Yoga Vidya: Was ist dran an der größten deutschen Yoga-Community?

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„Yoga, Ayurveda, Meditation und spirituelles Leben“ ist das Leitmotiv von Yoga Vidya, das inzwischen in 80 Städten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden mit Centern und Schulen vertreten ist. Hinzu kommen vier Seminarhäuser – Ashrams –, Ausbildungsstätten für Yogalehrer und ein europaweites Netzwerk aus Berufsverbänden und Kooperationspartnern. Wir geben euch in diesem Beitrag einen kurzen Überblick über diesen riesigen eingetragenen Verein.

1Die Philosophie von Yoga Vidya

Seine schiere Größe macht den Verein Yoga Vidya kaum übersehbar in Deutschlands Yoga-Landschaft. Will man Yoga in einem der Center praktizieren, setzt das natürlich eine Mitgliedschaft voraus. Die vielen Mitarbeiter und Lehrer arbeiten zum Teil ehrenamtlich im „selbstlosen Dienst“, sodass die Yogakurse recht kostengünstig angeboten werden können.

„Vidya“ übersetzt der Verein mit „Wissenschaft“ und „Weisheit“. Er verfolgt laut den Grundprinzipien das Ziel, Yoga so weit wie möglich zu verbreiten. Der Einzelne soll von der umfassenden Praxis nicht nur seine Gesundheit und Persönlichkeit stärken, sondern auch Spiritualität und ein leichtes Leben erfahren sowie „Lichtpunkte im Lichtnetz der Erde setzen“, wie es heißt.

Kurz: Inneres Wohlbefinden, Glück und Harmonie, Weltfrieden und „Gottverwirklichung“ erlangen.

In der Gemeinschaft sollen, durch möglichst viele und immer mehr „idealistisch gesinnte Menschen“, Kräfte gebündelt werden. Nach dem Vorbild des indischen Ashrams bilden die Yoga Vidya Sevaka Gemeinschaften kleine, spirituelle Gruppen, die einer festen Lebenseinstellung und strikten Regeln folgen, darunter „uneigennütziges Dienen“, ein „disziplinierter Lebensstil“, „spirituelles Wachstum“, „Gleichheit“ und eine „gewaltfreie Kommunikation“. Dazu gehört auch der Verzicht auf Fleisch, Fisch, Alkohol, Tabak und Drogen. Durch diese Lebensweise und -einstellung soll eine Balance geschaffen werden zwischen dem alltäglichen, modernen Leben und den alten Yoga-Traditionen.

2Wer steckt hinter Yoga Vidya?

Gründer des Vereins ist Sukadev Volker Bretz, der 1992 in Frankfurt am Main den Verein Yoga Vidya e.V. eintragen ließ. In der Tradition von Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda stehend, hat der „nichtkommerzielle“ Verein seitdem das erklärte Ziel, „Yoga zu leben und weiterzugeben“.

Volker Bretz ist seit den 1980er Jahren aktiver Yogi (vor allem im Kundalini Yoga) und ging unter anderem bei Swami Vishnu-devananda in die Lehre. Er trägt den Titel eines Acharyas.

Einen kleinen Eindruck von ihm erhaltet ihr in diesem Yoga Vidya Meditationsvideo:

Die Leitungen in den Ashrams übernehmen Yogalehrer und Ausbildungsleiter, darunter Shivakami Bretz, Narada Marcel Turnau, Keshava Schütz und Sukadev Volker Bretz selbst. In der zehnköpfigen Strategie-Kommission sind zudem der Koordinator der Stadtzentren sowie jeweils ein Sevaka aus den Zentren und einer aus dem Ashram vertreten.

Im „Hauptashram“ in Bad Meinberg leben 200 Sevaka. Es ist für etwa 1.000 Gäste ausgelegt:

3Was sind die Zukunftspläne von Yoga Vidya?

Die Yoga Vidya-Gemeinschaft soll weiter wachsen. Daher planen die Köpfe hinter dem Verein, zusätzliche Ashrams und Center zu eröffnen und weitere (europäische) Länder zu erschließen. Um diese Expansion zu ermöglichen, sucht Yoga Vidya ständig nach neuen Mitarbeitern, Gemeinschaftsmitgliedern, Helfern und Gästen.
Wer in einem Ashram lebt und arbeitet, erhält kein festes Gehalt, stattdessen freie Verpflegung, Unterkunft, die Übernahme von Sozialversicherungen, ein „Taschengeld“ und die kostenlose Teilnahme am Yoga Vidya-Angebot. Die Arbeitszeit beträgt 42 Stunden pro Woche, verteilt auf sieben Arbeitstage, und 30 Urlaubstage pro Jahr.

Entscheidungen werden in den jährlichen Mitgliederversammlungen, in der Sevakaversammlung, im Shanti-Rat, in der Strategie-Kommission, sowie in den Ashrams selbst von den Bereichs-, Team- und Zentrumsleitern getroffen.

Eine der Visionen ist zudem, Yoga (und den Verein) stärker in der Mitte der Gesellschaft zu verankern, indem Yoga etwa in Schulen und Kindergärten unterrichtet wird, in der Medizin, der Psychotherapie und im Sport eingesetzt und Teil der Kunst und Erholung wird.

4Kritische Stimmen zu Yoga Vidya

Als „Seelenfänger” und „Geschäftemacher“ wird Volker Bretz von seinen Kritikern unter anderem bezeichnet. Da Yoga Vidya offiziell als gemeinnütziger Verein eingetragen ist, muss er keine Steuern an den Staat zahlen, was viele mit einem „Wirtschaften in die eigene Tasche“ gleichsetzen. Die Lebensweise, Philosophie und das disziplinierte uneigennützige Arbeiten bei Yoga Vidya wird oft mit der Kultur einer Sekte gleichgesetzt. Es würden gezielt Menschen „gefangen“, die eine Auszeit und Fluchtmöglichkeiten vom alltäglichen Leben suchen, die in der Religion, in der Spiritualität und der Gemeinschaft von Gleichgesinnten neuen Halt suchen.

Individuelle Wünsche und Bedürfnisse würden nicht berücksichtigt, was zählt, sei allein die Meinung und Entscheidung der oberen Riege, der Gurus.

Gleichzeitig berichten langjährige Mitarbeiter, dass Zwang und Druck, Mangel und Unterdrückung bei Yoga Vidya fremd sind. Dass sie ihr Leben in der Gemeinschaft genießen, ihren Zugang zu einer guten Aus- und Weiterbildung und dass sie sich dem Yoga und der Mediation so intensiv hingeben können. „Mein Leben hat sich von Grund auf verändert, ich habe erkannt, was im Leben wichtig ist, bin mir aber selbst dabei treu geblieben“, berichtet etwa ein „Aussteiger“. Freiwillig gehen kann jeder zu jeder Zeit.

Was sich wohl als zunehmend schwierig herausstellt ist, einen inzwischen so umfassenden und professionellen Betrieb mit mehreren hundert Mitarbeitern als „gemeinnützigen Verein“ sicher in die Zukunft zu bringen.

Anne Steinbach

Anne ist Reisejournalistin, Bloggerin und schon seit vier Jahren in Indonesien verliebt. Manchmal teilt sie diese Liebe auch mit anderen Ländern in Südostasien, dann packt sie ihren Schrammel-Backpack und zieht los. Yoga macht sie schon seit 5 Jahren und hat gerade Bikram für sich entdeckt. Nur an das Schwitzen muss sie sich noch gewöhnen.

18 thoughts on “Yoga Vidya: Was ist dran an der größten deutschen Yoga-Community?

  1. Corinna says:

    Jetzt bin ich doch etwas irritiert….
    Da stehen Aussagen, von denen ich doch sehr gerne wüsste, woher dieses Wissen stammt..? !
    DEFINITIV MUSS NIEMAND MITGLIED VON YOGA VIDYA SEIN, UM IN EINEM YOGA VIDYA KOOPERATIONSZENTRUM PRAKTIZIEREN ZU KÖNNEN! NICHT MAL IN IN VEREINSEIGENEN STADTZENTREN!!

  2. Mangala says:

    Namaste…OmShanti…
    Der Yoga_Vidya Verein in Deutschland ist keine Sekte….ich fahre dort seit 12 Jahren hin,habe viele Ausbildungen absolviert…und fühle mich dort wie zu Hause.
    Sukadev ist ein Vorbild in ganz Europa,wenn nicht sogar weltweit,und diesbezüglich gibt es Neider.Wie immer im Leben.
    So ist es,und so war es.
    Sein Interesse YOGA zu verbreiten,ist Sukadev gelungen.
    Ich verneige mich und bin Sukadev aus tiefsten Herzen dankbar.
    Er ist der grösste Yogi und Mensch,der mir im Leben begegnet ist.
    Alles Liebe und Gute für Euch
    herzlichst Mangala

  3. Helmut says:

    Zitat aus dem Text: „Will man Yoga in einem der Center praktizieren, setzt das natürlich eine Mitgliedschaft voraus.“ – Das stimmt nicht.

  4. Maria says:

    Hallo,
    ich habe vor einigen Jahren Yoga Vidya verlassen. Es war sicherlich nicht immer ein einfache Zeit, aber sie hat mir sehr viel gebracht. Es ist nirgends immer nur Sonnenschein, aber den Vorwurf der Seelenfängerei muss ich hier ganz klar abweisen. Auch die Kritik des Wirtschaftens in die eigene Tasche. Ein eingetragener gemeinnütziger Verein muss sich regelmäßig einer Prüfung unterziehen. Große Gewinne sind allein rechtlich gesehen nicht möglich.
    Von Außen ist Yoga Vidya sicherlich nicht immer begreifbar, weil es kaum Lebensmodelle dieser Art und auch Größe gibt. Yoga Vidya ist speziell in der Yoga-Welt und sicherlich nicht für jeden die richtige Wahl, aber für manche ist es tatsächlich eine enorme Chance und Bereicherung. 🙂

  5. Corinna says:

    …auch 7 Tage die Woche arbeiten im Ashram ist nicht gut recherchiert!
    Dort gibt es eine 6 Tage Woche! Wie bei vielen anderen arbeitenden Menschen auch. Viele andere arbeiten um sich mit zwei Minijobs Wohnen, Krankenkasse und Sozialversicherung plus Nahrung leisten zu können.
    In den Ashrams wohnt man in eigenen Appartements. Man bekommt eine absolut hochwertige Ernährung – bereits, in einem deutschlandweit mehrfach ausgezeichnetem Buffet, 2x tgl. zubereitet. Das heißt nur hinsetzen und essen 🙂
    Alle Sozialversicherungen abgedeckt.
    Welcher weitere Verein -deutschlandweit-, in dem ehrenamtlich gearbeitet wird, bietet das (noch)?

  6. Karola says:

    Ich war letzte Woche erst wieder bei Yoga Vidya und fahre seit 11 Jahren dorthin. Es ist definitiv keine Sekte!! Ich habe dort schon so viele wundervolle Momente erlebt und möchte es in meinem Leben nicht mehr missen. Dank Sukadev gibt es diesen wunderbaren Ort!! Jeder der sich auf den Weg macht sich selbst besser kennenlernen zu wollen wird dort auf jeden Fall ein Seminar finden, was zu seiner Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Eingetragener Verein oder Firma, egal – das muss man erst einmal organisieren und auf die Beine stellen! Meinen allergrößten Respekt davor!! 🙂

  7. Corinna says:

    Selbst als Yoga-Lehrer musst du bei Yoga Vidya keinem Berufsverband beitreten, also ganz gewiss auch nicht als Yoga-Schüler Mitglied von Yoga Vidya werden. Das ist genau das, was mir an Yoga Vidya gefällt: Du kannst dort sehr viel lernen, wenn du willst, und wirst dennoch völlig frei gelassen in Ausübung, Gestaltung. Wie jedermann richtest Du Dich danach, was Du für richtig hältst. KEINE SEKTE, kein Zwang! Und ich bin schon länger unterwegs in dieser Welt. 🙂

  8. Manu says:

    Naja… also um zu erläutern, was hinter Yoga Vidya steckt, reicht dieser „kurze Überblick“ nicht aus. Da bedarf es doch schon deutlich mehr Ausführungen um der Überschrift gerecht zu werden.
    Die Aussage zur Mitgliedschaft ist natürlich Quatsch. Noch nicht mal, wenn man die Yogalehrerausbildung macht, muss man Mitglied sein.
    7 Tage die Woche arbeiten? Ich meine, die Mitarbeiter hätten einen freien Tag die Woche.
    „Individuelle Wünsche und Bedürfnisse würden nicht berücksichtigt, was zählt, sei allein die Meinung und Entscheidung der oberen Riege, der Gurus.“ Wer ist denn die obere Riege und wer sind die „Gurus“? Während meiner Aufenthalte bei YV kam mir der Begriff „Guru“ höchstens bei Swami Sivananda und Vishnudevananda unter. Viele möchten noch nicht mal Sukadev als „Guru“ bezeichnen (er sich selbst schon gar nicht…). Wer sollen dann die anderen Gurus sein?
    Ach ja, Narada Marcel Turnau ist schon seit einiger Zeit nicht mehr bei Yoga Vidya Ashramleiter. Die der Autorin vorliegenden Informationen scheinen nicht mehr die aktuellen zu sein.
    Om Shanti

  9. Sunny says:

    Einige meiner VorrednerInnen haben schon auf falsche Informationen im Text hingewiesen, deshalb möchte ich mich hier nicht wiederholen. Auch ich sehe Schwächen beim Verein Yoga Vidya. Ein Problem ist sicher auch die Größe einer solchen Organisation. Ich selbst habe bei Yoga Vidya, aber auch bei anderen Yoga-Organisationen Seminare und Ausbildungen absolviert. Bei allen Organisationen gab es Positives wie Negatives, jedoch keine so schwerwiegenden Vorgänge, die es rechtfertigen würden einen solchen Artikel zu formulieren. Ich würde der Autorin Frau Steinbach empfehlen vorher besser zu recherchieren und den Blogbetreibern raten die ausgewählten Texte auf ihre Richtigkeit zu überprüfen bzw. auf einen Schreibstil zu verzichten der aufreißerische Formulierungen beinhaltet, sonst verliert dieser Blog seine Glaubwürdigkeit, das wäre doch schade.

  10. Claudia says:

    Definitiv ist Yoga Vidya eine Sekte. Eine Freundin mit normalen Interessen und stabilem Hintergrund hat unter Vidya-Einfluss Mann und Kinder verlassen, Ihren hochqualifizierten Job aufgegeben, jede Verantwortung fallen lassen mit Hinweis auf „das Universum“ und läuft nur noch barfuß. Natürlich arbeitet Sie auch unentgeltlich – alte Masche spätestens seit Bagwhan. Das Geld fließt im die Taschen der Leitung. Warnstufe rot vor diesem Verein.

  11. Chris says:

    Der Artikel ist ein unschönes Beispiel dafür, wie man vermeintlich objektiv schreibt und trotzdem einen negativen Eindruck verbreitet. Die Recherchefehler finde ich gar nicht so schlimm, aber die Formulierungen lassen auf eine nicht ganz vorurteilsfreie Geisteshaltung schließen. Nur ein Beispiel: Warum „steckt“ jemand hinter dem Verein, statt z.B. dahinter zu „stehen“? Die Autorin hätte ja auch neutral über „Die Geschichte von Yoga Vidya“ schreiben können.

    Für asanayoga.de ist es natürlich sinnvoll, Menschen von anderen großen Yoga-Anbietern abzuschrecken. Auch Auch „Zwang und Druck, Mangel und Unterdrückung bei Yoga Vidya“ ist in dem Kontext ein super eingestreutes „Keyword“. Alle, die nach so etwas googeln, landen dann schön auf dieser Seite und bekommen ihr Vorurteil bestätigt. Ob das dem Geist des Yoga entspricht, sei mal dahingestellt …

    Zu Yoga Vidya: Es stimmt, dass Menschen in Umbruchssituationen das Angebot attraktiv finden, dort für eine Weile zu leben, zu arbeiten und Yoga zu praktizieren, ohne sich um Miete, Essen und die äußere Welt allzu sehr kümmern zu müssen. Es stimmt auch, dass diese Menschen bei Yoga Vidya kein Paradies vorfinden: Wie in jeder Organisation dieser Größe gibt es Konflikte und unterschiedliche Auffassungen.

    Für den Sektenvorwurf fehlt allerdings das Element des Zwangs: Vegetarische Ernährung, Drogen- und Gewaltfreiheit und Teilnahme an der Gemeinschaft sind die einzigen Regeln. Natürlich wird man angehalten, auch zum Yoga zu gehen, zu meditieren und sich mit der Yoga-Philosophie zu beschäftigen, wenn man schon mal da ist. Aber niemand muss irgendeinem Guru die Füße küssen oder Schlimmeres.

    @Claudia: Ich kann verstehen, dass die Geschichte Deiner Freundin Dich irritiert. Gleichzeitig zeigt die Art wie Du schreibst, dass Du aus Deiner Empörung heraus doch einige Vorurteile durcheinander bringst. Mit Bhagwan hat Yoga Vidya nun gar nichts zu tun, Bhagwan / Osho selbst hat sich über die Yoga Vidya-Leitfigur Swami Sivananda eher lustig gemacht und größtenteils andere Lehren vertreten.

    Auch der Vorwurf des „Taschen vollmachens“ ist falsch. Das besondere an Yoga Vidya ist ja gerade, dass alle Einnahmen in deb Verein fließen und alle Mitarbeiter auch über das Vermögen der aus organisatorischen Grünen angeschlossenen GmbH transparent informiert sind.

    Das Geld fließt in die Immobilien, ins Marketing und natürlich in den laufenden Betrieb. Das alles gehört aber keiner Einzelperson, sondern dem Verein. Und durch die Gemeinnützigkeit ist sichergestellt, dass das Geld bei einer eventuellen Auflösung des Vereins wieder nur gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden kann.

    „Die Leitung“ bekommt monatlich minimal mehr „Taschengeld“ als die anderen, vielleicht etwas schönere Appartments und eine gelegentliche Indienreise. Aber niemand kann sich bei Yoga Vidya finanziell bereichern.

    Dass Menschen nach einem „spirituellen Erlebnis“ ihr Leben umkrempeln kommt auch in anderen Traditionen vor. Natürlich ist das schmerzhaft für alle Beteiligten, auch für denjenigen selbst. Gerade deshalb wäre es gut, mit Deiner Bekannten nicht zu „brechen“, sondern vielleicht eher zu versuchen, Ihren Weg zu verstehen. Du musst ihn ja nicht mitgehen. Aber Du weißt auch nicht, wie „eingemauert“ sie vielleicht in ihrem „alten Leben“ war. Vielleicht könnt Ihr darüber ja ins Gespräch kommen, statt in Vorwürfen stecken zu bleiben?

    Für alle, die sich ein objektiveres Bild von Yoga Vidya machen wollen: Es gibt regelmäßig einen Tag der offenen Tür. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Begegnung mit „Little India“ und den ganzen „beseelten“ Menschen in Bio-Sportklamotten mit Om Shanti-T-Shirts auch ein bisschen „seltsam“ sein kann. Das hat mit der stark indisch-traditionellen Ausrichtung des Vereins zu tun, aber in Abstufungen begegnet einem das in jedem anderen Yogastudio auch.

    Andere Yoga-Stile sind vielleicht „angesagter“ oder auch mehr sportlich orientiert, gerade in Kombination mit Pilates. Wer sich aber für die Hintergründe des Yoga interessiert, für sanftere Yogastunden und Meditation, findet bei Yoga Vidya ein gutes Angebot, viel Wissen und reichhaltige Erfahrungsmöglichkeiten, durch die vielen Ehrenamtlichen zu einem sehr günstigen Preis. Man muss das Modell nicht mögen, aber der Verriss hier ist wirklich unverdient.

    (Disclaimer: Ich arbeite nicht für Yoga Vidya und werde auch für diesen Beitrag nicht bezahlt. Ich wohne allerdings vor Ort in der „Yogastadt“ Bad Meinberg und habe daher viele Einblicke und Berührungspunkte mit dem Verein)

  12. Inger says:

    Die Sektenberatung der christlichen Kirchen (EV und RK) stufen allesamt YV als „sektenähnlich“ ein: Die Struktur fördert eine sehr enge Bindung an den „Verein“, ein Ausstieg ist kaum möglich, weil die Leute dort leben und arbeiten und keine, auch nicht minimalen „Besitz“ haben, was eine „Rückkehr in ein geregeltes (Arbeits)-Leben“ außerhalb von YV ermöglichen würde.
    Die „Abspaltung von der Familie“ findet und fand schon häufig statt, nicht nur in o. g. Beispiel.
    Yoga kann frau/man auch anderswo lernen und praktizieren OHNE dieses „Extra“…. in den einzelnen „Niederlassungen“ von YV ist es Pflicht, genau wie in Bad Meinberg, weiß-gelb zu tragen während des Unterrichts – und zwar ausschließlich.
    Wen es interessiert kann ja vor Ort oder in der nächstgrößeren Stadt beim Sektenbeauftragten explizit nachfragen (ich selbst bin in keiner Kirche „Mitglied“, bin im 6. Lebensjahrzent und praktiziere seit über 40 Jahren Yoga mit und ohne „Om und Mantrensingen“ :))

  13. Jasmin says:

    Zunächst einmal Danke für einen der wenigen, kritischen Kommentare die es zu Yoga Vidya gibt. Ich war selbst Sevaka bei Yoga Vidya und habe lange auch in einem Stadtcenter „mitgeholfen“ und meine Ausbildungen dort absolviert. Yoga Vidya ermöglicht viele gute Dinge für Menschen, allerdings werden aufgrund der Größe der Gemeinschaft in Bad Meinberg vor allem auch sehr verantwortungslose Entscheidungen getroffen – insbesondere bei der geistigen Verfassung einiger „Mitarbeiter.“ Menschen die eigentlich in eine psychiatrische Behandlung gehören, dürfen dort vor sich hin „wirken“ und dies führte in der Vergangenheit schon zu nachlässiger Gefahr für die anderen „Mitarbeiter“ und vielleicht auch Gäste. Menschen mit Psychose die sich eine eigene kleine Welt innerhalb der großen Gemeinschaft aufbauen und sich als „Auserwählten“ betrachten. Männliche Yogalehrer die damit prahlen möglichst viele weibliche Gäste abzuschleppen und sexuelle Belästigung während der Korrekturen sind auch Realität in Deutschlands größten Yoga Haus. Zudem bietet Yoga Vidya vielen Fragwürdigen Bewegungen und Verschwörungstheoretikern Boden – dort ist alles vertreten, von der Flat-Earth-Bewegung über Menschen die glauben das Deutschland eine GmbH ist. Leider blendet die Ashramleitung trotz mehrmaliger Hinweise und Kritik das aus. Leider reicht es nicht Liebe und Licht zu schicken, man muss sich auch ein wenig der Realität stellen. Der Druck auf viele Mitarbeiter ist groß, eine 40 Stunden Woche mit nur einem freien Tag in der Arbeitsumgebung kann sehr nervenaufreibend sein und führt nicht wirklich zur Erholung. Viele Mitarbeiter gehen nach kurzer Zeit wieder – die Fluktuation ist bis auf einen kleinen Kern wirklich hoch. Yoga Vidya könnte mit dem Geld so viel mehr gutes machen und Menschen helfen, leider hatte ich oft das Gefühl das es doch nur ums Geld geht und zwar nicht das es sich jemand in die Tasche wirtschaftet, jedoch um noch größer zu werden. Manchmal ist weniger aber mehr und ich hoffe das in Zukunft vielleicht ein Weg gefunden wird eine wirklich sichere Umgebung für Menschen die Heilung brauchen und suchen zu werden.Dazu muss man sich aber auch den negativen Seiten stellen.

  14. Falko says:

    Ich lebe nun seit über 8 Jahren in dem der größten Häuser in Bad Meinberg.. Auf die Fehler oben wurde ja schon reichlich hingewiesen (wäre schön, wenn das berichtigt werden würde). Bin sehr Eigenwillig und würde mich nie unterordnen. Es gibt klare Regeln, die für alle gleich sind und auch für alle vorher einsehbar sind. Ich war in der Wirtschaft und auch Handwerker und fühle mich endlich richtig am Platz. Viel kommen für ein Jahr her um die YogaLehrerAusbildung gesponsert zu bekommen. Wer drei Jahre bleibt kann den Acharya machen. Für mich ist Yoga Vidya auch ein riesen Ausbildungshaus, wo jeder seinen eigenen Weg zum Leben finden kann. Ist immer wieder für mich erstaunlich wie schnell die Menschen durch die ersten Yogastunden zu sich kommen. Für viele das Erste mal.
    Warum bin ich solange hier? Ich habe wichtige Antworten für mein Leben gefunden und möchte weiter zu mir kommen. Kann mich hier gut einbringen und unterstütze gern dieses hier, damit auch andere in den Genuss kommen.

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