Kinderyoga: Mutig, Stark & Selbstbewusst

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Kinderyoga zu unterrichten ist eines der schönsten Dinge, die man als Yogalehrer / Yogalehrerin machen kann.

Das Leuchten der Kinderaugen zu sehen, wenn man eine schöne Yoga-Geschichte vorliest oder die Magie der Entspannung zu erleben, wenn die Kinder es dann nach einer Weile schaffen, zur Ruhe zu kommen, ist wundervoll.

Das Herz geht auf, wenn die Eltern dir erzählen, dass die Kinder zu Hause stolz ihre Übungen zeigen oder nach der Kinderyogastunde besser schlafen, als zuvor.

Was jedoch ist es, das diese Wunder vollbringt? Sind es die Yogastellungen? Sind es die Geschichten oder was lernen die Kinder im Yoga?

Was vollbringt das Wunder beim Kinderyoga?

Yoga in seiner Gesamtheit und der Lehrer, der es schafft, das Thema so zu unterrichten, dass die Kinder „am Ball“ bleiben.

Wenn Kinder zu Yoga kommen, dann meist deshalb, weil sie es wirklich möchten. Man hat also selten Kinder, die eigentlich keine Lust haben. Das passiert nur, wenn die Kinder „geschickt“ werden.

Somit ist bereits großes Interesse und eine Grundneugierde vorhanden. Wenn dann der Lehrer das nötige Handwerkszeug hat, Themen wie Asana-Praxis, Pranayama und Meditation kindgerecht zu verpacken, dann kann nichts schief gehen. Dann passiert das Wunder, dass die einst „zappeligen“ Kinder dann in der Entspannung fast einschlafen, ganz von allein.

Das lernen die Kinder beim Yoga

Es gibt so viele positive Effekte, dass ich diese unmöglich alle nennen kann. Die Kinder bekommen durch Yoga zum Beispiel Übungen gezeigt, mit denen sie lernen können, in der heute schnelllebigen Gesellschaft ihre eigenen Ruhe-Inseln zu schaffen.

Kinder, die nicht lernen sich zurückzuziehen und mal abzuschalten, sind permanent unter Strom. Diese innere Unruhe bleibt auch beim Zu-Bett gehen bestehen und zieht sich oftmals am nächsten Tag fort. Das geht ja selbst Erwachsenen so, die durchaus in der Lage sind rational ein Problem zu erfassen und dafür eine Lösung zu finden. Kinder können das nicht und drehen dann natürlich irgendwann durch.

Durch Yoga können diese Kinder ihre innere Unruhe erkennen und erlernen einen Umgang damit. Zudem können sie mit Übungen Aggressionen abbauen oder auch Emotionen lenken, denn sie wissen oftmals nicht wohin damit und lassen es an den Eltern oder Mitschülern ab.

Übungen wie der Löwe, in denen die Kinder kontrolliert „brüllen“ dürfen, können sowohl Aggressionen abbauen als auch schüchternen Kindern mehr Kraft und Selbstbewusstsein geben.

Yoga und die dazugehörigen Atemübungen gibt somit auf den verschiedensten Ebenen einen Ausgleich und fördert die Körperbeherrschung der Kids.

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Wichtige Tipps für die Eltern

Der wichtigste Tipp: Die Kinder müssen von sich aus zur Kinderyogastunde wollen. Wenn die Kinder zum Yoga „geschickt“ werden, ist das für alle Beteiligten unmöglich. Denn diese Kinder stören den kompletten Unterricht und sind oftmals danach „unruhiger“ als zuvor, da sie einfach keine Lust haben.

Eltern, die denken, dass sich das dann im Unterricht legt, wenn sie mal dabei sind, täuschen sich. Denn die Kinder sind zwar klein, aber nicht blöd. Von daher ist es dann besser, die Kinder in die Kurse zu schicken, worauf sie auch richtig Lust haben.

Denn der Störfaktor überträgt sich dann und die Kinder, die wirklich Yoga lernen möchten, bekommen weniger Aufmerksamkeit, da der Lehrer viel mit den Störenfrieden beschäftigt ist. Von daher ist es ganz wichtig, auch zu Hause, dass die Kinder von sich aus wirklich Lust auf Yoga haben und neugierig sind. Dann macht es riesigen Spaß und Freude.

Eine Anekdote aus dem Yogaunterricht:

Ich hatte z.B. einmal zwei Jungs in meinem Kinderyogakurs, der Jüngere wollte Yoga machen, der ältere Bruder musste mit, wollte jedoch eigentlich lieber Fußball spielen. Somit hat der Ältere seinen Bruder permanent aufgezogen und gestört, wodurch der yogainteressierte Junge natürlich abgelenkt war und schlussendlich viel Quatsch mitmachte, weil sein großer Bruder ja deutlich zeigte, dass das Ganze Blödsinn sei. Letztendlich musste ich die beiden wie in der Schule trennen und es war ein großer Kraftaufwand, die Entspannung zu überstehen mit einem Jungen, der im Raum herumrannte, während die anderen die Geschichte hören wollten. Ich habe dann zwar Wege gefunden, den älteren Jungen „am Ball“ zu halten und dann auch mit den Eltern gesprochen, aber das muss nicht sein, wenn die Eltern ihre Kids nicht zum Yoga schicken.

10 Tipps zum Familienyoga zu Hause

Kinderyoga Zuhause

Wenn ein Kind gerne Yoga machen möchte, dann gibt es hier zehn Tipps für das gemeinsame Yoga praktizieren:

  1. Suche dir einen schönen Platz, eine Art Yoga-Platz, den ihr immer wieder für eure Yogastunden benutzt.
  2. Schaffe für euch ein Ritual, mit dem ihr immer anfangt. Z.B. Klangschalen schlagen oder ein Glöckchen klingeln oder vielleicht ein Om, wenn du magst.
  3. Bitte erwarte von deinem Kind nicht, dass es Yoga übt, wie ein Erwachsener. Yogaübungen wirken bei einem Kind viel schneller und das Kind weiß oft selbst, was es braucht.
  4. Lasse dein Kind die Asana aussuchen, z.B. aus einem Buch oder lese eine Yoga-Geschichte vor, die Asanas beinhaltet. (Buchtipp: „Sina und die Yoga-Katze“ von Ursula Karven ist sehr schön)
  5. Bitte korrigiere nicht an deinem Kind „herum“, denn im Yoga gibt es kein richtig und kein falsch. Wenn du dein Kind versuchst wie ein Lehrer anzuleiten, verliert es den Spaß.
  6. Nimm das Yoga eher als Spiel, frage dein Kind, welche Übung es ausprobieren möchte und lasse auch mal dein Kind dich anleiten.
  7. Nimm dir am Anfang nicht länger als 10 Minuten Yoga mit deinem Kind vor. Wenn es weiter machen möchte, ist das schön. Ihr könnt ein festes Ritual daraus machen und dabei die gemeinsame Yogazeit langsam steigern, beim nächsten Mal dann 15 Minuten üben. Die Kids sollten über die Dauer einer Yogastunden entscheiden können.
  8. Sei nicht enttäuscht, wenn dein Kind nach 5 Minuten aufhören möchte. Freue dich stattdessen, dass es 5 Minuten Yoga gemacht hat.
  9. Viele unruhige Kids, denen still sitzen zu langweilig wird, werden neugierig und aktiv, wenn etwas Spannendes passiert. Nimm z.B. einen Strohhalm und puste ein Wattebällchen von einer Raumseite zur anderen. Das ist eine wundervolle Pranayama Übung (Atemübungen) für Kinder mit viel Energie.
  10. Die Entspannung mit Kindern dauert oftmals nicht länger als 2 Minuten, also viel kürzer als mit Erwachsenen. Wenn du eine schöne Geschichte findest, kann es auch schon mal 5 Minuten Ruhe geben. Auch hier können die Kinder mit offenen Augen lauschen. Es ist nicht wichtig, dass sie mit geschlossenen Augen daliegen. Die Entspannung tut auch so ihre Wirkung.

Kinder Yoga

Viel Spaß und Freude beim Yoga mit deinem Kind. Es ist eine tolle Sache, mit Kids spielerisch Yoga zu üben und sich neue Dinge auszudenken. Und Kinder haben eine tolle Phantasie und können dir helfen, dass das Yoga richtig spannend wird.

Und am Ende werden sie durch eine Kinderyogastunde nicht nur ruhiger, sondern auch mutiger und selbstbewusster.

Romana Lorenz-Zapf

Kinderyogalehrerin Romana Lorenz-Zapf hat bereits 2009 ein Kinderyogakonzept mit dem DRK entwickelt hat, dass sowohl Kindern wie auch Jugendlichen ermöglicht, den Einstieg ins Yoga zu finden. Zusammen mit ihrem Mann Holger Zapf hat sie das <a href="http://www.unit-yoga.de/">UNIT Yoga</a> gegründet. Gemeinsam haben sie zwei Yogastudios in Hamburg und Wiesbaden und bilden bundesweit Yogalehrer sowie <a href="http://www.unit-yoga.de/kinderyogalehrer-ausbildung-aya.html">Kinderyogalehrer</a> aus. Über Yoga für Kinder und Jugendliche, gelebte Yogaphilosophie im Alltag, Pranayama sowie viele weitere Yogathemen schreibt sie auch auf ihrem <a href="http://www.unit-yoga-blog.de/">UNIT Yoga Blog</a>. Es ist ihr Ziel, Menschen durch Yoga zu erreichen und sie ihrer wahren Natur näher zu bringen.

One thought on “Kinderyoga: Mutig, Stark & Selbstbewusst

  1. Anne says:

    Ich selbst unterrichte Kinder-Yoga in einer Kita und in zwei weiteren Einrichtungen.
    Immer wieder stelle ich fest, wie die Kinder die Yoga- Geschichten und Spiele förmlich „aufsaugen“ und sogar Yogaübungen im Spielalltag mit einbauen. Sie genießen es bei Phantasiereisen mal „nichts“ tun zu dürfen.
    Bei Kinder-Yoga können die Kinder sein – Müssen nicht, sondern dürfen – bekommen Zeit für sich selbst – dürfen ihr Tempo im Tun selbst bestimmen – Erfahren wahrgenommen zu werden, so wie sie sind – Erfahren, sie sind gut so wie sie sind – Spüren, ich kann was.
    Einfache und doch so unendlich wichtige Erfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.
    „Namaste“

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