Herz Gesundheit – Wie rund läuft Dein Motor? – Teil 1

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Herzerkrankungen wie Rhythmusstörungen, hoher oder niedriger Blutdruck, Infarkte, Bypass-Operationen und Menschen mit Herzschrittmachern sind mittlerweile weit verbreitet.

Meine langjährigen Erfahrungen in den Kursen zeigen die positiven Wirkungen des Yoga auf Herz- und Kreislauferkrankungen. Viele Ärzte wissen mittlerweile um die aufbauenden Auswirkungen des Yoga, insbesondere auch auf Herz- und Kreislaufpatienten und schicken immer mehr Menschen mit den oben genannten Symptomen in die Yogakurse.

Dies wird auch durch verschiedene Studien belegt, wie z.B. hier durch die Harvard Medical School, oder Medizinjournal medical hypotheses.

Ich möchte hier einen Überblick über den Motor des Menschen geben, der alle Ebenen umfasst:

  • Anatomie
  • Seelisch-geistige Ebene
  • Erkrankungen des Herzens
  • Yoga als ganzheitliches System, was das Herz positiv beeinflussen kann
  • 10 Alltagsübungen aus dem Heil-Yoga®, die das Herz erfreuen

Form, Lage und Bau des Herzens

Egal von welcher Ebene wir das Herz betrachten, wird deutlich, dass das Herz die Mitte des Menschen symbolisiert und alle Körperbereiche auf unterschiedlichen Ebenen beeinflusst.

HerzaufbauAuf der physischen Ebene ist das Herz der Motor des Körpers, arbeitet wie eine Druck- und Saugpumpe und hält das Blut über zwei hintereinander geschaltete Kreisläufe, den Lungen- und den Körperkreislauf, in Bewegung. Es transportiert das Blut rhythmisch durch das Gefäßsystem der Arterien, Kapillaren und Venen. Über das Blut werden Sauerstoff und Nährstoffe in jede Zelle des Körpers gepumpt und deren Stoffwechselprodukte entfernt.

Das Herz befördert jede Minute ca. 5 Liter Blut durch den Körper, das sind ca. 300 Liter in der Stunde.

Es ist bei Erwachsenen etwa faustgroß, wie ein abgerundeter Kegel geformt und im Herzbeutel eingeschlossen. Das Herz liegt schräg im Brustkorb. Zwei Drittel des Herzens (auch die Herzspitze) befinden sich im linken und ein Drittel im rechten Teil des Brustkorbs.

Es wird von einer Scheidewand geteilt. Die rechte Herzhälfte treibt sauerstoffarmes Blut in die Lungen. Von hier strömt das mit Sauerstoff angereicherte Blut wieder zur linken Herzhälfte und wird von da in den Körper gepumpt.

In jeder Herzhälfte finden wir einen doppelten Ventilmechanismus (Klappenapparat) aus 4 Herzklappen. Dieser Klappenapparat gewährleistet, dass das Blut in die richtige Richtung fließt.

Systole und Diastole
Kontraktion (Systole) und Erschlaffung (Diastole) der beiden Herzkammern (Ventrikel) treiben das Blut in Lunge und Körper.

Reizleitungssystem des Herzens

Die Pumptätigkeit des Herzens wird über das herzeigene Reizleitungssystem gesteuert.

Im Sinusknoten (= Schrittmacher des Herzens) entsteht ein elektrisches Signal und wird zum Herzmuskel geleitet, was bewirkt, dass die Kontraktion und Erschlaffung der Kammern geschieht.

Ein gesundes Herz schlägt 100.000 Mal am Tag (ca. 60 bis 80 Pulsschläge pro Minute). Jeder Herzschlag beginnt im rechten Vorhof, hier liegen spezialisierte Muskelzellen, die den Sinusknoten bilden. Der Herzrhythmus hängt vom Sinusknoten ab.

Versorgung des Herzens

Um nicht schlapp zu machen, muss das Herz ausreichend versorgt werden. Diese Aufgabe übernehmen die Herzkranzgefäße (Koronararterien). Sie zweigen als zwei große Blutgefäße aus der Aorta – der Hauptschlagader – ab, spalten sich auf und überziehen den Herzmuskel als Netz von feinen Blutgefäßen.

Weil diese Blutgefäße für die Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff in ausreichenden Mengen sorgen, ist ihre gute Durchblutung für eine normale Herzfunktion besonders wichtig.

Sind die Herzkranzgefäße durch stoffwechselbedingte Ablagerungen verengt oder sogar verschlossen, kommt es zu Herzkrankheiten.

Blutdruck

Damit das Blut vom Herzen ausgehend alle Organe erreicht, muss es mit relativ hohem Druck in die Aorta gepumpt werden. Wenn das Herz kontrahiert, entsteht der systolische Blutdruck, „der obere Wert“. Bei einem gesunden Menschen liegt er durchschnittlich bei 120 mmHg. Er wird mit dem Blutdruckmessgerät an der großen Arm-Arterie gemessen.

HerzkreislaufUnmittelbar nachdem sich das Herz zusammengezogen und entleert hat, strömt wieder Blut aus dem Vorratsraum des Herzens in die Herzkammer. Es ist die Entspannungs- und Füllphase. Auch in diesem Zustand des Herzens lässt sich der Blutdruck messen – allerdings sinkt der Druck in dieser Phase, in der sogenannten Diastole. Der diastolische Blutdruck beträgt etwa 80 mmHg. Das ist der „untere Wert“. Es ist der Druck, der auf den Gefäßwänden herrscht. Der systolische Druck lastet nur auf den Gefäßwänden, wenn das Herz kontrahiert und die gepumpte Blutmenge als Druckwelle auf die Gefäßwände einwirkt.

Der Blutdruck ist von drei wesentlichen Faktoren abhängig:

  • von der Kontraktionskraft des Herzmuskels
  • von der kreisenden Blutmenge
  • von der Spannung der Gefäßwände

Geistig seelische Betrachtung des Herzens

Übertragen wir die Funktion des Herzens auf die geistig / seelische Ebene haben wir die Möglichkeit den Ursachen der Erkrankungen tiefer auf den Grund zu gehen.

Es gibt viele Redewendungen die sich auf das Herz beziehen und oft haben diese Redewendungen mit emotionalen Situationen zu tun: Das Herz schlägt bis zum Hals, hüpft vor Freude, fällt mir in die Hose, springt aus der Brust, es liegt etwas auf dem Herzen, es geht mir etwas zu Herzen, wir fühlen ein Ziehen oder Spannen im Herzen, den Stich ins Herz, es durchbohrt, es zerreißt uns das Herz, unser Herz blutet, es bricht uns das Herz. Aus lauter Kummer kann sich unser Herz verschließen, sich verhärten oder gar versteinern.

Das, was unser Herz aus dem Takt geraten lässt, ist nach diesen Redewendungen zu urteilen immer eine Emotion. Das Gefühl der Liebe ist eng mit dem Herzen verbunden: jemanden in sein Herz schließen, weitherzig sein, sein Herz öffnen, herzlich sein, sein Herz verschenken. Aber auch das Gegenteil: engherzig, verschlossen, kaltherzig, nicht auf sein Herz hören.

In den oben genannten Formulierungen ist das Herz Symbol für ein Zentrum, das nicht vom Verstand und Willen beeinflussbar ist.

Betrachten wir das Herz anatomisch, ist es durch die Herzscheidewand getrennt. Wir finden hier 2 Kreisläufe und in jeder Herzhälfte finden wir 2 Kammern. Malen wir das Herz symbolisch, malen wir es als eins. Die beiden runden Hälften münden in einer Spitze.

Das Herz ist hier Symbol für Einheit und Liebe

Oft ist der Mensch in sich gespalten zwischen Verstand (Kopf) und Gefühl (Herz). Agiert ein Mensch zu einseitig, wird nur vom Verstand geleitet und lässt er sich nicht durch Emotionen aus seinem gewohnten Trott reißen, ruft das Herz durch Symptome, wie zum Beispiel Rhythmusstörungen wieder nach vermehrter Aufmerksamkeit und zwingt den Menschen förmlich, auf sein Herz zu hören.

Herz als Symbol

Bei der Angina Pectoris, die wörtlich „Enge der Brust“ oder auch „Engherzigkeit“ bedeutet, ist es leicht, vom Symptom auf die Ursache zu schließen. Die zuleitenden Gefäße sind verhärtet und eng geworden, das Herz bekommt nicht mehr genügend Nährstoffe.

Menschen, die sich nicht erlauben Gefühle zu zeigen, nur noch der absoluten Norm vertrauen und sich dies über verengte Gefäße und Rhythmusstörungen manifestiert, lassen sich einen „Herzschrittmacher“ einbauen. So wird der lebendige Rhythmus durch einen „Taktgeber“ ersetzt. Was bisher das Gefühl machte, übernimmt nun eine Maschine.

Beim Begriff „Hoher Blutdruck“ finden wir folgende Denkanstöße: In wissenschaftlichen Untersuchungen kommt man zu dem Ergebnis, dass der Anstieg der Pulsfrequenz und des Blutdrucks einerseits bei erhöhter Leistung eintritt, aber auch bereits bei deren bloßer Vorstellung. Ebenfalls steigt der Blutdruck auf der emotionalen Ebene an, wenn der Mensch sich in einer Konfliktsituation oder inneren Aufregung befindet.

Kann der Mensch diese Situation verbal bzw. emotional durch Trauer, Wut, Angst oder andere Gefühle konkret ausdrücken, sinkt der Blutdruck ganz natürlich wieder ab.

Anders ist es, wenn es dem Menschen nicht gelingt, diese Emotionen nach „außen“ zu befördern, er alles mit sich allein ausmacht und für den Konflikt keine Lösung findet.

In diesem Fall steht der Mensch unter ständiger „Dauererregung oder Anspannung“, der Druck kann nicht rausgebracht werden und kann sich auf der körperlichen Ebene als hoher Blutdruck zeigen.

Genauso kann eine „Daueranspannung“ durch zu viel Stress ohne entsprechenden Ausgleich zuerst in hohen Blutdruck, dann zum Schluss der Erkrankungskette, zu einem Herzinfarkt führen.

Folgende Fragen können bei Störungen oder Erkrankungen helfen, der Ursache tiefer auf den Grund zu gehen:

  1. Befinden sich bei mir Kopf und Herz, Verstand und Gefühl in einem harmonischen Gleichgewicht?
  2. Kann ich meinen Gefühlen genügend Raum geben und traue ich mich, sie zu äußern?
  3. Lebe und liebe ich aus ganzem Herzen oder eher halbherzig?
  4. Wird mein Leben von einem lebendigen Rhythmus getragen oder presse ich es in einen starren Takt?
  5. Höre ich auf mein Herz?

Im Buch von Rüdiger Dahlke und Thorwald Dethlefsen „Krankheit als Weg“ wird die Bedeutung der unterschiedlichen Herzerkrankungen detailliert dargestellt.

Hintergrund ist die Sichtweise: eine Erkrankung oder ein Symptom ist wie eine „Warnlampe“ des Körpers, den Menschen darauf hinzuweisen, dass etwas in seinem Lebenssystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Versteht der Mensch diese Warnung und beseitigt die Ursache, braucht der Körper das Symptom nicht mehr und die Heilung kann eintreten.

Diese Hinweise sollten als Denkanstöße gesehen werden, um bei sich selbst zu schauen, was die Botschaft des Symptoms auf körperlicher Ebene sein könnte und sind nicht dogmatisch zu verstehen.

Weiterhin ist dies keine Aufforderung auf schulmedizinische Diagnose und Behandlungen zu verzichten. Jedoch kann diese Sichtweise nach meiner Meinung und Erfahrung den schulmedizinischen Ansatz sehr gut ergänzen und trägt dazu bei, dass der Mensch mehr Verantwortung für seine Gesundheit übernimmt.

Fortsetzung folgt:

In der Fortsetzung erfährst Du alles darüber, was Dein Herz „aufblühen“ lässt sowie 7 hilfreiche Tagesimpulse, die Dein Herz erfreuen!

Maria Dieste

Ausbilderin für Heil-Yoga® Sie unterrichtet Yoga seit zwanzig Jahren und ist Deutschlands führende Expertin in Heil-Yoga®. In Ihrer 2009 gegründeten „Akademie für Heil-Yoga®“ bietet sie Fortbildungen und Ausbildungen an, für Yogalehrende und erkrankte Menschen, die mehr Informationen zu den Beschwerdebildern und Anleitung zur Selbsthilfe im Alltag, sowie Tipps zur präventiven Gesunderhaltung bekommen möchten. Ihr Anliegen ist es, die östliche Yogalehre und Philosophie an die individuellen Bedürfnisse des westlichen Menschen anzupassen, und zwar unter Berücksichtigung anatomischer, funktioneller und spiritueller Gesetzmäßigkeiten. Sie steht, lebt und arbeitet für ein neues, ganzheitliches Gesundheitsbewusstsein als Basis für Wohlbefinden und Erfüllung im Leben jedes Einzelnen.

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