Warum jede Mutter Yoga machen sollte

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Wer sind wir?

Claudia: Ich bin mittlerweile 44 Jahre alt, im mittleren Management einer IT Firma in Aachen tätig und seit zwölf Jahren fest in einer Partnerschaft. Meine Tochter Lisa ist fast 24 Jahre alt und studiert im nahegelegenen Maastricht in den Niederlanden International Business.

Conny: Ich bin 37 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und unserem knapp 5-jährigen Sohn zwischen Ulm und Augsburg im schönen Bayern. Ich bin noch recht frisch beim Yoga … habe es erst vor etwas mehr als zwei Jahren für mich entdeckt und frage mich heute, warum ich das nicht schon 20 Jahre früher ausprobiert habe. Denn eins steht für mich fest – Yoga hat mein Leben verändert und zwar im positiven Sinne.

Wie waren wir, bevor Yoga in unser Leben trat?

Claudia’s Ausgangssituation

Die Ehe mit Lisas Vater ist nach kurzer Zeit zerbrochen, so dass Lisa seit ihrem fünften Lebensjahr bei ihrem Vater lebt und nur die Wochenenden und Ferien bei mir verbracht hat. Unser Verhältnis war nicht einfach und geprägt von überzogener Bemutterung und an der Mama klammern einerseits und gegenseitigen Enttäuschungen andererseits. Einige Zeit hatten wir sogar überhaupt keinen Kontakt, obwohl wir im selben Ort leben, ausgelöst durch einen extremen Streit.

Ich war als Mutter oft ungeduldig, zu schnell zornig und habe meinen Perfektionswahn auch auf mein Kind ausgedehnt, ohne dies bewusst zu steuern. Ich wollte die perfekte Mutter sein, nach außen. Damit habe ich uns beide überfordert und mit Sicherheit oft unter Druck gesetzt.

In der Zeit ohne Kontakt zu meinem Kind habe ich mit Yoga begonnen, alleine in einem neu eröffneten Studio in Aachen. Ich habe sehr schnell gemerkt, wie gut mir diese eine Stunde in der Woche tut und habe angefangen auch zuhause Yoga zu praktizieren und meine Praxis durch Workshops zu vertiefen. Die Kontaktaufnahme zu meiner Tochter kam ganz natürlich, ohne viel darüber nachzudenken.

Wir haben anfangs nur SMS geschrieben, mehr nicht. Da sie aber auch viel Sport in einem Fitness Studio machte neben dem Studium habe ich irgendwann gefragt, ob sie nicht mir mal zum Yoga gehen wollte. Gelockt habe ich mit einer schweißtreibenden Vinyasa Yoga Klasse. Damit war der Anfang gemacht!

Conny’s Ausgangssituation

Ruhig und ausgeglichen war ich nie. Ich hatte schon immer einen Hang zur Hektik und ließ mich auch schnell reizen. Zudem habe ich unendlich viel gegrübelt – auch über Dinge, die überhaupt nicht in meinem Einflussbereich standen und darüber, was andere Menschen wohl über mich denken, wenn ich dieses oder jenes sage, tue oder anhabe.

Das Muttersein hat mich ein Stück weit erwachsener und unabhängiger von der Meinung anderer gemacht. Doch gerade als frische Mama prasseln ja unzählige Meinungen anderer auf einen ein … daher ist es gar nicht so einfach hier ruhig und gelassen zu bleiben und einfach zu tun, was man für richtig hält.

Mit Yoga wollte ich zunächst nur mein Gewichtsproblem in den Griff bekommen und war daher erst einmal nur an der körperlichen Seite interessiert. Alles andere, Meditation, Ernährung, Mantras etc. war mir viel zu esoterisch und interessierte mich überhaupt nicht.

Wenn mir damals jemand erzählt hätte, dass ich mir mal Malaketten kaufen und diese nicht nur als Schmuck tragen, sondern auch noch zur Meditation und zum Mantra Singen benutzen würde, ich hätte ihn glatt für verrückt erklärt.

Wie sind wir nun, seit wir Yoga praktizieren?

Claudia mit Yoga

Seit zwei Jahren fast praktiziere ich nun täglich Yoga, wenn auch in unterschiedlicher Form und Intensität. Wenn ich ins Yogastudio gehe, dann begleitet mich meine Tochter meistens, sogar schon einmal in einen Workshop, in dem gechantet und meditiert wurde. Dem kann sie zwar immer noch nichts abgewinnen, sagt sie, aber immerhin kommt sie ganz freiwillig mit!

Mich hat Yoga sehr verändert. Körperlich bin ich stärker, muskulöser und schlanker geworden.

Psychisch bin ich belastbarer und gelassener geworden und mental habe ich eine neue Kraft gefunden, an mich und meine Ideen zu glauben und dafür zu kämpfen.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf mein Muttersein. Die Ungeduld ist vorbei, ich kann zuhören, ohne direkt etwas dazu zu sagen. Ich freue mich über kleine Aufmerksamkeiten meiner Tochter und vertraue auf ihre Fähigkeiten. Ich muss ihr nicht mehr sagen, wo es lang geht, sondern höre erst mal, was sie mir sagt.

Ich bin insgesamt weicher geworden, nachgiebiger und bewerte viel weniger als früher. Alltagsstress habe ich kaum noch, d.h. ich rege mich nicht mehr über Dinge z.B. bei der Arbeit auf und lasse sie dann an anderen Menschen oder eben meinem Kind aus. Das ist in meinen Augen die größte und beste Veränderung, die ich durch Yoga erfahren habe.

Conny mit Yoga

Seit etwas mehr als zwei Jahren ist Yoga nun mein täglicher Begleiter. Seit dieser Zeit bin ich ein bis zweimal die Woche im Kurs und übe zuhause täglich (außer ich bin zu krank für Asanas, dann übe ich lediglich Meditation).

Yoga hat mich auf so vielen Ebenen verändert. Zunächst kamen die körperlichen Veränderungen, aber schon relativ schnell merkte ich auch Veränderungen in meiner Einstellung und meinem Denken. Dies schreibe ich zu einem Großteil auch der Meditation zu, die seit Ende 2014 ebenfalls Bestandteil meiner regelmäßigen Yoga-Praxis geworden ist.

Wo ich früher schnell schwarzgesehen und vorschnell die Flinte ins Korn geworfen habe, weil es ja alles eh keinen Sinn hat, bin ich heute schon von der Grundeinstellung her viel positiver. Ich sehe nicht mehr gleich mögliche Probleme oder Hindernisse auf mich zukommen, sondern begegne schwierigen Situationen offen und positiv. Ich mache mir auch bei Weitem nicht mehr so viele Gedanken über ungelegte Eier, wie ich es früher getan habe.

Ich bin insgesamt ruhiger und entspannter geworden – natürlich bin ich nach wie vor auch temperamentvoll und fahre mal aus der Haut, welche Mutter eines Kindergartenkindes tut das nicht? Aber auch in solchen Situationen versuche ich zunächst ruhig zu bleiben, tief durchzuatmen und so gelassen wie möglich zu reagieren.

Yoga hat mich als Mutter entspannter gemacht … und davon profitiert auch mein Sohn. Eine gestresste Mutter stresst auch ihr Kind. Ist man als Mutter entspannt, überträgt sich das auch auf das Kind. Das merke ich besonders in Zeiten, wo es mir nicht gut geht, wenn ich krank und daher schneller reizbar bin, empfinde ich auch mein Kind als anstrengender. Geht es mir gut und bin ich zufrieden und entspannt, habe ich ein pflegeleichtes Kind.

Was sagt eigentlich das Kind dazu?

Kinderyoga

Claudia’s Tochter (24 Jahre)

Meine Mama hat sich immer schon für Yoga interessiert, allerdings eher gelegentlich und aus Spaß neue Dinge auszuprobieren. Seit einiger Zeit scheint es jedoch, als hätte Yoga ihren kompletten Lebensstil verändert, angefangen bei der Ernährung, über das körperliche Bewusstsein bis hin zu der generellen Lebenseinstellung.

Man muss dazu sagen, dass ich auch sehr gerne Yoga mache, aber aus rein sportlichen Gründen und den spirituellen Aspekt im Gegensatz zu meiner Mutter eher skeptisch sehe. Seitdem meine Mama jedoch täglich Yoga praktiziert, wirkt sie glücklicher und mehr mit sich im Reinen. Die regelmäßige Yogapraxis hat aus meiner Mama natürlich keinen neuen Menschen gemacht, aber sie scheint zufriedener zu sein und das ist schließlich eins der wichtigsten Dinge im Leben.

Conny’s Sohn (knapp 5 Jahre)

Mein Sohn war von Anfang an begeistert von dem, was ich da tue. Zu Beginn war er gerade zweieinhalb Jahre alt und hat mich vorwiegend nachgeahmt. Und wenn man sich kleine Kinder mal in ihrem ganzen Bewegungsablauf ansieht, dann sieht das eh verdammt nach Yoga aus. Ich habe ihn daher immer integriert, wenn er gerne mitmachen wollte, bzw. ihn SEIN Yoga machen lassen, während ich meines gemacht habe.

Nach einem halben Jahr habe ich ein Buch gekauft, in dem das Thema Yoga für Kinder ganz spielerisch, mit vielen Fotos und in Geschichten eingebettet, angegangen wird. Das war genau das Richtige für uns. Es hat ihm richtig Spaß gemacht, die Asanas auszuwählen und nachzuturnen. Besonders gefielen ihm auch die Partnermassagen und Traumreisen auf der dazugehörigen CD. Diese gehörten recht schnell zu unserem Abendritual. Zwischendurch war sein Interesse auch wieder weniger geworden. Ich habe ihn jedoch nie bedrängt, sondern habe mich gefreut, wenn er Yoga machen wollte, aber wenn er keine Lust hatte, war das auch in Ordnung.

Mit viereinhalb hat er dann im Kindergarten seinen ersten eigenen Yoga-Kurs mitgemacht und war total begeistert. Seitdem spielt das Thema Kinderyoga auch wieder eine größere Rolle in seinem und unserem Alltag. Aktuell ist er auf den Geschmack des Mantra-Singens gekommen, nutzt dazu auch bevorzugt eine meiner Malaketten und möchte nun unbedingt auch eine eigene haben. Auch von einer eigenen Kinderyogamatte spricht er immer öfter und dass wir dann ein größeres Yoga-Zimmer benötigen, damit unsere beiden Matten nebeneinander dort Platz haben.

Für meinen Sohn gehört Yoga einfach zu seiner Mama dazu. Er kennt es ja nicht anders. Daher kann er später mal auch keinen Bericht dazu abliefern, wie ich mich durch Yoga verändert habe. Für ihn ist Yoga – mit allem was dazu gehört (Matten, Blöcke, Malas, Mantras etc.) – etwas ganz Normales und Alltägliches, einfach dadurch, dass er damit aufwächst.

Yoga hat mir den Weg gezeigt, meinen wahren Kern wieder zu finden und ist integraler Bestandteil meines Lebens. Ich habe mich durch die Praxis so verändert, wie ich es früher nicht für möglich gehalten hätte und freue mich darüber jeden Tag. Muttersein fühlt sich jetzt natürlich, entspannt und schön an. Ein ruhiges und sehr stabiles Gefühl. Unser Verhältnis ist natürlich nicht perfekt, aber das muss es auch gar nicht! Ich freue mich darüber Mutter zu sein, weil es heute dank Yoga so entspannt und liebevoll ist.
CLAUDIA

Yoga hat mein Leben bereichert und verändert. Yoga hat MICH verändert. Ich mag die neue Conny und hoffe, dass ich etwas von meiner Positivität und meinem Yoga an andere – vor allem auch an meinen Sohn – abgeben und übertragen kann.
CONNY

Unser gemeinsames Abschluss-Fazit

Wir sind beide (durch unsere eigenen Erfahrungen) der Meinung, dass Yoga Müttern gut tut. Yoga hat uns transformiert und zwar auf vielen verschiedenen Ebenen. Die positiven Veränderungen erlebt und spürt jeder, der regelmäßig praktiziert, dies kann man in unzähligen Blogs und Zeitungsartikeln lesen und dies berichten die Mit-Yoginis in Kursen und Workshops.

Unsere Empfehlung an jede Mutter lautet daher: fange an mit Yoga! Eine anfängliche Stunde pro Woche ist für jede Mutter machbar, probiere vielleicht unterschiedliche Stile und Lehrer aus, bis du das gefunden hast, was zu dir passt und praktiziere das, was dir gut tut und wobei du dich wohlfühlst.

Yoga ist natürlich kein Expresszug, der innerhalb von 2 Wochen alles im Leben zum Positiven verändert, aber es lohnt sich und nach einiger Zeit werden sich Änderungen bemerkbar machen. Mit Sicherheit!
Namaste!

Claudia und Conny

<b>Claudia (Bhakti Kaur)</b> ist begeisterte <a href="http://grenzgaengerei.de">Bloggerin</a>, Fotografin, Yogini und hauptberuflich IT-Produktmanager. Sie praktiziert täglich zuhause Yoga (Kundalini und Hatha) und interessiert sich für alle seine Aspekte (Meditation, Asana, Chanting, Mudra …). Ihre täglichen Yoga-Challenges teilt sie über <a href="https://instagram.com/diayoga/">Instagram</a> mit einer stetig wachsenden internationalen Yoga-Community. <b>Conny</b> ist begeisterte Hobby-Schreiberin mit eigenem <a href="http://allmytruestories.wordpress.com/"> Blog</a> und kam 2013 eher zufällig zum Yoga. Sie versucht, es täglich zuhause auf die Matte zu schaffen und interessiert sich für viele Aspekte des Yoga (Asanas, Meditation, Ayurveda …). Ihre persönlichen Yoga-Erfahrungen teilt sie über ihr Blog und Instagram (<a href="http://instagram.com/connyz1977">connyz1977</a>) mit der Yoga-Community.

4 thoughts on “Warum jede Mutter Yoga machen sollte

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  3. Nicole says:

    Sehr schöner Artikel ihr zwei!
    Möchte gern dazu einen Kommentar abgeben:
    Ich kenne Conny persönlich, wir haben zusammen studiert.
    Wie sie ihre Persönlichkeitsveränderung beschreibt entspricht absolut den Tatsachen!
    Sie war schon damals ein sehr positiver und aufgeschlossener Mensch, aber manchmal auch etwas hektisch, unsicher und oft selbstzweifelnd. Hat oft gegrübelt, wo es eigentlich nichts zum Grübeln gab. Hat sich manchmal „kleiner“ gemacht, als sie eigentlich ist (Du weißt wie ich das jetzt meine! 😉 ).
    Nach dem Studium hatten wir nur wenig Kontakt über die einschlägigen Plattformen oder mal per SMS, aber genug, um die Verbindung zu halten und um mitzubekommen, wie YOGA in ihr Leben trat.
    Letztes Jahr haben wir uns nach 10 Jahren das 1. Mal wiedergesehen, zum Kurstreffen mit den Kommilitonen, und was soll ich sagen? Einen so ausgeglichenen Menschen mit soviel positiver Ausstrahlung, daß es einen förmlich in den Bann zieht, und dazu noch als Mutter eines Kleinkindes, trifft man selten oder nie! Conny ist selbstsicherer, in sich ruhiger, entspannter, irgendwie auch überlegener als früher, ohne dabei jedoch überheblich oder arrogant zu wirken. Sie strahlt aus, dass sie jetzt weiß wer sie ist, was sie kann und was sie will und diese Aura ist echt überwältigend. Als sie dann noch die Krähe (oder so), mittem im Restaurant vor all den jungen Männern vorgeführt hat, hat sie uns alle verblüfft.
    Ich kann nur sagen, BRAVO! und ich freue mich, daß Conny, eine schon immer sehr liebenswerte junge Frau, jetzt zu ihrer Mitte gefunden hat! Und auch für Claudia freue ich mich, daß YOGA ihr Leben so positiv beeinflusst hat.
    Alles Gute für Euch beide weiterhin!
    Liebe Grüße, Nicole

  4. Narayani says:

    Ich kann das nur bestätigen: Yoga ist etwas ganz Wertvolles. Und wer es schafft, sich wirklich darauf einzulassen, wird die besten Erfahrungen seines Lebens machen. Ich bin absolut dankbar für diese Erfahrung. Ich bin endlich auf dem Weg zu mir selbst. und nicht nur ich profitiere davon…nein auch meine Umgebung und natürlich meine Kinder. Ich wünsche ganz vielen Menschen diese positiven Erfahrungen Namaste 🙂

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