Yoga Ernährung – Food-Dogma oder doch gar keine so schlechte Idee?

Yoga Ernährung

vegetarische-ernährungEssen ist, wie Atmen – Wir brauchen es, um am Leben zu bleiben. Nur wird Atmen bei weitem nicht so heiß diskutiert, wie das Thema Essen. Wahrscheinlich weil es nur die eine Luft zur Auswahl gibt und wir nicht wie beim Essen zwischen einer Fülle an Möglichkeiten wählen dürfen, die zum Schluss auf uns zurückfällt.

Das yogische Ernährungskonzept bietet uns diesbezüglich einen Rahmen, der von Haus aus vegetarisch ist. Allerdings ist in unserer westlichen Yogawelt ein starker Trend vom Vegetarismus zum Veganismus zu erkennen, der sich in ganzheitlichen Lebenskonzepten, wie z.B. Yogan widerspiegelt. Oder in der roh-köstlichen Ernährungsweise, die immer beliebter wird und nicht mehr Rohkost, sondern mittlerweile RAW-Food heißt. Aber auch weitere Trends, wie z.B. das Detox Yoga (Ernährungs-Tipps + Yoga Übungen) sind stark im Kommen.

Back to the basics

Auch wenn die meisten Menschen den Zugang zum Yoga über den körperlichen Aspekt bekommen. Die Ernährung ist tatsächlich eine von 5 Säulen des bei uns so bekannten Hatha-Yoga. Und dies nicht ohne Grund, denn Yoga im traditionellen Sinne bedeutet Einheit und Harmonie, die wir dann erfahren, wenn wir uns ganzheitlich auf die Reise zu uns selbst einlassen.

Diese Reise umfasst auch den Umgang mit unserer Umwelt und deren Lebewesen. Ein wichtiges Grundprinzip, dass diesbezüglich zum Einsatz kommt, ist Ahimsa – das Prinzip der Gewaltlosigkeit. Das nicht nur uns, sondern auch unserer Umwelt ein harmonisches Leben ermöglichen soll.

Aus diesem Grund ist die traditionelle, yogische Ernährung gesund und vegetarisch. Außerdem sollte sie gut verdaulich sein, damit unser Geist während der Meditation und Asana-Praxis leicht zur Ruhe kommen kann.

Die Philosophie hinter der yogischen Ernährung zielt nicht auf Diät bzw. Abnehmen ab. Aber wenn dich dieses Thema trotzdem interessiert, kannst du hier weiterlesen: Abnehmen mit Yoga

Wir sind mehr als der physische Körper

Yogis glauben daran, dass wir mehr sind als der physische Körper. Auf der feinstofflichen Ebene besitzen wir zusätzlich den emotionalen und intellektuellen Körper, welchen wir auf einer energetischen Ebene wahrnehmen können. Die Ernährung im Yoga berücksichtigt diese verschiedenen Energiekörper und ebnet damit den inneren Weg zum Frieden und der Erfahrung der Einheit.

Prana ist Leben
Prana = Leben

Die Erfahrung der Einheit wird mit dem höchsten Ziel im Yoga der Selbstverwirklichung gleichgesetzt. Um diese zu erreichen brauchen wir viel Prana (Lebensenergie).

Denn wir werden zu dem, was wir essen.

Essen wir schwere fettige Sachen, werden wir uns danach wohl eher auf der Couch anstatt auf die Yogamatte bewegen. Trinken wir allerdings einen Smoothie, oder essen frische und gesunde Nahrungsmittel, in denen viel Prana enthalten ist, gibt dies unserem Geist die nötige Klarheit, um längere Zeit in den Genuss einer entspannten Meditationspraxis zu kommen.

Exklusiver Bonus: Lade ein kostenlose Rezept herunter (Super Cool Green Smoothie), welches das Pitta-Dosha wieder in Einklang bringt.

Die 3 Gunas – Unsere Nahrung aufgeteilt in 3 Qualitäten

Die Philosophie des Yoga besagt, dass unsere Welt aus 3 wesentlichen Kennzeichen besteht – den 3 Gunas. Dies sind Eigenschaften, die es uns ermöglichen die Natur in all ihren Formen zu beschreiben.

Die 3 Gunas sind:

  1. Rajas (Aktivität, Bewegung)
  2. Tamas (Trägheit, Dunkelheit)
  3. Sattva (Leichtigkeit, Harmonie, Reinheit)

Diese 3 Eigenschaften sind in unterschiedlicher Stärke in allem vorhanden – in der gesamten Natur unseren Geist und in der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Jedes Nahrungsmittel kann in eine der 3 aufgezählten Gruppen eingeteilt werden:

Rajasige Nahrung (unruhig): Macht den Geist unruhig und nervös. Zu schnelles essen ist ebenfalls rajasig. Lebensmittel, wie z.B. Eier Kaffee & weißer Zucker.

Tamasige Nahrung (träge): Entzieht dem Körper Energie und führt zu Trägheit. Zu viel essen ist tamasig. Faule, unreife Lebensmittel, wie z.B. Fleisch, Fisch, Knoblauch & Alkohol.
Sattvige Nahrung (leicht & rein): Gibt Energie und Klarheit für den Geist, wie z.B. Getreide (Vollkorn), Hülsenfrüchte, Gemüse, Salat, Obst.

Gesunde Ernährung ist leicht und sattvig

Alles was wir essen hat einen energetischen Einfluss auf unseren physischen und feinstofflichen Körper. Deswegen sollte die ideale, yogische Ernährung gesund, sattvig (leicht) und vielfältig sein. Denn mehr Leichtigkeit auf unseren Tellern bedeutet mehr Peace of Mind und einen entspannten Alltag.

Vorteile einer sattvigen Ernährung

  • Der Geist wird klar und friedvoll
  • Der Körper erhält wertvolle Nährstoffe und Energie
  • Die Nahrung ist leicht verdaulich
  • Die Yogapraxis fällt leichter und ermöglicht ein intensiveres Erleben

Vegetarische vs. vegane Ernährung

„Wenn du aufhörst, andere zu zähmen, zu versklaven und auszubeuten, erlaubst du ihnen, ihrer wahren Natur zu folgen. Dadurch erlaubst du dir selbst das Abenteuer von Freude und Glück. Wenn wir uns spirituell weiterentwickeln und als Art überleben wollen, müssen wir uns selbst von der Lüge lossagen, dass wir von der restlichen Welt getrennt seien.“

Sharon Gannon

Wir wir schon festgestellt haben, ist die ursprüngliche Ernährung im Yoga eine vegetarische. Jedoch gibt es immer mehr Yogis, die sich für eine vegane Lebensweise entscheiden. Dies hängt mit unterschiedlichen Faktoren, wie der Massentierhaltung, der Rodung des Regenwaldes , oder den Folgen des Klimawandels zusammen.

Das Prinzip der Gewaltlosigkeit greift im veganen Lebenskonzept noch einen Schritt weiter. Die Milch in ihrer ursprünglichen Form, die vor tausenden von Jahren der sattvigen Ernährung zugeordnet wurde, hat wenig mit der Milch gemeinsam, die wir heutzutage im Supermarkt kaufen können. Denn nicht nur die Fleisch-, sondern auch die Milchproduktion der heutigen Zeit ist mit erheblichen Leid und Stress für die Tiere verbunden. Diesen nehmen wir mit der Nahrung auf, was einen energetischen Einfluss auf unseren feinstofflichen Körper hat.

Was kann ich jetzt noch essen?

Wie du lebst, was du isst und trinkst, entscheidest du und dein Bauchgefühl. Wenn du Yoga praktizierst, wirst du automatisch feinfühliger und sensibler für deinen Körper und deine Umgebung. Viele Yogis hören oft nach einiger Zeit von ganz alleine auf Tiere zu essen, oder zu rauchen.

Leichtes Essen ist gut für YogaWenn du einige Zeit im Ashram verbringst, oder an einem Yoga-Retreat teilnimmst, ist es sinnvoll eine sattvige Ernährungsweise einzuhalten. Da du dadurch den optimalen Nutzen aus deiner eigenen Praxis ziehen und mehr Tiefe und inneren Frieden mit nach Hause nehmen kannst. Auch bei einer intensiven Kundalini-Yoga- Praxis sollte eine sattvige Ernährung eingehalten werden, damit dem erhöhten Energielevel, die nötige Reinigung und Erdung entgegen gesetzt wird.

Wenn du dich in deinem weltlichen Alltag befindest, spüre nach was du brauchst und versuche auf dein Bauchgefühl und deine Intuition zu hören. Es macht durchaus Sinn Ahimsa auf deinen Teller zu leben, wenn du ein ganzheitliches, harmonisches Leben anstrebst.

Hier erfährst du mehr über gesunde Ernährung aus Sicht des Ayurveda.

Allerdings werden wir mittlerweile an fast jeder Ecke mit so vielen Dogma und Ratschlägen überladen, dass wir mehr mit dem Kopf, als mit unserem Bauch essen. Ahimsa umfasst den Umgang mit unserer Umwelt, sowie den Umgang mit uns selbst und unseren Gedanken. Das bedeutet einen liebevollen Konsum zu praktizieren, der für dich nicht in puren Stress ausartet, sondern Genuss und ein positives Lebensgefühl mit einschließt.

Die ultimative Ernährungsempfehlung zum Schluss, die du bei deinen Mahlzeiten beherzigen kannst, kommt von Swami Sivananda:

„Iss mäßig. Steh vom Tisch auf, wenn der Magen zu drei Viertel gefüllt ist. Überlade deinen Magen nicht. Trinke reichlich nach dem Essen, trinke nicht vor dem Essen, denn das löst die Magensäfte auf und ruft zudem eine schlechte Verdauung und viele Magenbeschwerden hervor.“

Svami Sivananda

Maria Ma

Meine Name ist Maria Ma und ich habe meinen Yoga Blog <a href="http://www.ganzherzig.de/" title="Ganzherzig">ganzherzig</a> im Jahr 2013 gegründet. Da ich seit vielen Jahren auf dem Yogaweg bin, habe ich mit meinem Diplom in der Tasche nach meinem Soziale Arbeit Studium, ein Jahr in Südindien gelebt und gearbeitet. Während dieser Zeit durfte ich tief in das Konzept des Yoga eintauchen und hinduistische Mythen und Rituale kennen und lieben lernen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.