Was ist Bikram Yoga? – Der ultimative Guide

Bikram und Hot Yoga

Was ist Bikram Yoga? Bikram Yoga findet in einer Folterkammer statt! So hat es jedenfalls der Gründer Bikram Choudhury ausgedrückt. Mach dir keine Falschen Hoffnungen – dieser Yogastil ist kein Spaziergang, denn die Asanas werden in einem heißen Raum nahe der Körpertemperatur durchgeführt. Alles bei 40°C und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 40%. Wusstest du schon, dass die Ellenbogen und Schienbeine schwitzen können? Nein? Dann wird Bikram Yoga dir eine neue Facette deines Körpers zeigen.

Was ist Bikram Yoga?

Bikram Yoga ist die ursprüngliche Form des Hot Yoga. Dabei bilden 26 Hatha Yoga Übungen und zwei Atemübungen (Pranayama) die Basis des Workouts. Bei 40°C Raumtemperatur und 40% Luftfeuchtigkeit (häufig auch mehr), werden die verschiedenen Yoga Asanas in einer bestimmten Reihenfolge über einen Zeitraum von 90 Minuten durchgeführt. Dies soll die Muskeln, Bänder und Sehnen wärmen, um tiefere Dehnungen bei geringerem Verletzungsrisiko zu ermöglichen. Der Übungsablauf besteht aus komplementären Positionen, die viel frischen Sauerstoff in den Blutkreislauf befördern. Die Yoga Asanas werden immer vor einem Spiegel ausgeführt – dies dient der Selbstkontrolle, damit die Körperhaltung stimmt. Eine regelmäßige Praxis hat positive Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden, Gewicht, Muskeltoning und natürlich die körpereigenen Abwehrkräfte. Nicht schlecht, oder? Yoga wird oft und gerne als Einheit zwischen Körper, Geist und Seele definiert.

Bikram Yoga auf einen Blick

Fitness
100%
Flexibilität
100%
Stärke & Balance
70%
Geist & Spiritualität
50%
Bewegungsfluss
30%
Schwierigkeitsgrad
70%

 
Dieser Überblick ist natürlich nur ein Richtwert. Am Ende kommt es immer darauf an, was man selber aus dem Yogakurs rausholt.
 

Ist Bikram Yoga für mich geeignet? Was bringt es mir?

Bikram Yoga bringt deinen Körper in Topform. Eine regelmäßige Praxis führt zur Wiederherstellung längst vergessener Kraft und trägt zur Verjüngung bei. Die Rumpf- und Wirbelsäulenmuskulatur wird gestärkt (besonders gut für alle Schreibtischtäter) und gesundheitliche Beschwerden gelindert.

Diese Yogaform wird schon seit vielen Jahren extrem gehyped. Im internationalen Vergleich ist Bikram Yoga der mit Abstand beliebteste Yogastil (gemessen an den Suchanfragen bei Google) und erfreut sich großer Popularität. Dieser Trend macht auch vor Stars und Sternchen aus Hollywood nicht halt, wie du an der folgenden Grafik sehen kannst:

Hollywood Stars die Bikram Yoga machen
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Schon nach kurzer Zeit war ich von dieser Art Yoga zu machen begeistert! Man kann es auch als ein exzellentes Herz-Kreislauf (Cardio) Training bezeichnen. Nur ohne die Belastungen für Knochen und Gelenke, denen man z.B. beim Joggen ausgesetzt ist. Meine Flexibilität, Energie und Ausdauer haben schon nach ein paar wenigen Sessions merklich zugenommen. Man fördert die eigene Stärke und Balance – und bekommt es mit den Herausforderungen der Schwerkraft zu tun (nachdem du bei dem ersten Workout warst, weißt du, was ich meine). Beim Workout wird der Körper gestreckt, die inneren Organe massiert, das endokrine Nervensystem stimuliert und Giftstoffe ausgestoßen. Hier findest du noch mehr Infos, wenn du an einem gezieltem Training für schöne Bauchmuskeln interessiert bist.

26 Bikram Yoga Übungen für einen starken Körper

Die Auswahl und Abfolge der 26 Übungen/Asanas wurden von Bikram Choudhury (dem Gründer von Bikram Yoga) gemeinsam mit seinem Guru entwickelt:
bikram-yoga-uebungen
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Wie auch bei anderen Yogastilen, hängt der Trainingsfortschritt nur zu einem geringen Teil von den natürlichen körperlichen Fähigkeiten des Yogis ab. Letztendlich kommt es darauf an, wie viel Zeit und Schweiß (im wahrsten Sinne des Wortes!) man in die Yoga-Sessions steckt. Es geht nicht darum alle Asanas perfekt auszuüben, sondern viel mehr mit Geduld danach zu streben.

Was hat Bikram Yoga mit einer Sportverletzung zu tun?

Bikram Choudhury (der Begründer dieses Yogastils) ist ein international anerkannter Yogalehrer aus Indien. Er kommt aus Kalkutta (Indien) und sein Yogalehrer war Bishnu Ghosh. Als Yoga in Westeuropa noch kaum bekannt war (geschweige denn Kinderyoga) hat Bikram schon im Alter von 4 Jahren mit Yoga begonnen. Er war auch der jüngste „Yogachampion“ in Indien, mit nur 12 Jahren. Danach ging seine Karriere als Athlet erst richtig los. Er versuchte sich als Gewichtheber (und hatte damals sogar ein paar Weltrekorde aufgestellt) und Marathonläufer. Auch bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio war er dabei.


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Im Jahr 1971, kam er auf Einladung der American Medical Association in die USA und brachte seinen selbst entwickelten Yogastil mit. Im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Tokyo University, hat er geholfen die positive Wirkung auf den Körper (auch bei chronischen Erkrankungen) nachzuweisen. Zu Menschen die nicht mehr daran glauben mit Yoga anfangen zu können, sagt er:

Bikram Choudhury
Es ist nie zu spät, man ist nie zu alt, zu schlecht oder zu krank, um Yoga zu praktizieren und von vorne zu beginnen.
Bikram Choudhury Gründer des Bikram Yoga

Er war schon immer sehr ehrgeizig. Im Alter von 20 Jahren hatte ihn ein Sportunfall schwer getroffen. Beim Gewichtheben hat er sich eine schwere Knieverletzung zugezogen – die europäischen Ärzte hatten ihm bescheinigt nie wieder laufen zu können. Er wollte die Diagnose nicht so einfach hinnehmen und ist zu seinem Lehrer Bishnu Ghosh zurückgekehrt. Und dort ist das scheinbar unmögliche passiert: Innerhalb von nur 6 Monaten war er wieder komplett genesen und konnte sich wieder normal bewegen. Diese Erfahrung hat sein Leben geprägt und führte überhaupt erst zu der Entwicklung vom Bikram Yoga. In Zusammenarbeit mit seinem Guru hat er eine Serie aus 26 Yogaübungen definiert, die seine Gesundheit und Fitness wiederhergestellt haben. Seit dem trägt er diese Botschaft in die Welt und ist weltweit als Yoga Experte sehr gefragt. Über die Jahre hat er sein System perfektioniert und eine Vielzahl von Yogastudios eröffnet.

Warum geht es beim Bikram Yoga heiß zur Sache?

Ein beheizter Raum mit 40°C Temperatur. 40% Luftfeuchtigkeit. 26 Yogapositionen.
Wow, da kommt man richtig ins schwitzen! Aber warum? Hier findest du die Antworten:

1. Flexibilität
Bindegewebe, Sehnen und Muskeln werden elastischer. Die Hitze führt zu höherer Flexibilität bei weniger Verletzungsgefahr.
2. Blockaden
Körperliche Blockaden werden durch die Hitze reduziert.
3. Kreislauf
Das Blut wird dünner, der Kreislauf angeregt.
4. Detox
Der Entgiftungsprozess (Detox) wird durch das Schwitzen (über die Haut) unterstützt.
5. Leistungsfähigkeit
Die erhöhte Herzfrequenz steigert die Leistung von Herz und Lunge.
6. Stoffwechsel
Fettsäuren und Glucose werden schneller abgebaut.
7. Willenskraft
Selbstkontrolle und Willenskraft werden durch die widrigen Umstände gestärkt.

Bikram Yoga ist nicht in erster Linie ein schweisstreibendes Workout, sondern eine therapeutische Methode seinen Körper zu heilen bzw. gesund und fit zu halten. Neben den Aufgezählten gesundheitlichen Vorteilen, gibt es auch eine positive Wirkungen auf die inneren Organe und Drüsen (durch Massage über Kompressionsübungen). Wenn dich diese Themen mehr interessieren, hat das Yogastudio Harburg hier weitere Informationen zu den gesundheitlichen Vorteilen aufgelistet.

Kann man mit Bikram Yoga abnehmen?

Wie oben zu sehen ist, hat Bikram Yoga eine Vielzahl von Vorteilen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Es ist natürlich nicht das Hauptziel, mit diesem Yogastil abzunehmen (doch jeder hat seine eigene Motivation und das ist auch gut so). Aber es ist eine Frage, die sich viele Yogis stellen, kann man mit Yoga Abnehmen? Kurz und knapp: Ja! Bikram Yoga hilft dem Köper Fett bzw. Kalorien zu verbrennen. Zum einen sind die Yogastunden 90 Minuten lang. Das fordert den Körper heraus. Bei der Hitze wird besonders viel Energie benötigt, um den Körper abzukühlen.

Ist Bikram Yoga anfängerfreundlich?

Die Wärme bei den Yoga Sessions kann am Anfang schon hart und ungewohnt sein. Aber nach ein paar Workouts, finden sich die meisten Yogis gut damit zurecht – und schätzen die Hitze sogar als wertvolle Ergänzung zu den Asanas. Es ist eine großartige Erfahrung für Anfänger diese besondere Yogaart zu probieren. Aber wichtig: Bleibe vor und nach der Yogastunden immer gut hydriert und trinke viel Wasser! Während der Übungen sollte man nur Wasser trinken, wenn der Körper es wirklich verlangt.

Wie kann ich mir ein Bikram Yoga Workout vorstellen? Hier ist ein guter erster Eindruck:

https://www.youtube.com/watch?v=wEzznV7LlyA

Was kann ich von einer Yogastunde erwarten?

Du solltest auf jeden Fall erwarten aus allen Winkeln zu schwitzen (auch an Stellen, wo du es nie gedacht hättest). Höre auf deinen Körper und zwinge dich nicht alle Yogaübungen durchzuführen. Mach einfach eine Pause, wenn es zu viel wird. Die meisten Kurse sind voll gebucht und du wirst alle möglichen Yogis treffen – von Anfängern bis zu täglich Praktizierenden.

Was sollte ich anziehen?

Am besten fast nichts 🙂 Dein bester Freund ist atmungsaktive Kleidung, welche Feuchtigkeit nach außen transportiert. Trage am besten keine Baumwolle oder andere Stoffe, die Feuchtigkeit absorbieren. Kleidung, die sich dem Körper anpasst ist gut, um ein klebriges Gefühl zu vermeiden.

Was soll ich mitbringen?

Wasser! Wasser! Wasser! Trinke Wasser vor allem vor und nach der Yogastunde. Kennst du schon unsere Energy Flaschen aus Glas? Die Hydration des Körpers beim Bikram Yoga ist elementar, damit sich der Körper kühlen kann und der Kreislauf in Takt bleibt. Gut ist vor allem eine Yogamatte, die sich gut reinigen lässt. Ein Yogahandtuch oben drauf kann die Rutschfestigkeit weiter erhöhen. Aus hygienischen Gründen, nehme ich immer mein eigenes Equipment mit, aber in manchen Studios kann das auch geliehen werden.

Auf was sollte ich noch achten?

Vor der Yogastunde (genau so bei anderen Sportarten auch) solltest du 2 Stunden vorher nichts essen. Versuche in dieser Zeit auch auf Kaffee zu verzichten. Beim Workout solltest du auf eine ausgeglichene Atmung durch die Nase achten. Teile dir die Kräfte ein und mache einfach eine Pause, wenn die Anstrengung zu hoch wird.

Wir stecken unser Herz und viel Liebe in alle Beiträge. Konntest du hier etwas neues lernen? Lass deine befreundeten Yogis nicht im Dunkeln – Teile diesen Artikel, damit auch sie mehr über Bikram Yoga lernen können. Good for Karma 🙂

Robin Pratap

Robin ist Co-Founder von ASANAYOGA.DE und schreibt regelmäßig über Themen, welche die Yoga Community bewegen. Mit seinem indischen Background ist er schon früh mit Yoga in Berührung gekommen. Nach dem Sustainable Development Studium in Indien und England, ist sein Ziel eine innovative Plattform zum Wissensaustausch für Yogis zu gestalten.

5 thoughts on “Was ist Bikram Yoga? – Der ultimative Guide

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