4 Mythen der Meditation, die (kein) Mensch braucht

Es gibt Dinge, die weiß man von Anfang an. Es gibt Dinge, die wird man nie wissen. Und dann gibt es Dinge, die man erst dann lernt, wenn man sich selbst schon 100 Mal gequält hat. Bei der Meditation ist das auch so. Mittlerweile ist vielen bewusst, dass die Meditation eine Praxis ist, die einen die Augen öffnet und viele Dinge lehrt. Dabei sind viele Lehren aufschlussreich, hilfreich und fast schon super offensichtlich, während andere uns, nun ja, direkt in das dritte Auge schießen.

Und eben um genau diese Lehren geht es hier. Es sind Lehren, die von vielen als unabdingbar bezeichnet werden, die aber eben nicht immer zur Meditation gehören und manchmal vielleicht einfach irgendwie ihren Weg durch super hippe und spirituelle Videos in diese tolle Praxis gefunden haben. Wir klären das Ganze heute mal ein bisschen auf. Hier sind sie, die vier Mythen der Meditation, die eigentlich kein Mensch braucht.

1Mythen Meditation: Brezelsitz und Augen zu – Pfff!

Wer an Meditation denkt, der hat häufig Menschen im Kopf, die in Brezelform auf dem Boden sitzen und dabei auch noch super entspannt aussehen. Also: Rücken kerzengerade, Hände in Mudra, Fußsohlen in Richtung Himmel. Sieht doch eigentlich immer ganz gut aus, oder? Klar, aber ist ganz sicher nicht die richtige Lösung für alle Meditationsmenschen da draußen. Gerade, wenn die Gelenke nicht mehr so mitspielen, wie sie sollen oder wenn der Rücken schon ganz geschädigt ist vom Schreibtisch, dann sollten andere Posen für die Meditation her. Und außerdem, wer kann denn bitte meditieren, wenn der Rücken wehtut und sich nach und nach Krämpfe in den Beinen breit machen?

Eine andere Sache, die die Sitzposition betrifft ist das Thema Augen. Es scheint klar zu sein, dass zur Meditation geschlossene Augen gehören. Doch auch das stimmt nicht so ganz. Währe die einen mit geschlossenen Augen super abspannen können, wirkt dies für andere ganz sicher nicht. Finde für dich selbst heraus, wie du am besten abschalten kannst und probiere alles einmal aus – mal sind die Augen auf, mal sind sie geschlossen.

Mythen-Meditation-Frau-Wald

2Mythen Meditation: Je länger, desto besser – glaubst du!

Sobald wir eine feste Dauer und eine Zeit für unsere Praxis haben, fühlen wir uns irgendwie eingeschränkt und in der Pflicht, eben genau so zu handeln. Natürlich ist gut, feste Guidelines und Regeln zu haben. Einigen geben sie die nötige Motivation und einen Fokus, für andere jedoch sind solche fest aufgedrückten Musts der Tod. Wir alle benötigen ein bisschen Raum und Flexibilität, um uns frei bewegen zu können und voll und ganz abzuschalten.

Mythen-Meditation-Lotussitz

Es geht ja auch viel mehr um die Qualität der Meditation und eben nicht um die Quantität, also Häufigkeit und Dauer. Vielleicht ist es für dich richtig, ein paar Mal im Monat für ein bis zwei Stunden zu meditieren. Vielleicht bist du aber auch eher dafür gemacht, kurze Sessions mehrmals die Woche einzulegen. Oder magst du es direkt am Morgen mit einer kurzen Meditation zu starten? Finde selbst für dich heraus, was am besten klappt. Eins können wir dir ganz sicher sagen: Sobald du inkonsequent in deiner Praxis bist, wird es schwieriger die Motivation aufzubringen weiterhin zu meditieren.

Versuche vielleicht deine langen Sessions in kleine Sessions aufzubrechen. So findest du bestimmt eher einen Rhythmus und eine gewissen Konsequenz in deiner Meditationspraxis. Außerdem wird sich dein Körper so besser an die Praxis erinnern können, dein Kopf stellt sich schneller drauf ein und deine Muskeln hüpfen vor Freude in die Luft. Du wirst sehen, dass du so schneller ein Gefühl der inneren Ruhe haben wirst. Nichtsdestotrotz zählt hierbei eins ganz besonders: Praktiziere deine Meditation so, wie sie für dich am besten zu sein scheint und bleib dabei! Konsequenz ist alles.

3Mythen Meditation: Meditation heilt alles. Außer…

Na, bist du schon so weit, dass du denkst, du könntest mit der Meditation viele Probleme, vor allem gesundheitliche, lösen? Es ist irgendwie fast schon zu einem gängigen Trend geworden, dass Meditation die Medizin für alles zu sein scheint. Doch dem ist nicht so. Natürlich wird es zu einigen Verbesserungen kommen, was vor allem daran liegt, dass die Meditation den Kopf frei macht und du dich demnach schneller und effektiver entspannen kannst. Kein Wunder also, dass deine Rückenschmerzen weniger werden, du seltener Kopfweh hast und du generell ein viel besseres Körpergefühl verspürst. Nichtsdestotrotz, muss dadurch eben nicht alles über Bord geworfen werden. Ganz im Gegenteil: die Mischung macht’s.

4Mythen Meditation: Du bist kein Guru? Tja, dann wird’s schwer…

Mythen-Meditation-Buddha

„Oh, ich kann das nicht mit dem Meditieren. Ich bin einfach kein Guru!“ Dieser Satz ist der wohl größte Widerspruch in sich. Wusstest du, dass Buddha ganz sicher nicht mit der Erleuchtung geboren wurde? Er selbst hat sich dazu überwunden, stark zu sein, 49 Tage zu meditieren und so ein generelles Verständnis gegenüber der Welt und vielen Dingen zu bekommen.
Wir fangen doch alle klein an. Niemand ist von Anfang an perfekt oder geboren, um zu meditieren. Nein, wir benötigen alle ein klein bisschen Disziplin, Motivation und einen klaren Fokus, um unsere Praxis durchzuführen.
Also: Bleibt am Ball!

Habt ihr auch so Dinge, die euch irgendwie vom Meditieren abhalten? Hinterlasst uns einen Kommentar, wir freuen uns!

[yellowbox]Mehr von Anne Steinbach? Die Berlinerin ist leidenschaftliche Reisende und süchtig nach Wörtern. Ihr wollt ihr auf den Reisen folgen? Dann schaut doch mal auf Travellers Archive vorbei.[/yellowbox]

1 thoughts on “4 Mythen der Meditation, die (kein) Mensch braucht

  1. HappyGirl1991 says:

    Super Artikel! Witzig geschrieben und viel Wahres dran. Besonders was den “richtigen” Sitz angeht! Das hat mir zu Beginn meiner Meditationspraxis echt Schwierigkeiten bereitet. Dann habe ich herausgefunden, dass es unglaublich praktische Meditationskissen gibt, die einem das lange Sitzen unglaublich erleichtern.
    Liebe Grüße

    HappyGirl

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