Lachyoga – Was, das gibt’s wirklich?

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Lachyoga (Hasyayoga) basiert auf dem Glauben, dass ein unechtes, künstliches Lachen, ein Lachen ohne Grund also, die gleichen Effekte wie ein echtes Lachen hat – sowohl in psychologischer als auch in sozialer Hinsicht. Lachen in Gruppen kann also nicht nur dazu führen, dass man selbst entspannter, gesünder und fröhlicher wird, sondern auch sein Gegenüber ansteckt. Aus dem erzwungenen Lachen wird so ein echtes Lachen. Lachyoga-Schüler lernen – in Kombination mit der alten Yoga-Technik des Pranayama (Atmung) – sich von den engen Konventionen und kognitivem Denken zu lösen und herzhaft, ungezwungen zu lachen.

1Was ist Lachyoga?

„Lachen ist ansteckend“ – nach diesem Grundprinzip funktioniert eine Stunde im Lachclub. Bringt man sich innerhalb einer Gruppe gegenseitig zum Lachen – auch erzwungen – wird sich dieses bald in reales Lachen wandeln. Lachen bringt mehr Sauerstoff in Körper und Gehirn, vertieft die Atmung und entspannt bei Stress und Traurigkeit. Es kann Depressionen und Krankheiten sowie Schmerzen mildern. Die ausgeschütteten Endorphine (Endogene Morphine) wirken sich positiv auf Geist und allgemeines Befinden aus.

„In Laughter Yoga, we don’t Laugh because we are happy.
We are happy because we laugh” – Madan Kataria, Gründer des Lachyogas

2Was kann ich von Lachyoga erwarten?

In den Stunden werden mithilfe des Lachtrainers die heutigen Konventionen unserer oft sehr ernsten Gesellschaft umgangen: Es darf (und muss) einfach und auch ohne Grund laut und herzlich gelacht werden. Dabei halten die Teilnehmer einer Stunde ständigen gegenseitigen Blickkontakt. Viele Stunden schließen mit eigenen Momenten, bei denen sich jeder für sich frei den Übungen hingibt.

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3Wirkungen, Vorteile und Schwerpunkte

Madan Kataria, der Gründer des Lachyogas, hat im Lauf der Jahre mit Medizinern und Psychologen gesprochen und sich ausgetauscht. Es sei wissenschaftlich erwiesen, so Kataria, dass der eigene Körper nicht unterscheiden kann, ob jemand nun künstlich oder echt lacht. Die positiven Effekte, die das Lachen auslöst, sind die gleichen.

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  • Senkt den Blutdruck und wirkt gegen Stress und Angst
  • Lindert Schmerzen und Anspannungen
  • Hilft bei Problemen der Atemwege
  • Stärkung des Immunsystems und des Sauerstofftransports im Körper
  • Du löst dich aus dem starren Gerüst der Gesellschaft und kannst endlich mal ungezwungen, laut und herzlich lachen – wie Kinder
  • Steigert dein allgemeines Wohlbefinden, deine Stimmung und lässt dich entspannter durch den Alltag gehen
  • Fördert deine soziale Kontaktfähigkeit; du lernst, welche Wirkungen du auf andere hast und dich von anderen anstecken zu lassen
  • Humortraining: Du lernst, auch in problematischen und schweren Zeiten zu lachen

4Welche Yogaübungen werden praktiziert?

Die Stunden starten in der Regel mit Aufwärmen, etwa leichte Bewegungen und Dehnungen, vielleicht auch Singen und rhythmisches Klatschen. Ebenso sind Atemübungen Teil der Vorbereitung. Nach den etwa 20 Minuten dauernden Lachübungen, oft wie Spiele in Paaren und Gruppen praktiziert, folgt meist eine Zeit der Meditation und Entspannung.

Je weiter die Stunde fortschreitet, desto ungezwungener werden die Übungen und desto entspannter das Lachen und der Umgang der Teilnehmer miteinander. Wichtig ist, dass das Lachen hörbar ist und aus dem Zwerchfell kommt.

Was Lachyoga ist und wie sich eine Stunde gestaltet, erfährst du in diesem kurzen Video:

5Was brauche ich für die Stunde? Was soll ich anziehen?

In den Lachyogastunden werden typische körperliche Übungen nur mäßig praktiziert. Daher brauchst du weder Yogakleidung noch Zubehör. Vielleicht sind für die abschließenden Meditationseinheiten eine Yogamatte oder ein Kissen, eine Decke, sinnvoll. Sprich dazu einfach den Lachtrainer an.

Ziehe auf jeden Fall bequeme Kleidung an, mit der du dich wohlfühlst und tiefe Atemzüge nehmen kannst.

6Wer hat diesen Yogastil entwickelt?

Der indische Arzt Madan Kataria begann schon in den frühen 1990er damit, Menschen zu Lachyogastunden einzuladen. Oft waren es ältere Personen, die sich in Parks trafen. Madun Kataria und seine Frau Madhuri waren schon jahrelang aktive Yogis und stellten fest, dass Lachen oft ähnliche Effekte wie die Pranayama-Übungen (Atemtechniken) im Yoga bewirkten. So kombinierten sie die Techniken mit den Lachübungen.

Der erste „offizielle“ Lachyoga-Club fand 1995 in Mumbai mit fünf Menschen statt. Lachclubs mit einer professionellen Anleitung gibt es inzwischen weltweit rund 6000. Seit 1998 findet zudem jährlich im Mai der Weltlachtag in Mumbai statt.

Anne Steinbach

Anne ist Reisejournalistin, Bloggerin und schon seit vier Jahren in Indonesien verliebt. Manchmal teilt sie diese Liebe auch mit anderen Ländern in Südostasien, dann packt sie ihren Schrammel-Backpack und zieht los. Yoga macht sie schon seit 5 Jahren und hat gerade Bikram für sich entdeckt. Nur an das Schwitzen muss sie sich noch gewöhnen.

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