Yoga im Alltag: Gesunde Gelenke

Yoga im Alltag: Gesunde Gelenke

Immer mehr Menschen leiden vermehrt unter Gelenkerkrankungen und stehen vor der Entscheidung sich künstliche Gelenke einsetzen zu lassen!

In den Yogakursen begegnen uns oft Betroffene mit schmerzenden Gelenken, für die etliche Asanas beschwerlich und mühsam sind.

Was brauchen die Gelenke um gesund zu funktionieren und was kann im Alltag helfen, sie beweglich und geschmeidig zu erhalten?

Symbolik: Das ist ein Gelenk

Die Gelenke im menschlichen Körper sind die beweglichen Verbindungen zwischen zwei Knochen und ermöglichen die Bewegungen in verschiedene Richtungen. Je nachdem wie ein Gelenk gebaut ist. Das Wort „Ge-lenk“ kommt vom deutschen Wort „Lenken“ und beinhaltet schon symbolisch, dass hier Bewegungen gelenkt werden.

Aufbau: So funktionieren Gelenke

Ein echtes Gelenk hat zwei Gelenkflächen: den Gelenkkopf und die Gelenkpfanne. Dazwischen befindet sich der Gelenkspalt. Die Gelenkflächen der gegenüberliegenden Knochen sind von einer Knorpelschicht überzogen. Der Knorpel ist elastisch und fängt wie ein Stoßdämpfer den Druck auf die Knochen ab. Gelenkkopf und Gelenkpfanne sind von einer bindegewebigen Kapsel umschlossen, die aus zwei Schichten besteht. Die äußere Schicht dient der Stabilität des Gelenks und ist mit den verlaufenden Bändern verwachsen. Die innere Schicht wird von einer Schleimhaut gebildet, die aus Blutgefäßen besteht und die Gelenkschmiere absondert. Diese zähflüssige Flüssigkeit verhindert zusammen mit dem Knorpel die Reibung zwischen den Knochen während der Bewegung.

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gesunde-gelenke-in-jedem-alter Wir haben unterschiedlich gebaute Gelenke im Körper. Da gibt es das Scharniergelenk des Knies, das Kugelgelenk der Hüfte und der Schulter. Weiterhin finden wir die Eigelenke der Handgelenke, die Drehgelenke von Elle und Speiche und das Sattelgelenk des Daumens, die über die Bauweise die verschiedenen Bewegungsrichtungen ermöglichen.

Das Ausmaß der Gelenkbeweglichkeit wird durch die Gelenkform, den verlaufenden Bändern sowie den zugehörigen Muskeln bestimmt. Mit Hilfe der Sehnen und der Muskulatur werden die Bewegungen ausgeführt. Daher ist es sehr wichtig, in welchem Zustand sich die Muskeln und Sehnen befinden. Sowohl Knorpel als auch die Gelenk-Kapsel benötigen als Erhaltungsreiz und zur Ernährung einen regelmäßigen Wechsel von dynamischer Bewegung und Entlastung, da sich ansonsten die Gelenkschmiere vermindert und der Gelenkknorpel schrumpft. Wird die Kapsel jedoch über einen längeren Zeitraum übermäßig beansprucht, kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Gelenkschmiere, dem sogenannten Gelenkerguss.

Auch die Muskulatur braucht Kraft, Ausdauer, Dehnung, Entspannung sowie Reaktions- und Koordinations-Reize um den täglichen Beanspruchungen standhalten zu können.

Bei mangelnder Bewegung erschlaffen die Muskeln oder verspannen und verkürzen sich. Dies hat Auswirkungen auf die Stabilität sowie auf die Beweglichkeit der Gelenke.

Die geistig-seelische Bedeutung der Gelenke

Auf der geistig-seelischen Ebene sind Gelenke Zonen, in denen es um Lebendigkeit und Stabilität geht. Gelenke sind Drehorte im Körper, wo sich entscheidet in welche Richtungen es geht und die mit der Gesamt-Haltung zu tun haben! In Verbindung mit den Knochen zeigen sie an welchen „Halt“ ich im Leben habe, wie ich mich „ver-halte“, welche „Haltung“ ich einnehme. Über das achtsame Hineinfühlen und –spüren in die Gelenke kann man auf den geistig-seelischen Zustand in Alltagssituationen rückschließen.

Gelenke können sich trocken, spröde, locker, unbeweglich, träge, leblos, verzogen, schwach, kalt, heiß aber auch rutschig, gleitend, schmierig, belastbar, beweglich, lebendig etc…. anfühlen.

Ein Gelenk was sich unbeweglich anfühlt lässt darauf schließen, dass man auch in Lebenssituationen verlernt hat, sich an die Gegebenheiten anzupassen, ein Mangel an innerer Beweglichkeit vorhanden ist. Ein trockenes Gelenk könnte Antwort darauf geben, dass das Leben „austrocknenden“ Zuständen unterliegt. Dies könnte bedeuten, dass man sich in bestimmten Situationen absolut überfordert. Ein heißes Gelenk weist möglicherweise darauf hin, dass man im Leben bestimmte Gefühle, wie Wut, Zorn, Aggression, nicht ausdrücken kann und sich diese auf die Gelenke niederschlagen. Lockere Gelenke deuten darauf hin, dass es an innerer Stabilität mangelt und vom Leben hin- und hergerissen werde. Dass keine eindeutige Haltung bezogen werden kann.

Diese Hinweise sollten als Denkanstöße gesehen werden, um bei sich selber zu schauen, was die Botschaft des Symptoms auf körperlicher Ebene sein könnte, und sind nicht dogmatisch zu verstehen!

Yoga als ganzheitliches System

Das Ziel des Yoga ist Körper, Geist und Seele miteinander zu verbinden und ein Gleichgewicht auf allen Ebenen zu finden. Hierbei wirkt eins ins andere.

Starke Gelenke durch Yoga
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Yoga bietet umfassende, ganzheitliche Methoden, um sich selbst mit seinem ganzen Wesen besser verstehen zu können. Es geht in der Hauptsache darum, der inneren Körperweisheit zu vertrauen, und die Botschaften des Körpers verstehen zu lernen. Aus der Sichtweise des Yoga wird der Körper als Werkzeug gesehen, mit dem wir uns in diesem Leben auf allen Ebenen ausdrücken und erfahren können. Über den achtsamen und koordinierten Umgang mit diesem „Werkzeug“ werden Möglichkeiten an die Hand gegeben, aufmerksamer mit dem Körper umzugehen. Dadurch wirkt sich Yoga positiv auf die Gesundheit auf allen Ebenen aus.

Im Yoga wird gelehrt in den Körper hineinzuspüren und über die schonenden und behutsamen Bewegungen in Verbindung mit dem Atem neue Impulse und Informationen an die Körperzellen zu geben. Der Atem wird hier als Energieträger verstanden, der die Außenwelt mit der Innenwelt verbindet. Im Yoga bezeichnen wir die Atemführung als Pranayama.

Über den Atem wird das Lebenselixier „Prana“ aufgenommen. Das Wort Prana kommt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet „Lebenshauch“ oder „Lebenskraft“. Es ist mit dem deutschen Wort „Odem“ oder dem chinesischen Begriff „Chi“ gleichzusetzen.
Die Körperhaltungen des Yoga, die sogenannten „Asanas“, beeinflussen außerordentlich förderlich die Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven, den Blutkreislauf und Lymphsystem.

Die achtsame Hinführung in die verschiedenen Asanas wirken unter anderem auch auf das gesamte Gelenksystem. Hierbei wird der anatomische Aufbau der Gelenke berücksichtigt.

Um die Gelenke geschmeidig zu halten werden diese in alle Bewegungsrichtungen mobilisiert, gekräftigt und gedehnt. Die Dehnungen bewirken, dass die Muskulatur elastisch wird und die Blutzufuhr besser zirkulieren kann. Über die angeregte Zirkulation in den Blutgefäßen werden die umliegenden Gewebe besser ernährt und versorgt.

Die intensive Atmung bewirkt, dass vermehrt Sauerstoff aufgenommen wird und damit auch das Blut besser fließen kann. Dies macht sich als „Energieschub“ bemerkbar. Der Körper wird vitalisiert und belebt.

Die Konzentrationsübungen helfen, den Geist neu auszurichten und mental die Körperübungen zu begleiten. Es wird ein positives Körperbild erschaffen, was den Körperzellen zusätzliche Impulse gibt, sich entsprechend neu zu formen. Entspannungs- und mentale Energielenkungen runden den Übungsweg des Yoga ab und bewirken Wohlgefühl auf allen Ebenen.

Flexibel mit Yoga
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Kennst Du die Bedürfnisse Deiner Gelenke?

Zunächst stell Dir zu Deinen Gelenken einige Fragen:

Wie sicher fühle ich mich in meinem Leben? Habe ich genügend Halt? Wie gehe ich mit ungewohnten Herausforderungen um?
Bin ich flexibel und anpassungsfähig?
Gibt es Situationen in denen ich mich überfordere?
Was fühle ich gerade und gelingt es mir meine Gefühle konkret auszudrücken?

Spüre in Deine Gelenke hinein und frage sie konkret, was sie brauchen!

10 einfache Alltagsübungen, für die Du nicht mal eine Yogamatte brauchst!

Mobilisieren, mobilisieren, mobilisieren.
Das bedeutet: Bewege die Gelenke täglich in ihrer Grundform, ohne sie zu belasten!
Übe die Bewegungen im Atemrhythmus, damit sofort genügend Sauerstoff und „Prana“ fließen kann!

    Schultergelenke:

  1. Schultern mehrmals kreisen lassen, nach oben, hinten und unten.
  2. Dehne die Oberarme aus den Schultergelenken heraus, um Raum im Gelenk zu schaffen. Dazu breite die Arme seitlich aus, verlängere die Arme aus den Schultergelenken und stell Dir dabei vor, wie jemand Deine Arme ganz lang zieht. Der Atem fließt dabei ruhig weiter.
  3.  
    Ellbogen:

  4. Die Unterarme beugen und strecken.
  5. Die Arme nach vorne ausstrecken und die Handflächen nach oben und unten drehen.
  6.  
    Handgelenke:

  7. Mit den Händen „winken“: Die Hände in alle Richtungen bewegen: abwinkeln nach oben und unten.
  8. Hände nach innen und außen bewegen.
  9. Dich vor eine Wand stellen, die Arme nach vorne ausstrecken, die Hände an die Wand legen und Dich von der Wand weg drücken.
    Stell Dir dabei vor, wie die Schultern nach hinten ziehen, die Arme nach vorne schieben!
  10.  
    Hüftgelenke:

  11. Die Hüftgelenke aktivierst Du, wenn Du auf einem Bein stehst, Dich an einer Wand oder Stuhl festhältst und das andere in Kreisform bewegst. Das ist genau der Erhaltungsreiz, den die Knorpelmasse braucht um sich zu regenerieren!
  12.  
    Knie:

  13. Die Knie freuen sich, wenn Du sie ohne Belastung öfter beugst und streckst! Dazu baue Dir eine eigene „Baumel-Bank“, in dem Du Dich auf einen Tisch setzt und die Beine einfach nur locker „baumeln“ lässt!
  14. Was fällt Dir selber zu Deinen Fußgelenken ein? Probiere doch einfach mal etwas aus!
Maria Dieste

Ausbilderin für Heil-Yoga® Sie unterrichtet Yoga seit zwanzig Jahren und ist Deutschlands führende Expertin in Heil-Yoga®. In Ihrer 2009 gegründeten „Akademie für Heil-Yoga®“ bietet sie Fortbildungen und Ausbildungen an, für Yogalehrende und erkrankte Menschen, die mehr Informationen zu den Beschwerdebildern und Anleitung zur Selbsthilfe im Alltag, sowie Tipps zur präventiven Gesunderhaltung bekommen möchten. Ihr Anliegen ist es, die östliche Yogalehre und Philosophie an die individuellen Bedürfnisse des westlichen Menschen anzupassen, und zwar unter Berücksichtigung anatomischer, funktioneller und spiritueller Gesetzmäßigkeiten. Sie steht, lebt und arbeitet für ein neues, ganzheitliches Gesundheitsbewusstsein als Basis für Wohlbefinden und Erfüllung im Leben jedes Einzelnen.

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