7 verrückte Angewohnheiten, die uns vom Glück fernhalten

Glück Angewohnheiten

7 verrückte Angewohnheiten, die uns vom Glück fernhalten

Glückliches KindMal ganz ehrlich, überall wo man hinschaut, ständig bekommt man neue Ratschläge zum glücklich werden. Bücher versprechen, das Geheimnis des Glücks zu lüften. Blogs raten: „Schreibe drei Dinge auf, die dich heute glücklich machen.“ Freunde sagen „Halt durch!“ oder „Kopf hoch!“ nachdem man einen schlechten Tag hatte.

Und vielleicht fragst du dich jetzt auch: und wo ist das Problem dabei?

Glücklich sein ist doch eigentlich eine gute Sache, oder? Ja klar. Natürlich ist es das.

Aber man bringt uns bei, dass wir unser Leben stets nach dem Glück ausrichten sollen. Glücklich zu sein sollte das höchste Ziel unseres Handelns sein. Und sollte man nicht rund um die Uhr strahlend durch die Weltgeschichte laufen, dann ist definitiv irgendetwas falsch gelaufen.

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Die Wahrheit ist, dass glücklich zu sein eben nicht unser einziger Fokus im Leben sein sollte und das gerade durch das dauernde Streben nach Glück eine Menge Fehler in unserem Verhalten passieren. Hier findest du sieben solche Fehler und wie du sie beheben kannst:

1Wir lassen großartige Chancen verstreichen, nur weil sie ein bisschen Unbequemlichkeit erfordern

Denk einmal über eine Zeit in deinem Leben nach, in der du eine sehr lohnenswerte Erfahrung machen durftest.

Vielleicht hast du dich einer Herausforderung gestellt. Erinnerst du dich an das Gefühl der Angst, die dir einreden wollte, dass du versagen würdest? Aber du hast nicht versagt…

Stattdessen hast du nicht nur etwas Großartiges erreicht, du hast außerdem eine Menge neuer Möglichkeiten für dich entdecken können, bist ein bisschen weiser geworden, hast mehr Selbstbewusstsein gewonnen.

Wie du siehst, zeigt dieses Beispiel, dass, gerade wenn wir neue und interessante Chance im Leben entdecken wollen, wir auf dem Weg dahin zwangsläufig nicht die ganze Zeit glücklich sein können. Ein bisschen Zweifel und Unbehagen ist nun einmal die notwendige Bedingung. Das Glück liegt nicht auf der Straße, sondern man muss hart dafür arbeiten. Verpasse nicht die Chance deines Lebens, nur weil sie ein bisschen Anstrengung erfordert!

2Wir wollen immer die Kurzzeitlösung und das schnelle Glück

Durch unser ungeduldiges Streben nach Glück finden wir oft nur die schnelle, kurzfristige Befriedigung dieses Bedürfnisses. Das kann dazu führen, dass wir unser Leben zu sehr nach kurzfristigen, scheinbaren Glückserfahrungen ausrichten und uns sogar unwohl oder angespannt fühlen, wenn wir kein besonderes Ereignis, wie zum Beispiel einen aufregenden Urlaub, vor Augen haben, auf das wir uns freuen können.

Diese Befriedigungen sind wie Schokolade, schnell zu haben und daher meistens leider auch nur von kurzer Dauer. Das Leben danach auszurichten ähnelt fast schon einer Sucht, wir werden abhängig und sehnen uns immer nur nach mehr.

Langfristiges Glück ist sehr viel schwerer zu erreichen und braucht mehr als nur eine kurze Genussdosis. Man kann es durch wertvolle Langzeiterfahrungen erreichen, wie durch das aufrichtige verfolgen einer Leidenschaft, dem Überwinden von Krisen, vielleicht im Erlernen neuer Fähigkeiten oder darin, das Leben anderer durch das eigene Handeln zu bereichern.

3Wir sehen Rückschläge oder schmerzvolle Erfahrungen als Niederlage an

Für denjenigen, der nach dem Glück strebt, kann alles, was ihn unglücklich macht wie eine Niederlage erscheinen, sei es ein einfacher Rückschlag oder eine besondere Herausforderung. Dabei sind diese Erfahrungen völlig normal und notwendig für die persönliche Weiterentwicklung. Manchmal fühlt man sich durch solche Erfahrungen deprimiert oder zurückgesetzt. Man lässt sich einfach unterkriegen.

Denk einmal an eine Zeit in deinem Leben, in der du dich einer schwierigen Herausforderung stellen musstest. Vielleicht hast du deinen Job verloren, wurdest von einem Freund hintergangen oder von einem geliebten Menschen zurückgewiesen. Wie hast du darauf reagiert? Hast du dich in eine Opferposition versetzt gefühlt oder hast du die Gelegenheit ergriffen, um an dieser Erfahrung zu wachsen und deinen Nutzen daraus zu ziehen?

Wenn du wie die meisten Menschen reagierst (und da schließe ich mich selbst mit ein), hast du vermutlich hart damit gekämpft, eine positive Einstellung zu behalten und die Situation zu bewältigen.

Herausforderungen sind nie einfach.

Dennoch muss man in allen Rückschlägen und Herausforderungen den größeren Sinnzusammenhang erkennen. Wenn wir lernen Herausforderungen anzuerkennen und ebenso zu ergreifen wie die schönen Momente, dann können wir viel einfacher Licht im Dunkeln sehen, das uns hilft, auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben und das beste aus jeder Situation für uns herauszuholen

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4Wir machen unser Glück von unrealistischen Perfektionsvorstellungen abhängig

Häufig, wenn wir uns nach Glück sehnen, sehnen wir uns in Wahrheit nach Perfektion.

Perfektion ist eine Illusion!

Wir sind selbst herrlich unperfekte Geschöpfe, die in einer sehr unperfekten Welt leben – und genau so sollte es auch sein. Nach Perfektion zu Streben ist ein sinnloses Vorhaben, das niemals erreicht werden kann.

Die Medien führen uns dauernd manipulierte Bilder von Perfektion vor Augen. Glaub nicht an diese Illusion! Nimm deine Fehler an, deine Makel und Mängel, und akzeptiere, dass das Leben nun mal manchmal verrückte Wendungen nimmt. Strebe lieber nach Spitzenleistungen, habe hohe Ansprüche und Standards – aber verwechsle dies niemals mit dem realitätsfernen Streben nach Perfektion.

Statt danach zu streben perfekt zu sein, freue dich lieber an den wunderbaren, natürlichen Makeln des Lebens und schätze diese Dinge, um stärker, weiser und eins mit dir selbst zu werden.

5Wir schmälern die Freude an neuen Erfahrungen durch unsere eigenen Erwartungen

Denk einmal an etwas, auf das du dich richtig gefreut hast. Vielleicht war es nur eine einfache Sache, wie ein schöner Spaziergang am Strand mit deinem Partner oder vielleicht eine Reise, die du geplant hast.

Als das Ereignis dann vor der Tür stand, konntest du es da tatsächlich genießen oder hast du dich eher fahrig gefühlt, den Kopf voll mit deinen Erwartungen davon, wie die Erfahrung „eigentlich sein sollte“? Warst du vielleicht innerlich sogar ein bisschen enttäuscht?

Oft genug sind wir so entschlossen, uns auf eine gewisse Weise glücklich zu fühlen, dass wir schlussendlich zu sehr darauf fokussiert sind abzuschätzen, ob die Erfahrung wirklich unseren Erwartungen entspricht, statt einfach glücklich zu sein.

Studien belegen, dass Menschen, die gewisse Dinge mit einer bestimmten Erwartungshaltung angehen oder die versuchen, den Grad der Freude, die sie währenddessen empfinden die ganze Zeit zu reflektieren, im Endeffekt viel weniger Spaß an der Sache selbst haben können, als Menschen, die sich einfach unbeschwert hineinfallen lassen.

Anstatt sich beim Streben nach Glück von seinen Erwartungen leiten zu lassen, solltest du versuchen, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie kommen. Auf diese Art wirst du viel besser in der Lage sein, die positiven Dinge um dich herum wieder mehr wahrzunehmen und wertzuschätzen, statt enttäuscht zu sein, wenn die Dinge nicht nach deinen Fantasievorstellungen ablaufen.

6Wir missachten die tollen Menschen um uns herum

Tolle Menschen im UmfeldNach dem Glück zu streben kann dazu führen selbstsüchtig und egoistisch zu werden – „Ich will glücklich sein und zwar jetzt sofort!“- statt nach und nach durch wertvolle Erfahrungen und im Hinblick auf ein höher Ziel glücklich zu werden.

Fokussieren wir uns nur auf die nötige Tagesdosis Glück, nehmen wir zwangsläufig oft mehr als wir zu geben bereit sind. Wir lenken alle Aufmerksamkeit auf uns selbst – Ich, Ich, Ich – um unsere direkten Bedürfnisse zu befriedigen, ohne darüber nachzudenken, wie wir für uns und auch für andere durch beständige, längerfristige Veränderungen unser Leben bereichern können. Wir stellen dabei unsere eigenen Bedürfnisse über die der anderen – Familie, Freunde und auch Fremde – die uns brauchen.

Wenn man ehrlich ist, ist doch die tollste Art des Glücks diejenige, die wir durch gute Taten für andere erreichen. Für andere da zu sein gibt uns einen Sinn, eine Bestimmung und eine Erfüllung, die uns zufriedener mit unserem Leben und mit uns selbst werden lässt.

7Wir suchen das Glück an den falschen Orten

Die ständige Suche nach Glück kann dazu führen, dass wir uns auf die falschen Dinge konzentrieren, weil wir oft sehr schlecht darin sind abzuschätzen, was uns wirklich glücklich macht.

Beispielsweise denken wir vielleicht, dass ein Haus zu kaufen, berühmt zu sein und eine Menge Geld zu besitzen uns glücklich machen würde. Also streben wir unablässig danach. Wenn wir das alles dann auch tatsächlich erreichen, merken wir häufig, dass uns dennoch irgendetwas fehlt.

Wir denken nach dem Muster „Ich bin erst dann glücklich wenn ich XY erreicht habe“ und merken erst, wenn wir XY vielleicht tatsächlich erreicht haben sollten, dass es dennoch nicht unsere Erwartungen erfüllen kann.

Kommt dir das bekannt vor?

Vielleicht deshalb, weil uns die Gesellschaft und die populären Medien dauernd vermitteln wollen, dass dieses oder jenes uns glücklich machen wird. Die Medien kommunizieren „Wenn du dünn bist, bist du glücklicher“ oder „Ohne die neueste Technik kannst du nicht glücklich sein“ oder auch „Wenn du reich und berühmt bist, dann bist du glücklich.“ Und wir, die wir so sehr davon besessen sind glücklich zu werden, kaufen ihnen das natürlich ab.

Doch diese Dinge bringen nun einmal keinen tieferen Sinn von Glück. Wahres Glück kommt von innen heraus, nicht von außerhalb oder von jemand anderem. Mach nicht den Fehler auf irgendetwas oder irgendjemanden zu warten, der dich vielleicht glücklich macht!

Das Geheimnis eines erfüllten Lebens ist nicht Glück, sondern Ganzheitlichkeit

Ganzheitlichkeit zu verfolgen beginnt darin, alle Aspekte des Lebens zu akzeptieren und zu begrüßen, sei es Trauer, Frustration, Schmerz, Scheitern oder Glück, da all diese Dinge zusammengenommen wichtig für ein ausgewogenes, erfülltes und glückliches Leben sind.

Es geht darum zu verstehen, dass man sich im Leben nicht nur die Rosinen rauspicken kann und dass man der Realität ins Auge sehen muss, um an ihr wachsen und von ihr lernen zu können.

Auch wenn es schwerfällt, wir müssen dankbar sein für die vermeintlich negativen Erfahrungen. Statt vor ihnen davon zu laufen, müssen wir sie annehmen, weil wir wissen, dass wir nur durch sie stärker, leidenschaftlicher, motivierter, wandlungsfähiger, selbstbewusster, belastbarer, fähiger und in letzter Konsequenz vollständiger als Individuen werden. Diese Erfahrungen befähigen uns, ein bedeutsameres und erfüllteres Leben zu führen.

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Robin Pratap

Robin ist Co-Founder von ASANAYOGA.DE und schreibt regelmäßig über Themen, welche die Yoga Community bewegen. Mit seinem indischen Background ist er schon früh mit Yoga in Berührung gekommen. Nach dem Sustainable Development Studium in Indien und England, ist sein Ziel eine innovative Plattform zum Wissensaustausch für Yogis zu gestalten.

3 thoughts on “7 verrückte Angewohnheiten, die uns vom Glück fernhalten

  1. Melanie says:

    Wow, vielen Dank für diesen Bericht!! Er ist so motivierend und baut einem plötzlich richtig auf. Ich traue mich sogar zu sagen, dass ich ein wenig glücklicher bin, nachdem ich ihn gelesen hab. Genau SO ist das Leben. Nur leider vergisst man das oftmals viel zu schnell wieder wegen diesem ganzen Streben nach „Perfektion“

    • Robin says:

      Hallo Melanie, es freut mich riesig, dass du was für dich aus dem Artikel herausziehen konntest. Perfektion ist eben doch nur eine Illusion, die das Gelingen einfacher Dinge nicht schmälern sollte. Man kann sich auch mal über kleinere Dinge freuen 🙂

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