Ein Aufruf für mehr Mitgefühl, Liebe und Wohlwollen in unserer Gesellschaft

Mehr Mitgefühl in der Gesellschaft

YogaSutra 1.33. मैत्री करुणा मुदितोपेक्षाणांसुखदुःख पुण्यापुण्यविषयाणां भावनातः चित्तप्रसादनम्
maitrī karuṇā mudito-pekṣāṇāṁ-sukha-duḥkha puṇya-apuṇya-viṣayāṇāṁ bhāvanātaḥ citta-prasādanam

Das YogaSutra 1.33 sagt, dass unser Geist allmählich klar wird, wenn wir aus innerer Überzeugung Freundschaft für alle entwickeln, Barmherzigkeit mit den Unglücklichen empfinden, Heiterkeit mit den Glücklichen teilen und Gleichmut gegenüber den Schlechten bewahren.

Diese 4 Gefühlsqualitäten sind die Grundlage, mit denen wir alle Lebewesen und Situationen, die sich uns tagtäglich darbieten, behandeln sollten.

Der Pfad der Liebe und der Hingabe

Im ersten Kapitel des YogaSutra von Patanjali geht es um Bhakti Yoga, dem Yoga der liebenden Hingabe. Gerade in der heutigen Zeit, wo es überall auf der Welt Kriege, politische Unruhen und schwere Naturkatastrophen, wie gerade erst das Erdbeben in Nepal, müssen wir Mitgefühl entwickeln – Denn Mitgefühl ist der erste Schritt auf dem Weg zur allumfassenden Liebe.

Vier wesentliche Kerngefühle Liebe (maitri), Mitempfinden (karuna), Mitfreude (mudita) und verstehender Gleichmut (upeksa) können uns den Weg in die richtige Richtung weisen.

Es ist der Weg, der uns zu unserem wahren Selbst, dem Göttlichen in uns, das uns alle miteinander verbindet, führt.

Egal, was auch immer wir im Alltag gerade tun, wenn wir uns dieser Gefühle gewahr sind, dann handeln wir authentisch aus unserem Herzen heraus und bleiben mit uns und auch mit unserer Umwelt in Kontakt.

Durch gefühlvolles Betrachten des Leidens entwickeln wir karuna – Die Kraft des hilfsbereiten Mitempfindens. So entstehen Initiativen, die den Bedürftigen helfen, ohne Gegenleistung zu erwarten. Deshalb entscheiden sich erfreulicherweise so viele Yogaschulen dafür, Spendenklassen für Nepal anzubieten.

We want more!

Das ist es, was uns als Community zusammenhält und in Liebe miteinander verbindet.

Mitgefuhl

Es gibt Zeiten, da sind wir wütend, eifersüchtig oder zornig, weil wir meinen, dass alles anders und vor allem schlechter läuft als wir uns es eigentlich gedacht hätten. Dazu kommt dann noch, dass unserer Meinung nach alle um uns herum glücklich sind und das „perfekte Leben“ leben.

Wir wollen aber nicht weiter das Opfer sein! Es erfordert Mut und Kraft auf Menschen, die Positives leisten, enthusiastisch und ermutigend zu reagieren (mudita), aber wir müssen uns bewusst werden, dass alles, was wir aussenden auch zu uns zurückkommt.

Das besagt das Resonanzgesetz, denn der Ursprung von allem Leben, war der Klang (nadam). Unsere ganze Welt besteht aus Schwingungen, die sich wechselseitig beeinflussen. Nur in unserem Herzen wohnt der ursprüngliche, unberührte Klang (anahata nadam), der uns als Individuum unzertrennlich als Gesellschaft verbindet für immer und unabhängig von Religion, Hautfarbe, Status und Geschlecht.

Wenn wir freundschaftlich und voller Liebe auf Menschen zugehen, folgen wir unserer spontanen und natürlichen Empfindung und steigern so die uns allen innewohnende Liebesfähigkeit (maitri).

Indem wir dem Leidenden gegenüber Mitempfinden entwickeln und gleichmütigen Abstand (upeksa) gegenüber seinem Gegner bewahren, verhindern wir, dass wir selbst aggressiv werden und gleichzeitig wirken wir beruhigend auf den Gegner.

Liebe, Mitgefühl, Begeisterung und Vergebung kreieren ein Feld der Heilung – Seien wir also großzügig und mitfühlend uns selbst und anderen gegenüber, dann wird sich auch unsere Wahrnehmung verschieben.

Was hat nun unsere Yogapraxis damit zu tun?

Die Yogapraxis hilft uns Erdung und Stabilität über den Nabel durch die Mitte des Herzens zu erfahren – Wir können Geben ohne uns zu verlieren.

Im Yoga geht es darum, sich selbst zu akzeptieren und zu erforschen, ohne zu werten. Genau dieser Ansatz ist es, der uns dazu bringt, auch den Anderen vollkommen wertzuschätzen und Verbundenheit zu schaffen. Wir verankern uns ganz mit dem Bewusstsein des Augenblicks – Wir schaffen ein Feld der Heilung und der Harmonie und verhindern genau damit eine unendlich negative Kettenreaktion, die Situationen schafft, die zu Kriegen und Unruhen in uns und in der Welt ums uns herum geschehen.

Wir bringen unser Herz höher als unseren Geist! Aus diesem Grund praktizieren wir Umkehrhaltungen wie den Yoga Kopfstand (Sirsasana) oder den Schulterstand (Sarvangasana) im Yoga.

Quelle: Pinterest
 

Im Alltag hingegen lassen wir uns meist vom Kopf leiten – Termine, Verpflichtungen, To-Do-Listen, die niemals enden wollen etc. Doch wann lassen wir uns noch von unserer Intuition, unserem Herzen leiten? – Nie beziehungsweise ganz selten…

Wenn wir Rückbeugen wie den Yoga Bogen (Dhanurasana) oder das Rad (Udhva Dhanurasana) praktizieren, dann öffnen wir unser Herz. Wir schenken uns innerlich mehr Raum und schaffen Platz für alle Lebewesen um uns herum.

Dhanurasana

Im Yoga sehen wir das eine Göttliche in ALLEM und JEDEM!

Nutzen wir also diese uns allen innewohnende Kraft, um Hass und Frust in der Gesellschaft zu eliminieren.

Was bedeutet das konkret für mich?

In jedem Einzelnen von uns steckt die Essenz des Göttlichen, der Liebe, die uns als Community verbindet. Es ist diese Kraft, die Frieden und Harmonie in uns und unserer Umwelt kreiert.
In allen Situationen aus dem Herzen heraus liebevoll zu handeln, verbindet uns mit uns selbst und als Community.

Jeder hat es selbst in der Hand, die Verbreitung von Liebe und Frieden auf dieser Erde zu unterstützen.

Höre auf Dein Herz und du wirst AnahataNadam, den unberührten göttlichen Klang, der in jedem Einzelnen von uns wohnt, erfahren. Wenn wir ganz bei uns selbst sind, dann sind wir Liebe. Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst – Dann werden sich Liebe und Harmonie auf dieser Erde verbreiten.

Was kann ich als Einzelner dazu beitragen?

1„Siehe, was Du dazu beigetragen hast!“

Sei dir bewusst, dass alles, was in der Welt geschieht ein Abbild Deines Bewusstseins ist. Selbstreflektion und Innehalten führen Dich zur Selbsterkenntnis. Du siehst, dass Du einen Anteil am Geschehen hast und übernimmst Verantwortung. Alles, was Du mit Liebe und Hingabe tust, bringt Dich näher zu Dir und stärkt die Verbundenheit als Community.

2„Liebe Dich trotz Deiner Fehler!“

Erkenne Deine Menschlichkeit aller Fehler zum Trotz an. Beobachte Dich und andere achtsam ohne zu ver- bzw. beurteilen. Öffne Dein Herz Dir gegenüber, dann schlägt Dein Herz im Einklang mit Deiner Umwelt – Statt „Ich-Botschaften“ sendest Du „Wir-Botschaften“. Bleibe mit Deinem Selbst und Deinen Gefühlen in Kontakt.

3„Siehe die allem innewohnende Vollkommenheit in jeder Situation, in jedem Wesen!“

Siehe in jeder erdenklichen Situation Positives und sei liebevoll im Umgang mit Dir selbst und Anderen.

4„Entscheide Dich bewusst für die universelle Kraft der Liebe und des Friedens!“

Siehe in jedem Wesen und in jeder erdenklichen Situation Vollkommenheit und Wahrheit. Entwickele ein Bewusstsein, das Dir die Kraft gibt hingebungsvoll und friedvoll in dieser Welt zu agieren. Nimm es an, lass es los, erst dann kannst du darüber hinweg vorausschauen!

Mache diese 4 Schritte zum Teil deines Bewusstseins und übernimm sie in Deinen Alltag und Du wirst die Veränderung in Dir und Deiner Umwelt spüren.

Ich hoffe, dass die Verankerung von Liebe und Mitgefühl in unserem Bewusstsein, dazu beitragen werden, mehr Frieden und Harmonie in dieser Welt zu schaffen. Die Yogaklassen, deren Erlös an die Erdbebenopfer von Nepal geht, ist ein wegweisender Schritt in die richtige Richtung!

Über die Autorin:
Ich bin Frederike „Fredi“ Barow von Personal & Business Yoga by FJB, studierte Erziehungs-/und Bildungswissenschaftlerin (B.A. Uni HH), staatl. zertifizierte Ernährungsberaterin und seit 2015 Yogalehrerin (200hrs RYT). Vor 15 Jahren begann mein Yogaweg im wunderschönen Byron Bay (Australien) und wurde zu einem festen Anker in meinem Leben. Seit 2008 praktiziere ich regelmäßig Iyengar Yoga. 2014 kam das dynamisch fließende Power Yoga hinzu. Tag für Tag erinnert mich Yoga daran, im Hier und Jetzt zu sein und die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Lasst Euch von Eurem Herzen führen, vertraut dem Prozess und alles wird sich zum Positiven fügen. Ihr findet mich in Hamburg in folgenden Studios: Satyaloka Yoga, Sandhi Yoga und bei Glow. Ab und an trefft ihr mich auch im Elbgym Eppendorf. Hoffe, Euch demnächst auf der Matte zu sehen.

Robin

3 thoughts on “Ein Aufruf für mehr Mitgefühl, Liebe und Wohlwollen in unserer Gesellschaft

  1. Lucia says:

    Hallo und namaste,
    danke für diesen so wertvollen und tiefgreifenden Artikel über Bakti Yoga. Er beihaltet mit seinen Worten so viel Wahrheit und Einfachheit, Danke
    Lucia

    • Fredi says:

      Danke für Deine Worte – diesen Artikel habe ich auch mit Liebe und Herzblut geschrieben, da gerade diese Aspekte des Miteinanders immer mehr verloren gehen in der heutigen Zeit – Leider… Das Licht in mir ehrt das Licht in dir <3

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