Tagebuch eines reisenden Yogalehrers – TEIL 14

Tagebuch-eines-Yogalehrers

Liebe Freundin, lieber Freund, auf meinen Reisen als Yogalehrer arbeite ich nicht nur mit Körpern, sondern auch mit Buchstaben und kleinen Büchern. Das sind meist Erzählungen, kurze Geschichten oder Sprüche über Alltag und Lebenswelt. Als ich vier Jahre in Šibenik lebte, einem kleinen Küstenort in Kroatien, schrieb ich eines kalten Winters ´Das Buch der kleinen Wahrheiten`. Ich band es zu einem Büchlein und gab es Freunden und Bekannten zu lesen. Nun habe ich es noch einmal überarbeitet und die neue Fassung kommt in einigen Tagen heraus; nicht in großem Rahmen, sondern in einer Auflage von 300 Stück. Wer eines dieser Bücher erwerben möchte, kann mich gerne anschreiben. Hier schon einmal das Vorwort des Büchleins; wie man sieht, sind die Worte vom Yoga beeinflusst. Oder nicht?

Tagebuch-Yogalehrer-Buchcover

Lieber Leser, liebe Leserin, wir atmen, ohne dass wir entscheiden können, zu atmen. Unser Herz schlägt, unsere Leber und Niere arbeiten, und doch haben wir keinen Einfluss auf all die Prozesse, welche uns zu dem lebendigen Organ gestalten, das wir Ich nennen und auf unsere Umwelt beziehen. Auch auf unsere Gedanken haben wir keinen Einfluss und sie treten wie durch einen Zauber in unser Bewusstsein. In welcher Reihenfolge sie auftreten, in welcher Stärke und mit welchem Gefühl: Wer kann es entscheiden? Wir stehen in einer großen Abhängigkeit zu dieser Welt, diesem Universum, in welchem wir uns ein bisschen, einem Regentropfen gleich, unter den warmen Strahlen der Sonne bewegen lassen. Doch Freundschaft, Einigkeit, Liebreiz, all dies nehmen wir durch unser Bewusstsein wahr, und sie machen den Wert unserer Handlungen, so vergänglich sie sind. In der kurzen Zeit, welche Dir auf dieser Erde gestattet ist, nimm´ gelegentlich dies Büchlein zur Hand und blättere darin. Es mag der ein oder andere Spruch Deinen Geist erhellen, Dir eine Stütze sein oder Dir etwas Kluges zur Hand geben, wenn es nötig ist. Vor allem soll es Dir eine Begleitung sein und Dir zurufen, dass Du in Deinem Schmerz und in Deiner Freude nicht alleine bist. Ich schrieb und veränderte diese Sprüche im Laufe von mehreren Jahren und gab sie Menschen unterschiedlicher Herkunft zu lesen, damit sie die Sätze prüften. Darunter waren berühmte und weniger berühmte Menschen; Zen Meister, Handwerker, Kaufleute, Bauern, Professoren, Politiker, mein verstorbener Vater. Möge Dir dieses Büchlein helfen und Glück bringen, in welchem Alter Du jetzt auch sein magst. Ich begann dieses Büchlein als ein junger Mann und nun sieh´ an: Schon wächst mir ein Bart und ich bin alt geworden.

Lieber Leser, liebe Leserin, wenn Du auch alle Sprüche in diesem Buch bis zum letzten Punkt vergisst – verdrieß dich nicht. Die Wahrheiten kommen, die Wahrheiten gehen. Was bleibt ist dein Herz, und deine tägliche Erfahrung.

Es grüßt schön, Ben, Yogalehrer und Schriftsteller.

Ben ist gerade in fünf Ländern als Yogalehrer unterwegs und schreibt dabei regelmäßig für Asanayoga.
Teil 1 seiner Reise findest du hier, Teil 2 der Reise kannst du hier lesen, hier sind Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9,
Teil 10, Teil 11, Teil 12 und Teil 13. Folgt Ben außerdem auf seinen beiden Websites: als Yogalehrer & als Schriftsteller.

Ben Rakidzija

Ben ist Yogalehrer und Schriftsteller. Er arbeitet für internationale Hotels, Studios und Yogacenter. Er veröffentlicht Prosa und Poesie, hält Lesungen in Buchhandlungen und auf Literatur-Festivals und arbeitet zur Zeit an einem Roman. Infos über Ben findet ihr auf: timeforsilence.strikingly.com oder daskleinebuch.strikingly.com.

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