Typgerecht Essen – Eine Ernährung wie für mich gemacht

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Typgerecht essen: Wer kennt das nicht: da hat man sich gerade auf eine neue Ernährungsform eingelassen, oder versucht mit viel Mühe, gesunde Lebensmittel in seinen arbeitsreichen Alltag zu integrieren, und dann kommt schon der nächste Food-Trend um die Ecke und wirft alles bisher gehörte über den Haufen. Low Fat oder Low Carb, LOGI oder Metabolic Balance, Paläo oder vegan? Und jeder Experte verspricht mit seiner Methode Schönheit, Jugend, unbegrenzte Energie und den garantierten Erfolg. Wer ist da nicht überfordert und verloren im Dschungel all dieser Ernährungslehren?

1Typgerecht essen: Einfach mal in sich gehen

Dabei vergessen wir oft auf unseren Körper zu hören und nehmen häufig das Falsche zu uns. Unser Lebensrhythmus hat sich verändert. „To go“ ist im Trend. Wir nehmen uns keine Zeit mehr zum Kochen und Essen, sondern schlingen unsere Mahlzeiten schnell am Schreibtisch oder vor dem Fernseher hinunter. Doch anstatt dem nächsten ultimativen Ernährungstrend hinterherzulaufen, lohnt es sich, sich einfach mal selbst zu beobachten. Jeder Mensch ist individuell. Nicht nur das Denken, Handeln und Fühlen sind bei jedem Einzelnen von uns einzigartig, auch unsere Verdauung und die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln sind von Mensch zu Mensch verschieden. Warum gibt es bspw. Menschen, die essen können, was sie wollen, während andere nur unter größeren Anstrengungen Gewicht verlieren können? Und warum verträgt der eine Berge von Salat und Rohkost, während der Bauch eines Anderen dabei rebelliert?

„Unsere Nahrungsmittel sollten Heil-, unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.“ (Hippokrates)

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Bei „gesunder Ernährung“ geht es nicht nur um Vitamine, Mineralstoffe und Kalorien. Jeder Mensch ist anders und sollte seinem Typ entsprechend essen. In Indien und China gibt es mit der Ayurveda (= Lehre vom Leben) und der TCM (= Traditionelle Chinesische Medizin) jahrtausendealte Lehren über die verschiedenen Konstitutionen und Typen der Menschen und eine ganz andere Klassifizierung der Lebensmitteln als wir sie kennen. Hier werden die Nahrungsmittel nicht in vitamin- oder mineralstoffreich oder kalorienreich- oder arm unterschieden. Sie beleuchten dagegen die Art und Weise, wie die Lebensmittel im Körper wirken. Diese Lehren lassen sich natürlich auf unsere westliche Welt übertragen und können uns helfen, uns besser kennen zu lernen und die richtige Nahrung für jeden von uns zu wählen, um Wohlbefinden zu erreichen.

„Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ (Teresa von Ávila)

Yogis, die sich bereits intensiver mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt haben, sind wahrscheinlich ganz automatisch über die drei Konstitutionstypen (Doshas) im Ayurveda gestolpert:

  • Vata – der empfindsame, freiheitsliebende, offene und abwechslungsliebende Typ
  • Pitta – der scharfsinnige, energiegeladene, starke Macher-Typ
  • Kapha – der ruhige, gelassene, konsequente, gewohnheitsliebende Typ

Neben den reinen Typen, gibt es natürlich auch Mischtypen, bei denen zwei Doshas vorherrschen. Grundsätzlich trägt jeder von uns die drei Typen in sich, unterschiedlich ist nur, wie stark die Ausprägung ist.

2Typgerecht essen: Aber was haben diese Eigenschaften mit der Ernährung zu tun?

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Während beispielsweise dem Kapha Typ eine möglichst rohköstliche, frische, knackige, fettarme Küche hilft, unerwünschte Pfunde zu verlieren, muss der Vata Typ eher weniger auf die Kalorien achten. Ihm tun leicht verdauliche, warme Gerichte gut, um seine empfindliche Verdauung nicht zu überlasten. Typgerecht essen bedeutet aber nicht nur, auf die richtige Lebensmittelauswahl zu achten. Auch die Umstände sind von Bedeutung. Vata und Pitta Typ müssen für eine angenehme, ruhige Atmosphäre beim Essen sorgen, die sich nicht vom Kauen, Schmecken und Genießen ablenkt, während der Kapha Typ als geborener Genussmensch dies wahrscheinlich aus seiner Natur heraus ganz automatisch tut.

In der westlichen Welt hat sich eine vergleichbare Typenlehre entwickelt, die ganz ähnlich zum Ayurveda drei Konstitutionstypen kennt: Empfindungstyp, Bewegungstyp und Entspannungstyp und natürlich deren Mischtypen. Seinen Typ zu kennen bedeutet allgemeingültige Empfehlungen besser bewerten zu können und auf seine persönliche Konstitution anzupassen. Bestes Beispiel ist die hochgelobte Rohkost und der Frischkornbrei. Für reine Bewegungs- und/oder Entspannungstypen ist dies die vorzuziehende Kost. Ein Empfindungstyp wird mit dieser Ernährung nicht glücklich werden. Deftige Hausmannskost ist für den Bewegungstyp überhaupt kein Problem, während der Entspannungstyp damit mit großer Wahrscheinlichkeit auf Dauer zunimmt. Es lohnt sich also, herauszufinden, wie man sich selbst einzuordnen hat, um dauerhaft eine passende Ernährungsform für sich zu finden.

3Typgerecht essen: Pflanzenbasierte Vollwertkost ist immer eine gute Wahl

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Natürlich gibt es ein paar Empfehlungen, die für alle Typen gleichermaßen gelten. Die Ernährung sollte vollwertig sein, das heißt möglichst unverarbeitet, saisonal, reif und schonend verarbeitet. Je unverarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto nährstoffhaltiger und bekömmlicher. Zu einer vollwertigen Ernährung gehört auch, möglichst pflanzenbetont zu essen. Pflanzliche Nahrungsmittel sind größtenteils frei von Fett und Cholesterin, die für viele Zivilisationskrankheiten verantwortlich sind. Tierische Lebensmittel sollten nur einen geringen Teil des Speiseplans ausmachen und auch hier gilt: Finger weg von hochverarbeiteten Lebensmitteln. Mit jedem Verarbeitungsschritt gehen wichtige Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralien verloren. Die Lebensmittel enthalten dann „leere Kalorien“. Zudem werden bei der Verarbeitung von Lebensmitteln oft unerwünschte Zusatzstoffe zur Haltbarmachung, Schönung oder Geschmacks-„Verbesserung“ eingesetzt, die zu Übergewicht oder Verdauungsbeschwerden führen können.

4Typgerecht essen: Keep it simple

Daher kann man als Faustformel festhalten, dass eine gesunde Ernährung möglichst naturbelassen, pflanzenbetont und abwechslungsreich sein sollte, unabhängig davon, welchem Konstitutionstyp man zugeordnet ist. Auf den Teller gehören echte Lebensmittel, die ihrem Namen auch gebühren. Fertiggerichte, mit einer Liste an Inhaltsstoffen, die man kaum aussprechen kann, gehören sicherlich nicht dazu. Einfache, natürliche Nahrungsmittel sind immer die richtige Wahl. Und wenn Du Deiner Konstitution entsprechend essen möchtest, um Dir und Deinem Körper das Leben noch ein bisschen leichter machen willst, dann lohnt es sich in jedem Fall, herauszufinden, welches Dosha bei dir vorherrscht. Ich unterstütze Dich gerne dabei, deine passende Ernährung zu finden.

Über die Autorin: Ruth Arnold liebt Yoga, grüne Wälder, Kochen und gute Lebensmittel und ist unter dem Namen „Seelenfutter“ als Ernährungscoach (IHK) tätig. Der Fokus liegt hierbei auf einer nachhaltigen, typgerechten Ernährungsumstellung ohne Frust und Jojo-Effekt. Ihr großes Anliegen ist es, Menschen wieder eine natürliche, umweltschonende und leidfreie Ernährungs- und Lebensweise näher zu bringen.

Ruth Arnold

Ruth Arnold liebt Yoga, grüne Wälder, Kochen und gute Lebensmittel und ist unter dem Namen „Seelenfutter“ als Ernährungscoach (IHK) tätig. Der Fokus liegt hierbei auf einer nachhaltigen, typgerechten Ernährungsumstellung ohne Frust und Jojo-Effekt. Ihr großes Anliegen ist es, Menschen wieder eine natürliche, umweltschonende und leidfreie Ernährungs- und Lebensweise näher zu bringen. Mehr unter: www.seelenfutter-coaching.de

2 thoughts on “Typgerecht Essen – Eine Ernährung wie für mich gemacht

  1. Heidemarie Diehl says:

    Möchte sehr gern mehr zu diesen Ernährungsempfehlungen wissen. Seit ca. 3 Jahren kommt es mir so vor, als ob ich schon von guter Luft zunehme. Vorher gab es dieses Problem nicht.

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