Ghee: Das ayurvedische Gold für deinen Körper

ghee

Ghee (sprich Gii) ist geklärte Butter. So profan „geklärte Butter“ sich auch anhören mag, lass dich dadurch nicht täuschen. Ghee gilt als Allheilmittel und Lebenselixier im Ayurveda. Es wird sowohl zum Kochen verwendet, als auch medizinisch eingesetzt.

Aus der ayurvedischen Küche ist Ghee nicht wegzudenken. Man kann Ghee zum Kochen verwenden, wie alle anderen bekannten Fette und Öle, also zum Braten, Frittieren, Backen, Anrösten von Gewürzen, Verfeinern und Abschmecken von Gerichten.

Der Vorteil von Ghee gegenüber manch anderen Ölen oder Butter ist, dass man Ghee hoch erhitzen kann und deshalb auch gut zum scharf Anbraten verwenden kann. Es ist wichtig, dass wir täglich (gute) Fette mit unserer Nahrung zu uns nehmen, da Fette ein wichtiger Baustein für unsere Zellen sind. Ghee ist gutes Fett, denn es besitzt eine ideale Zusammensetzung von essentiellen Fettsäuren, fördert die Entstehung des guten Cholesterins (HDL) und ist resistent gegen Freie Radikale.

Positive Eigenschaften von Ghee:

  • wirkt verjüngend, zellregenerierend und lebensverlängernd
  • stärkt das Erinnerungsvermögen und den Intellekt
  • erhöht die Verdauungskraft
  • hilft gegen Verstopfung
  • ist entzündungshemmend, hilft z. B. bei Magengeschwüren und bei Darmentzündungen
  • wirkt entgiftend und anti-toxisch
  • hilft bei Schlafproblemen
  • hält Gelenke geschmeidig
  • harmonisiert den Hormonhaushalt
  • erhöht Ojas (Lebenskraft) und stärkt damit das Immunsystem
  • senkt Vata und Pitta
  • äußerlich angewendet: verhindert die Bildung von Narben und Blasen, fördert die Wundheilung und beruhigt gereizte und geröteter Haut

Gib deinem Körper täglich Gold!

Tu dir etwas Gutes und fange an mit Ghee zum Kochen. Du kannst es zum Braten von Gemüse oder Fleisch verwenden. Mische etwas Ghee in deinen warmen Frühstücksbrei, schmiere statt Butter Ghee auf dein Brot, verfeinere mit etwas Ghee dein fertiges Gericht oder träufle etwas flüssiges Ghee über deinen Reis oder Nudeln. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Ghee selber machen

Ghee selber zu machen ist sehr einfach, es erfordert nur etwa Zeit, denn es muss einige Zeit köcheln. Allerdings kann es die meiste Zeit vor sich selber hinköcheln und braucht erst gegen Ende deine volle Aufmerksamkeit. Ich mache mein Ghee meistens, wenn ich schon in der Küche stehe und z. B. Mittagessen koche. Am Idealsten sollte Ghee an Vollmond gekocht werden, um ein möglichst wirksames Ghee zu erhalten.

Zutaten:

  • mind. 500 g Bio-Sauerrahmbutter (ungesalzen)*
  • schweren Topf
  • Glas mit Deckel zum Abfüllen
  • Haarsieb & Küchenrolle oder Kaffeefiltertüte zum Filtern

*die Experten streiten sich, ob es Sauerrahm- oder Süßrahmbutter sein soll. Ich hab beides ausprobiert und ich kann nicht wirklich einen Unterschied erkennen. Wichtig ist allerdings BIO-Butter zu nehmen, am Besten von glücklichen Weidekühen. Also Kühen die nur Gras fressen, um qualitativ hochwertiges Ghee zu erhalten, das all die positiven Effekte auf den Körper entfalten kann.

Zubereitung:

1Butter Bad

Butter im Topf auf niedrigster Temperatur langsam schmelzen lassen. Nimm mindestens 500 g, damit sich der Aufwand lohnt.

2Schöpf Spaß

Geschmolzene Butter auf niedrigster Temperatur weiter leicht köcheln lassen. Es lösen sich dadurch alle Milcheiweißstoffe aus der Butter, zu erkennen an den Flocken und der Schaumbildung. Außerdem wird das in der Butter enthaltene Wasser verkocht, zu hören am Knistergeräusch beim Köcheln. Während des gesamten Kochvorgangs nicht umrühren und keinen Deckel auf den Topf geben!

Um das Filtern am Ende einfacher zu machen, kannst du vorsichtig die gelösten Milcheiweißstoffe immer mal wieder mit einem Löffel abschöpfen. Tipp: Ich sammle dieses gelöste Milcheiweiß immer in einer separaten Tasse und fülle damit Datteln. Sehr lecker!

Durch die Klärung der Milcheiweiße aus der Butter, wird Ghee auch meist gut von Menschen mit Laktoseunverträglichkeit oder Milcheiweiß- oder Milchzuckerallergien vertragen.

3Braun gebrannt

Geklärte Butter ist fertig, wenn sie klar wird und man bis auf den Boden durchsehen kann, sich kein neuer Schaum mehr bildet und kein Knistern mehr zu hören ist. Je nach Menge, Topf und Herd dauert dieser Prozess ca. 45 min. Während des Kochens verbreitet das Ghee einen herrlich karamelligen Geruch in der Küche.

Achtung: Die Butter verbrennt zum Schluss leicht! Unbedingt, zum Schluss am Herd stehen bleiben und das Ghee beobachten. Sobald die Milcheiweiße, die sich am Boden abgesetzt haben, leicht braun werden ist es höchste Zeit die Butter vom Herd zu nehmen.

4Filter Finale

Fertiges Ghee nun durch das Sieb, in dem ein Stück Küchenrolle liegt oder mit einer Kaffeefiltertüte in ein Glas abfüllen. Die geklärte Butter sollte eine goldgelbe Farbe haben und ganz klar sein.

5Kühl Kunst

Ghee vorm Verschließen abkühlen lassen. Nicht im Kühlschrank lagern. Ghee immer mit einem sauberen und trockenen Löffel entnehmen. Denn sobald Wasser ins Ghee kommt, wird es schlecht. Deshalb sollte man es auch nicht im Kühlschrank lagern, denn dort bildet sich Kondenswasser, was wiederum das Ghee verderben lässt. Ghee kann mehrere Monate aufbewahrt werden.

Du willst noch mehr über Ayurveda lernen? Dann schau in unserer Ayurveda Sektion vorbei oder merke dir die monatlich erscheinende Ayurveda Kolumne von Dr. med. Janna Scharfenberg vor. Es gibt einfach so viel über den ayurvedischen Lebensstil zu lernen!

by Carmen Grabmeier

Carmen Grabmeier ist Ayurveda Lifestyle Consultant & Yogalehrerin. Sie ist fasziniert vom Ayurveda, der uralten "Kunst des Lebens" aus Indien. Ayurveda bedeutet für sie wieder zurück zur Natur zu finden, ihre Kräfte zu achten und im Einklang mit den Elementen zu leben. Auf ihrem Blog Ayurveda Kitchen teilt sie ihr Wissen über Ayurveda und gibt einfache, praktische & lebensnahe Tipps, wie du durch kleine Veränderungen im Alltag eine verbesserte Lebensqualität erzielen kannst. Deine Gesundheit & dein Glück liegt ihr am Herzen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.