst ganz wichtig. Wissen können wir zwar in der Theorie relativ schnell und einfach lernen aber die Umsetzung in der Praxis ist dann der eigentliche wahre Knackpunkt. Und natürlich wollen wir ja auch stetig weiter lernen. Deshalb überprüfe genau: Bietet die Ausbildungsstätte eine weitere Betreuung, ein Mentorenprogramm, Alumni-Treffen oder ähnliches nach Ende deiner Ausbildung an? Gibt es jemanden an den du dich konkret wenden kannst, fachlich wie logistisch, wenn du selbst anfängst im ayurvedischen Bereich zu arbeiten?

6Ayurveda Ausbildung: Was sagt dir dein Gefühl?

Viele Entscheidungen haben wir intuitiv schon getroffen während der Kopf immer noch über alle rationalen Aspekte grübelt und abwiegt. Der Bauch und das Herz haben schon ja gesagt, oft spüren wir das ja schon. Aber trotzdem können wir unendlich viel Zeit damit verbringen zu überlegen ob das die richtige Entscheidung ist oder es nicht noch etwas besseres gibt. Vertrau hier, wie in anderen Bereichen auch, auf dein Gefühl. Dieses bildet sich ja nicht nur aus deiner Intuition, sondern es fließen natürlich noch weitere Faktoren ein (Habe ich im Infogespräch kompetente Auskunft erhalten? Wie hat das Ausbildungsinstitut bei meinem Besuch auf mich gewirkt? Entspricht mir das Gesamtkonzept?….).

Let’s do it!

Zu guter Letzt: Geh es an! Ayurveda ist ein unglaublich spannender Bereich und das Wissen wahnsinnig bereichernd. Egal ob du es „nur“ privat für dich oder beruflich nutzen möchtest, du wirst sehr davon profitieren, spannende Einblicke und Lebenskonzepte erleben und tolle Menschen kennenlernen. Ich wünsche dir viel Spaß!

Wie sieht es bei dir aus? Arbeitest du nach ayurvedischen Grundsätzen? Hast du noch gute Tipps für uns wie du damals deine passende Ausbildung gefunden hast? Lass es uns in den Kommentaren wissen- wir sind gespannt!

Du willst noch mehr über Ayurveda lernen? Dann schau in unserer Ayurveda Sektion vorbei oder merke dir die monatlich erscheinende Ayurveda Kolumne von Dr. med. Janna Scharfenberg vor. Es gibt einfach so viel über den ayurvedischen Lebensstil zu lernen!

by Dr. med. Janna Scharfenberg

Wenn es um Gesundheit und Well-Being geht ist Janna vielseitig interessiert. Sie ist Ärztin, unterrichtet Yoga und ist als selbstständige medizinische Ayurveda-und Ernährungsberaterin tätig. Zudem gibt sie regelmäßig in diesen Bereichen Workshops und Fortbildungen in Deutschland sowie der Schweiz. Ihre persönlichen Wellbeing-Inspirationen und Gesundheits-Tips kann man mit dem Health-Letter abonnieren: www.jannascharfenberg.com oder besuche ihren Blog In Good Health.

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