Der Yoga für alle e.V. lässt jeden Menschen Yoga machen

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Es gibt Projekte, die liegen uns ganz besonders am Herzen. Der Yoga für alle e.V. ist eines davon. Ein Verein, der Yoga in Gefängnisse bringt, der depressiven Menschen mit Mediation ein bisschen Licht und Lachen in das Leben zaubert und der ganz nebenbei die Langenachtdesyoooga als Fundraising Event auf die Beine gestellt hat. Super inspirierend!

DU BIST DER MOTOR DES „YOGA FÜR ALLE“-VEREINS. WOHER KAM DIE IDEE EINEN SOLCHEN VEREINE ZU GRÜNDEN UND WELCHE GRUNDIDEEN STECKEN DAHINTER?

Cornelia: Wir haben den Verein gegründet, um Yoga in seiner Vielfalt zu zeigen und zur Wirkung zu bringen. Und wir wollten Yoga zu Menschen bringen, die nicht einfach in ein Yogastudio spazieren können. Sei es aus juristischen, sozialen, finanziellen oder emotionalen Gründen.

IHR GEBT UNTERRICHT IM GEFÄNGNIS, IM FRAUENHAUS UND FÜR VIELE YOGIS, DIE NICHT EINFACH SO IN EIN YOGASTUDIO GEHEN KÖNNEN. WIE IST DIE RESONANZ DERER, DIE DIESES ANGEBOT ANNEHMEN?

Cornelia: Wir unterstützen Projekte, die Yoga und Meditation im Gefängnis anbieten: YuMiG e.V. und Solidarisches Yoga Wilhelmsburg. Und LehrerInnen aus dem Yoga-für-alle-e.v.-Netzwerk unterrichten im Frauenhaus, im KinderHaus, in einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen und in einer Kirchengemeinde gibt es einen Yogakurs für Menschen in Trauer.
Die Kinder sind begeistert. Menschen im Strafvollzug können nicht so kontinuierlich kommen. Wenn sie es regelmäßig schaffen, tut es ihnen richtig gut. Menschen mit psychischen Erkrankungen machen schon in einer 60-Minuten-Yogastunde auf dem Stuhl gute Erfahrungen mit ihrem Körper und werden innerlich ruhiger.

WAS WAR BISHER DIE SCHÖNSTE GESCHICHTE, DIE EUCH BEI EURER ARBEIT BEGEGNET IST?

Cornelia: Dagmar Rüther, stellvertretende Leiterin des KinderHauses der Diakonie in Gelsenkirchen hat uns geschrieben, nachdem die Kinder vier Mal beim Yoga (Kundalini nach Yogi Bhajan) gewesen waren: „Auch im Alltag singen die Kinder ihre Yoga-Lieder, machen die Mudras nach und freuen sich auf die nächste Stunde. Kinderyogalehrerin Angelika Schwieren-Catania wird immer mit einem fröhlichen ‚Hallo Yoga‘ begrüßt.“

WIESO STELLT GERADE YOGA EINE GUTE CHANCE FÜR MENSCHEN MIT NACHTEILEN DAR? UND WELCHE CHANCE STECKT IN YOGA?

Cornelia: Gemeinsam ist allen Menschen in besonderen Lebenssituationen, dass sie große Schwierigkeiten haben, aus ihrer Mitte heraus zu leben. Kinder, die aus ihren Familien genommen werden müssen. Oder Menschen, die im Strafvollzug sind. Trauernde und Menschen, die depressiv sind. Sie sehen eher die schwierigen, dunklen Seiten des Lebens, sind verunsichert, ängstlich, einige verlieren mitunter die Kontrolle über ihr Handeln oder können gar nicht handeln. Yoga und Meditation verändern die Reizverarbeitung im Gehirn, fördern die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, – beobachtung und in Folge zur Selbststeuerung.

Yoga bringt Menschen zurück in ihre Mitte, in ihre Kraft.

WIE FINANZIERT IHR EURE PROJEKTE? WO BRAUCHT IHR UNTERSTÜTZUNG?

Cornelia: Wir veranstalten jedes Jahr um die Sommersonnenwende ein großes Fundraising-Event. Die LANGENACHTDESYOOOGA. 2016 am 25. Juni in Hamburg, München, Bochum und auf Sylt. 85 Yoga-Locations öffnen von 18:00 – 00.00 Uhr ihre Türen. BesucherInnen kaufen sich ein hübsches OOOMM-Einlassbändchen (HH und MU 15 Euro, Sylt und Bo 10 Euro) und können alle Angebote wahrnehmen. Aus den Erlösen des Bändchenverkaufs finanzieren wir die sozialen Projekte. Und wir werden von tollen Partnern unterstützt: Bausinger – die Yogamanufaktur, Farfalla – Naturkosmetik aus der Schweiz, Reformhaus Engelhardt in Hamburg, VollCorner Biomarkt in München, 3HO Deutschland e.V. sowie INJU und unser Provider Jimdo. Die tolle CI hat uns 2014 Jung von Matt/Sports pro bono gestaltet. Und 2016 bekommen wir professionelle PR von M&C Saatchi PR.

Was wir brauchen, sind Menschen, die den Verein mit Rat und Tat unterstützen. OrganisationsentwicklerInnen, UnternehmensberaterInnen, ProgrammiererInnen. Denn wir werden von immer mehr Städten angefragt und wollen professioneller werden.

WIESO WURDE DIE LANGENACHTDESYOOOGA INS LEBEN GERUFEN? WELCHE IDEE STECKT DAHINTER?

Cornelia: Die LANGENACHTDESYOOOGA ist das Fundraising-Event von Yoga für alle e.V. Wir wollten die Vielfalt des Yoga zeigen. Es gibt nach wie vor so viele lustige Vorurteile über Yoga. Den einen ist es zu sportlich, den anderen zu esoterisch. Dabei gibt es Yoga für JEDEN! Das zeigt die LANGENACHTDESYOOOGA, bei der allein in Hamburg 46 AnbieterInnen ihre Yogawelt zeigen. Vom kleinen Yogastudio bis zum großen Fitnessstudio, von Meditation bis Fightclub. Und wir wollen Geld sammeln, damit auch Menschen Yoga machen können, die sonst in ihrem Leben keinen Kontakt zu Yoga bekommen würden.

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VIER EVENTS LAUFEN DIESES JAHR PARALLEL AN EINEM TAG. WOHER KOMMT DIE KRAFT UND VOR ALLEM WIE SCHAFFT IHR ES, ALLES GLEICHZEITIG ZU ORGANISIEREN?

Cornelia: Ganz ehrlich – keine Ahnung:-) Wir machen alle viel Yoga. Wir bekommen soviel begeisterte Feedbacks, dass uns immer ganz warm ums Herz wird. Und es ist einfach schön zu sehen, wie Yoga unter anderem durch uns in der Welt wirkt.

WIE WAR BISHER DIE RESONANZ DER LANGENNACHTDESYOOOGA?

Cornelia: Großartig. Wir hätten dieses Jahr die LANGENACHTDESYOOOGA in noch mehr Städten veranstalten können. Aber das hätte dann doch unsere Kräfte überstiegen. 2014 hatten wir in Hamburg 800 BesucherInnen, 2015 waren es fast doppelt so viele. Und in München und Bochum war es teilweise in den Studios richtig richtig voll.

WAS WÜNSCHT IHR EUCH IN DER NÄCHSTEN ZUKUNFT IN BEZUG AUF DEN VEREIN UND DIE NACHT?

Cornelia: Uns ist es superwichtig, den Spirit zu wahren. Wir sind ein Verein, die LANGENACHTDESYOOOGA ist eine Fundraising-Veranstaltung, Ziel ist es, die wundervollen Yogaprojekte zu fördern, zu gründen, auszubauen. Wir werden uns stärker im Thema ‚Yoga und Trauma‘ engagieren. Dazu bieten wir schon eine Kurzfortbildung an und wir würden gern einen Kongress dazu veranstalten. Denn Trauma ist ein Thema, das wirklich viele Menschen betrifft. Es ist gut, wenn YogalehrerInnen professionell darauf vorbereitet sind, ihren Unterricht traumasensibel zu gestalten.

Unsere Wünsche gehen in Erfüllung, wenn Yoga und Meditation in unserer Gesellschaft als das wahrgenommen werden, was sie sind: Methoden, die uns dabei unterstützen, aus der Fülle zu leben. Denn das eint alle Yogastile jeder Tradition. Wir sagen auch immer, dass Yoga für alle e.V. im besten Sinne ökumenisch ist, nämlich gemeinschaftlich und verbindend.

Anne Steinbach

Anne ist Reisejournalistin, Bloggerin und schon seit vier Jahren in Indonesien verliebt. Manchmal teilt sie diese Liebe auch mit anderen Ländern in Südostasien, dann packt sie ihren Schrammel-Backpack und zieht los. Yoga macht sie schon seit 5 Jahren und hat gerade Bikram für sich entdeckt. Nur an das Schwitzen muss sie sich noch gewöhnen.

One thought on “Der Yoga für alle e.V. lässt jeden Menschen Yoga machen

  1. Erika says:

    I assist disabled people and would like to offer them the opportunity of Yoga and meditation.I cannot afford a Yoga teacher training though.Have you got an idea of how I can still provide more Yoga for everyone?

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