Herz Gesundheit – Wie rund läuft Dein Motor? – Teil 2

Herz Gesundheit Teil 2

Das ist der 2. Teil der Herz Gesundheits-Serie.

Wenn du den 1. Teil (bei dem es um Anatomie, seelisch-geistige Ebene, Atemübungen und Heil-Yoga® geht) verpasst hast, kannst du ihn über diesen Link ansehen.

1Wie Yoga das Herz „aufblühen“ lässt

Pranayama und Atmung für die GesundheitIm Yoga wird gelehrt, in den Körper zu spüren und über die achtsamen Bewegungen in Verbindung mit dem Atem neue Impulse und Informationen an die Körperzellen zu geben. Der Atem wird hier als Energieträger verstanden, der die Außenwelt mit der Innenwelt verbindet.

Über den Atem wird das Lebenselixier „Prana“ aufgenommen. Das Wort Prana kommt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet „Lebenshauch“ oder „Lebenskraft“. Es ist mit dem deutschen Wort „Odem“ oder dem chinesischen Begriff „Chi“ gleichzusetzen.

Die Körperhaltungen des Yoga, die sogenannten „Asanas“, wirken gesamtheitlich auf Blutkreislauf, Lymphsystem, Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven und Organe.

Im Yoga üben wir überwiegend Rückbeugen und dynamische Drehungen des Oberkörpers, um den Brustkorb zu befreien!

Die Dehnung des Brustkorbs in den Rückbeugen bewirkt, dass die Blutzufuhr besser zirkulieren kann. Über die verbesserte Zirkulation in den Blutgefäßen wird das umliegende Gewebe besser ernährt und versorgt.

Die Atmung vertieft sich und sorgt dafür, dass vermehrt Sauerstoff aufgenommen wird und damit auch das Blut besser fließen kann. Das beeinflusst den Blutdruck günstig, der Körper wird vitalisiert und belebt und erhält einen „Energieschub“.

Die Konzentrationsübungen helfen, den Geist neu auszurichten und mental die Körperübungen zu begleiten. Es wird ein positives Körperbild erschaffen, das den Körperzellen zusätzliche Impulse gibt, sich entsprechend neu zu formen.

Ruhephasen, Entspannungstechniken sowie mentale Atem und Energielenkungen runden den Übungsweg des Yoga ab und bewirken Wohlgefühl auf allen Ebenen.

1Funktionelle Ebenen des Herzens

Wenn wir das Herz auf den funktionellen Ebenen betrachten, ergeben sich durch Yoga weitere Möglichkeiten, Herzerkrankungen günstig zu beeinflussen.

Physische Organfunktion:

Da das Herz aus spezifischem Muskelgewebe besteht, kann zum Beispiel durch gezieltes Herz-Kreislauftraining die Herzfrequenz und der Blutdruck beeinflusst werden.

Sport gegen BluthochdruckGrundsätzlich erhöht sich bei allen Menschen unter körperlicher Anstrengung der Blutdruck. Menschen mit zu hohem Blutdruck können durch regelmäßigen Sport ihre Ausdauer trainieren und diesen zielgerichtet senken. Das hat zur Folge, dass sich die Herz-Kreislauf-Anpassung verbessert und der Blutdruck mit der Zeit unter körperlicher Belastung immer weniger ansteigt.

Im Umkehrschluss kann der Blutdruck durch Yoga Übungen, die im Atemrhythmus ausgeführt werden und der anschließenden „Nachspürphase“ auf Dauer gesenkt werden, weil sich das ganze System schneller und nachhaltiger entspannen kann. Belastende Situationen werden insgesamt besser verarbeitet.

Vegetative Funktion:

Diese hängt mit dem Nervensystem und der Gefühlswelt des Menschen zusammen. Im Yoga findet der Mensch wieder zu sich selbst. Er wird ruhiger und wird sich seiner Gedanken und Gefühle bewusster. Nach einer ganzheitlichen Yogapraxis fühlt sich der Mensch gelassener. Die Emotionen harmonisieren sich und aus dem eigenen Zentrum werden neue Erkenntnisse und Lösungsmöglichkeiten sichtbar, die vorher durch den Kreislauf der Gedankentätigkeit verdeckt wurden.

Ein schöner Spruch verdeutlicht das: Mit dem Herzen denken – mit dem Kopf fühlen!
Im Yoga verlagern wir die Aufmerksamkeit mehr in den Körper, so dass sorgenvolle Gedanken sich neutralisieren, weil der Augenblick wieder mehr wahrgenommen wird.

Die Konzentrations-/Visualisierungsübungen helfen, die Gedanken zu bündeln und die Aufmerksamkeit nach innen zu verlagern. Auch Meditationsübungen beruhigen die Gedankentätigkeit und Gefühlswelt nachhaltig.

Rhythmische Funktion:

Das Herz wird vom Sinusrhythmus beeinflusst. Sensoren schicken ständig Signale an das Herz-Kreislaufzentrum im Gehirn. Hier finden wir eine große Anzahl an Nervenzellen, die ein Netzwerk bilden und stimulierend sowie hemmend reagieren können. Wenn beispielsweise die Meldung lautet: „Blutdruck ist gesunken“, so wird der Sympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems) aktiviert. Im Gegenzug dazu wird das parasympathische Nervensystem gehemmt. Dies funktioniert genauso umgekehrt.

Das bewusste Wahrnehmen der Reaktion des Körpers auf die Asanas im Zusammenhang mit der Beobachtung des Atemflusses in den Nachspürphasen, wirkt beruhigend auf das Nervensystem.

Konzentrationstechniken, Atemübungen und Visualisierungen, bei denen der Atem in unterschiedliche Körperregionen mental gelenkt wird, unterstützen die positiven Auswirkungen auf das ganze Körpersystem.

Zusammenfassend verbindet Yoga diese drei Funktionsebenen. Die innere Struktur kann sich verändern durch ein verändertes Bewusstsein und eine veränderte innere Einstellung. Der Atem wird tiefer, die Durchblutung wird insgesamt durch die unterschiedlichen Körperübungen sanft angeregt. Dem Blut wird mehr Sauerstoff zugeführt, das Herz erhält dadurch mehr Nährstoffe. Durch die innere Ruhe und Gelassenheit, die sich nach dem Yoga einstellt, geht der Mensch insgesamt positiver und lösungsorientierter mit seinen alltäglichen Situationen um.

Freude, Kraft, Leichtigkeit und ein verbessertes Körpergefühl sind die positive Wirkung von Yoga.

Yoga hilft dem Menschen, seinen ureigenen Lebensweg und Rhythmus zu finden. Dies wirkt sich auf das Herz förderlich aus und es arbeitet ökonomisch: nämlich kraftvoll und gleichmäßig! Es entlastet das ganze System des Menschen langfristig und nachhaltig!

Im Yoga finden wir einen ganzheitlichen Lebensweg – „Hilfe zur Selbsthilfe“ – nicht nur um Herzleiden zu verbessern, sondern auch, weil die Aufmerksamkeit insgesamt auf einen gesundheitsbewussten Lebensstil gelegt wird. Der Mensch kann zurückfinden zu einer Einstellung, die im hilft, die eigene Verantwortung für sein Gesundheitsgut zu übernehmen. Ergänzt werden sollte dieser Lebensstil durch gesunde Ernährung, ausreichend frische Luft und Bewegung, eine ausgewogene Lebensführung und eine aufbauende innere Einstellung zum Leben.

17 „Tages-Impulse“ die Dein Herz erfreuen

Wenigstens eine halbe Stunde Yoga täglich ist natürlich die beste „Medizin“ für Dein Herz! Doch hier sind einige einfache Tipps für deinen Alltag, wenn Deine Yogamatte im Schrank verstaut ist! Am besten wiederholst Du die Übungen mehrmals am Tag.

A little yoga each day keeps the doctor away
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1. Montag: Den Atem vertiefen, um mehr Sauerstoff aufzunehmen und altes und verbrauchtes loslassen:

Am besten an der frischen Luft oder vor einem offenen Fenster:
Lege die Hände seitlich auf die Flanken, atme tief ein und „blase Deine Rippen auf, wie bei einem Luftballon, halte kurz inne, und atme aus über einen lauten Ton: Haaaaa. Wiederhole das mehrmals am Tag!

2. Dienstag: Den Brustkorb befreien, damit Du besser atmen kannst:

Beginne mit den Händen den gesamten Brustbereich auszuklopfen:
Zuerst das Brustbein, dann über die beiden Schlüsselbeine rüber zu den Schultern, zurück zur Brust, seitlich zur Brustmuskulatur, weiter runter seitlich zu den Flanken. Wiederhole das dreimal. Gönne Dir danach einige tiefe Atemzüge!

3. Mittwoch: Mal wieder laut stöhnen!

Hebe beide Arme über vorne nach oben an, Atme dabei tief ein, halte kurz inne und lass die Arme über ein lautes „Stöhnen“ Haaaaaa, seitlich wieder neben den Körper kommen! Wiederhole das circa fünf Mal. Kannst Du spüren, wie gut das tut? Oder hat Dir etwa auch jemand beigebracht, dass man das nicht tut? (Das höre ich immer wieder in meinen Kursen!!!)

4. Donnerstag: Gefühle wieder fühlen lernen

Beobachte öfter am Tag, was und wie Du Dich fühlst! Benenne diese Gefühle innerlich:
Aaah, jetzt fühle ich mich ärgerlich! Aaah, jetzt fühle ich mich traurig, müde, aufgeregt, ängstlich. Und trau Dich auch, diese Gefühle auszudrücken. Wenn Du bemerkst, dass Dein Gegenüber diese Gefühle in Dir ausgelöst hat, sprich sie offen aus.
Zum Beispiel: „Weißt Du, ich fühle mich gerade sehr aufgeregt, ängstlich…“
Es ist ein Zeichen von Stärke und Mut, seine Gefühle zu äußern! Denk dran, dass es Deinem Herzen schadet, wenn Du alles in Dich „hineinfrisst“.

5. Freitag: „Dein Herz in die Sonne halten“:

Setz Dich auf das vordere Drittel eines Stuhls. Wähle am besten einen Stuhl oder Sessel mit einer hohen Lehne. Nimm Deine Arme nach hinten und wölbe Deine Brust weit nach vorne und oben, so dass der Oberkörper in eine leichte Rückbeuge kommt. Dein Kopf schaut dabei in die Weite und kann sich gerne an der Lehne anlehnen, so dass es ganz bequem ist. Stell Dir dabei vor, wie die Sonne auf Dein Herz scheint und die leuchtenden Strahlen Dein Herz wärmen und weiten! Lass den Atem tief kommen und gehen!

6. Samstag: NICHTS-TUN

Schenk Dir Ruhe und Muße und gönn deiner „Herz-Pumpe“ mal einige Augenblicke des „Nichts-tuns“! Leg Dich mal wieder in die Badewanne mit schöner Musik und Kerzenschein, verwöhne Dich und deinen Körper.

7. Sonntag: Ruhetag und Verbindung zum Wesentlichen

Zeiten der Ruhe sind Balsam für Dein Herz: Warum nicht mal wieder meditieren?
Dazu brauchst Du nicht in den Lotos-Sitz! Es reicht, wenn Du Dir öfter eine Minute Auszeit nimmst und einfach nur den Atem beobachtest! Möglichst mehrmals am Tag!

8. Bonus-Tipp: Raus in die Natur

In der Natur tankt Dein Herz auf! Wann hast Du das letzte Mal einen schönen Spaziergang gemacht? Hier kommt Dein Herz in Verbindung zu allem was ist! Damit folgst Du der Ur-Sehnsucht deines Herzens! Spüre wie die Natur Dein Sein wiederspiegelt! Du bist eins mit allem! Und das kannst Du in der Natur und in deinem Herzen spüren!

Weitere vertiefende Informationen, Tipps und gezielte Übungen bekommst Du in meinem Seminar: „Heil-Yoga für ein kraftvolles Herz“ erhalten! Hier erfährst Du mehr!

Maria Dieste

Ausbilderin für Heil-Yoga® Sie unterrichtet Yoga seit zwanzig Jahren und ist Deutschlands führende Expertin in Heil-Yoga®. In Ihrer 2009 gegründeten „Akademie für Heil-Yoga®“ bietet sie Fortbildungen und Ausbildungen an, für Yogalehrende und erkrankte Menschen, die mehr Informationen zu den Beschwerdebildern und Anleitung zur Selbsthilfe im Alltag, sowie Tipps zur präventiven Gesunderhaltung bekommen möchten. Ihr Anliegen ist es, die östliche Yogalehre und Philosophie an die individuellen Bedürfnisse des westlichen Menschen anzupassen, und zwar unter Berücksichtigung anatomischer, funktioneller und spiritueller Gesetzmäßigkeiten. Sie steht, lebt und arbeitet für ein neues, ganzheitliches Gesundheitsbewusstsein als Basis für Wohlbefinden und Erfüllung im Leben jedes Einzelnen.

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