Yoga für Kinder: Spaß und Entspannung

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Yoga speziell für Kinder ist keineswegs eine neumodische Erscheinung, sondern gibt es schon seit über 25 Jahren. Von Yoga für Babys, über Yoga für Teenager bis hin zu Yoga für verhaltensauffällige Kinder. Die Anwendungsgebiete sind breit gefächert und können im Kindergarten, in der Schule oder auch zuhause eingesetzt werden. Yoga für Kinder unterscheidet sich leicht vom Yoga für Erwachsene, doch die Ziele sind am Ende die selben.

1Was unterscheidet Yoga für Kinder vom Erwachsenenyoga?

Die Asanas, welche beim Kinderyoga durchgeführt werden, sind exakt die Gleichen wie beim Yoga für Erwachsene. Der größte Unterschied ist jedoch die Art und Weise der Durchführung der Asanas und die Stundengestaltung. Im Yogakurs für Erwachsene gibt es genaue Anleitungen für die einzelnen Asanas, welche vom Lehrer oder der Lehrerin erklärt werden. Wenn Kinder Yoga machen, begeben sie sich einfach direkt in die Asana und identifizieren sich sogar mit den Namen. Beim herabschauenden Hund werden die Kinder direkt Bellen, die Katze wird ganz sicher von einem Miauen begleitet.

Den Kindern geht es nicht darum, ob die Fuß- und Handhaltung korrekt ist, sondern sie verinnerlichen die Übungen für sich und werden Eins mit ihnen. Nicht die Ausrichtung des Körpers steht im Vordergrund, sondern die Eigenschaften und die Themen der Übungen sind für die Kinder interessant. Gerade deshalb bietet es sich an, die Asanas mit kleinen Geschichten zu begleiten, denn Kinder lieben Geschichten und können sich mit ihrem Handeln besser identifizieren. Die Kinder befinden sich in einer Yogastunde im Hier und Jetzt, deshalb sieht eine Yogastunde bei Kindern auch immer anders aus, als die Yogakurse für Erwachsene.

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2Wie wirkt sich Yoga auf Kinder aus?

Grundsätzlich ist wichtig, dass man sich, bevor man Yoga für Kinder anbietet, bewusst macht, mit welcher Altersklasse man es zu tun hat und in welchem Entwicklungsstadium sich die Kinder befinden. Die sprachliche Entwicklung macht zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr einen großen Sprung. Mit ca. 2 Jahren fangen Kinder an, die ersten Zweiwort-Sätze zu sprechen. Ab dem ca. 3. Lebensjahr sind sie schon in der Lage, kurzen Geschichten und Anleitungen zu folgen. Die Konzentrationsfähigkeit liegt in dieser Alterspanne ungefähr bei 10 Minuten. In diesem Alter ist für ein Kind alles die Wirklichkeit, was es sich vorstellt. Es fängt an Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung zu erkennen und es verfügt über die Vorstellungskraft des Rollenspiels. Ab ca. 3 Jahren beginnen Kinder ebenfalls, Emotionen zu erkennen, sie sind jedoch immer noch in ihrem Egozentrismus gefangen. Regeln befolgen und sich in einer Gruppe zurechtfinden klappt bei Kindern erst ab ca. 3 Jahren. Ab 4 Jahren gelingt es ihnen dann auch, sich in Andere hineinzuversetzen und Rücksicht zu nehmen.

Jetzt könnte man sich natürlich die Frage stellen, warum Kinder überhaupt Yoga machen sollten, wenn sie sich doch eh im Hier und Jetzt befinden und ihnen Schneidersitz und Co. noch ganz leicht gelingt. In unserem heutigen Zeitalter ist es jedoch leider so, dass der Druck auf Kinder, bedingt durch die Schule und das soziale Umfeld, immer mehr und immer früher steigt, so dass sie kaum die Möglichkeit haben, sich selber zu erfahren und zu entdecken. Durch die neuen Medien und vorgefertigte Produkte nimmt auch mehr und mehr die Kreativität und die Phantasie bei Kindern ab. Kinder haben häufig kein Gefühl für An- und Entspannung und wissen oft nicht, wie sie mit ihren Emotionen umgehen sollen, da der schnelllebige und vollgestopfte Alltag sie völlig vereinnahmt.

Yoga kann dabei helfen, den Kindern das Gefühl des ‚Kind-sein‘ zurückzugeben.

Begleitet durch Geschichten und kleinen Spielen, können Kinder ihre Phantasie ausleben und sich in andere Welten hineinversetzen. Beim Kinderyoga müssen sie sich nicht miteinander vergleichen und dürfen ihren Emotionen freien Lauf lassen. Kinder bekommen durch Yoga die Möglichkeit, sich auf spielerische Art und Weise zu entspannen und einen unbewussten inneren Druck loszuwerden.

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Yoga für Kinder baut nicht nur Spannungen ab, sondern beruhigt ebenfalls ihre Atmung, verbessert die muskuläre Leistungskraft, schult die Koordinationsfähigkeit und Konzentration. Sie lernen sich zu spüren und nehmen sich selbst und ihre Umgebung intensiver wahr. Ihr Sozialverhalten wird gefördert und durch die Spiele und Geschichten das Erinnerungsvermögen positiv beeinflusst. Kinder entdecken die Welt mit einer Neugierde, die wir Erwachsenen oftmals verlernt haben und sie haben große Freude an den kleinen Dingen. Deshalb sollte beim Yoga für Kinder auch der Spaß am Tun und an der Bewegung im Vordergrund stehen und die Übungen sich an den jeweiligen Altersstufen orientieren, um Frust und Lustlosigkeit zu vermeiden.

3Ab welchem Alter kann man Yoga für Kinder anbieten?

Schon die Kleinsten können Yoga machen! Wichtig ist jedoch, die Angebote an das Alter anzupassen. Bei Kindern bis zu 4 Jahren, sollte man spielerisch herangehen und die Stunde nicht länger als 10 Minuten machen, da sonst die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Kinder zwischen 5 bis 6 Jahren können sich schon länger konzentrieren (45-60 Minuten) und mögen eine Abwechslung zwischen Yogaübungen und Geschichten bzw. Spielen. Ab dem Grundschulalter kann man dann etwas ernsthafter an die Asanas heran gehen. Ab der Pubertät kann man Yoga wie für Erwachsene anbieten, sollte jedoch bestimmte Übungen einbauen, die auf die Themen, Probleme und Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen.

4Wie bringt man Kinder am besten an Yoga heran?

Oberste Prämisse ist, dass die Kinder nichts Müssen!

Kinder können nur loslassen, wenn sie nicht ständig korrigiert oder zu Dingen gezwungen werden, auf die sie keine Lust haben.

Grundsätzlich sollte man nur solange mit den Kindern üben, wie sie Spass dran haben. Die Zeit sollte nicht im Vordergrund stehen und auch sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein noch so schön gestalteter Stundenplan völlig über den Haufen geschmissen werden kann. Gerade im Kindergartenalter bietet es sich an, Geschichten einzusetzen in denen viele Tiere vorkommen. So kann man gleichzeitig einfache Asanas einsetzen und die Geschichten jedesmal ein Stück weiter erzählen. In der Grundschule kann man Karten einsetzen, auf denen einzelne Asanas abgebildet sind und die Kinder frei wählen lassen.

Kinder haben ebenfalls großen Spass daran, selber die Rolle des Lehrers bzw. der Lehrerin einzunehmen und die Übungen vorzuführen. Ihr Selbstbewusstsein wird dadurch gestärkt und das Interesse am Mitmachen geweckt. Wenn man merkt, dass Kinder voller Energie und Tatendrang sind, kann man sie auch einfach nur herumrennen und laut brüllen lassen, um die angestaute Energie abzubauen und dann in die Entspannung übergehen.

Die Yogastunde kann im Kindergartenalter ruhig zwischen 45-60 Minuten lang sein. Wichtig ist, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und die Übungen demnach anzupassen. Die Stunde kann also entweder aus Atem-und Entspannungsübungen bestehen, spielerisch mit Geschichten und passenden Asanas gestaltet werden oder sich aus Bewegungsspielen und Massagen zusammensetzen.
Für Kinder sind Rituale ganz wichtig. Sie geben ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Deshalb bietet sich es an, die Stunde zum Beispiel immer mit dem gleichen Bewegungsspiel einzuleiten, um Vertrauen zu schaffen und die Aufmerksamkeit Aller zu gewinnen.

Und nicht vergessen…Kinder mögen Lob und Belohnungen! Am Ende einer Yogastunde sollte eine kleine Belohnung stehen. Das kann ein schönes Ausmalbild oder eine spannende Entspannungsgeschichte sein.

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Habt ihr schon Erfahrung im Bereich Yoga für Kinder gesammelt oder bietet ihr sogar Yogastunden für Kinder an?

2 thoughts on “Yoga für Kinder: Spaß und Entspannung

  1. Katrin says:

    Hallo, ich bin Erzieherin und mach schon seit einigen Jahren Yoga mit den Kinder um Kindern im Kindergarten (Alter 3-6).
    Da wir offen arbeiten, wählen sich nur Kinder ein, die tatsächlich Lust auf Yoga haben. Der Aufbau meiner Yogastunden:
    – zuerst PME
    – Begrüßung mit Gesang
    – aufwärmen des Körpers, allerdings nicht mit dem Sonnengruß da er zu komplex ist
    – vorstellen und üben der Asanas welche in der Geschichte vorkommen
    – lesen der Mitmachgeschichte die Kinder führen die Asanas an den passenden Stellen durch
    – Traumgeschichte und Autogenes Training
    – Massage mit Massagegeschichte, das lieben die Kinder am meisten
    – die Kinder sprechen über die Asanas
    – Verabschiedung mit Gesang

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