Karma Yoga: Ein Karma Yogi berichtet vom ersten Tag

moni-karma-yogi

Immersions 1a, Tag1

Der erste Tag meiner Yoga-Ausbildung begann für mich zunächst einmal mit einem Gefühl von Angst. Ich hatte Angst, nicht gut genug zu sein. Und ich hatte Angst, den Erwartungen von Lalla und Vilas nicht zu entsprechen, die mich für einen Karmaplatz ausgewählt haben, obwohl dieser eigentlich schon vergeben war.

Wer bin ich schon? Wie kann ich mit meiner noch begrenzten Yogaerfahrung glauben, jetzt schon Yogalehrer zu werden? Habe ich diese wunderbare Chance des Karmaplatzes überhaupt verdient?

Das erste Zusammentreffen mit Lalla und Vilas war sehr herzlich und meine Angst wurde schnell weniger. „Wir sind alle Adhikari“, haben die beiden gleich zu Anfang gesagt. Selbst jeder gute Lehrer ist immer auch Schüler, der mit kindlicher Neugier von allem zu lernen versucht. Das hat mich sehr beruhigt: Ich brauche keine Angst zu haben, dass mit mir auch erfahrenen Yogis und bereits ausgebildete Yogalehrer lernen. Sie alle sind Adhikari. Ich möchte ein guter Schüler sein, mehr über die Wirkung des Yoga auf mich erfahren und mich weiter verändern.

karma-yogi-moni-3

Die Asanas, durch die uns Lalla geführt hat, waren für mich sehr anstrengend. Es hat mich überrascht, dass ich mit Hilfe meines Atems, Ausrichtungsveränderungen und Sinnbildern, wie dem Lichtstrahl auf dem ich die Arme ablegen kann, viel mehr erreichen konnte: Es war möglich, tiefer in eine Bewegung zu gehen, mich intensiver zu spüren und Energie wahrzunehmen.

Ich war von mir selbst überrascht.

Was ist Yoga? „Einfach nur Dasein“, sagten einige, „Körper und Geist verbinden“, sagten die anderen. „Yoga ist Handeln. Und zwar nicht nur Tun, sondern auch ‘geschehen lassen’“, so erklärte es Lalla. Wir müssen Dinge passieren lassen und wahrnehmen, dann berührt uns etwas. Wir müssen Vertrauen haben in uns selbst und in die universelle Energie, die in jedem von uns ist. „Geht auf Empfang“ und die Welt kommt zu euch. So ähnlich hat es Lalla während der Asanas zu uns gesagt.

Ich habe vor einigen Jahren in einem Buch etwas Ähnliches gelesen. Damals war ich auf der Suche nach Sinn und die Passage des Buches hat mich sehr berührt. Dort stand sinngemäß:

„Wenn du all deinen Kummer, deine Sorgen, Ängste und Termine loslässt, dann entsteht in deinem Kopf ein Vakuum und das Universum wird hineinsausen und es mit mehr Liebe füllen, als du dir vorstellen kannst.“

Diesen Satz hatte ich fast vergessen.

Als Vilas und Lalla heute von der universellen Energie gesprochen haben, von der Verbindung unseres Selbst mit dieser Energie durch Yoga, durch die Asanas und Pranayama, musste ich an dieses Buch denken. Wir müssen geschehen lassen, dann lernen wir uns selbst und dem Leben zu vertrauen. Alles wird gut, auch wenn sich alles verändert. Leben ist Veränderung. Leben ist Atmen.

karma-yogi-moni-1

Wir sind im Puls des universellen Atems. So lautet die Überschrift des ersten beiden Teile der parApara Yogaakademie Immersion. Wenn wir uns neu ausrichten, fließt die Energie verknüpft mit dem Puls des Atems. Das kann man in den Asanas deutlich spüren.

Besonders fasziniert hat mich jedoch auch folgender Gedanke: Wenn wir nicht bewusst atmen, werden wir trotzdem `geatmet`. Bei der Geburt werden wir vom Universum in die Welt ausgeatmet und während wir sterben wieder eingeatmet. Der universelle Atem, diese universelle Energie, will, dass wir leben. Und wenn wir sterben, gehen wir wieder in ihm auf. Der Gedanke hat etwas sehr tröstliches für mich. Ich habe in meinem Leben, durch meine Arbeit, schon viele Menschen sterben sehen und es hat fast immer etwas sehr Verstörendes und Trauriges. Vertraut man jedoch auf diesen universellen Atem, so braucht man keine Angst mehr haben. Weder vor dem Leben, noch vor dem Tod, denn wir sind alle Teil dieses universellen Atems. Wir müssen nur geschehen lassen und vertrauen. Diese Sicht auf die Dinge, diese Veränderung der eigenen Einstellung bedeutet jedoch einen harten und langen Übungsweg. Das ist Yoga und daraus entsteht eine tiefe Freude.

Ich führe ein wunderbares Leben. Ich habe einen Beruf, der mich erfüllt, ein Studium, dass mir Freude bereitet und ich habe gute Freunde, eine wunderbare Familie und einen Partner an meiner Seite. Und doch fühle ich mich oft ruhelos, getrieben und unvollständig. Mir fehlt das Vertrauen in mich, in das Leben und diese universelle Energie. Ich möchte diese tiefe Freude und Zufriedenheit erfahren. Ich möchte mich auf den Weg des Yoga begeben. Den ersten Schritt habe ich heute getan.

Moni

Du möchtest noch mehr über Moni und ihre Yoga-Ausbildung als Karma-Yogi erfahren? Dann schau doch mal bei Yogareich rein. Dort gibt es einen Bericht von Moni über „Meine erste Begegnung mit Anusara Yoga”. In den Tagen darauf gibt es spannende Berichte auf: Yogan, Lebensflow, Ganzwunderbar oder auf Julia liebt Yoga vorbei.In den nächsten Tagen erscheinen dort Fortsetzungen von Moni. Wenn du generell mehr zum Thema Karma Yoga lernen möchtest, dann schau mal ins Interview mit Vilas und hier vorbei. Happy Karma!

Anne Steinbach

Anne ist Reisejournalistin, Bloggerin und schon seit vier Jahren in Indonesien verliebt. Manchmal teilt sie diese Liebe auch mit anderen Ländern in Südostasien, dann packt sie ihren Schrammel-Backpack und zieht los. Yoga macht sie schon seit 5 Jahren und hat gerade Bikram für sich entdeckt. Nur an das Schwitzen muss sie sich noch gewöhnen.

3 thoughts on “Karma Yoga: Ein Karma Yogi berichtet vom ersten Tag

  1. Pingback: Zeit für Veränderung – ganzwunderbar

  2. Pingback: Karma Yoga Tagebuch von Moni: Die Entdeckung der Energie

  3. Pingback: Zeit für Veränderung | | Ganzwunderbar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.