Krishna: Gott der allumfassenden Liebe

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Wer ist der weise indische Gott Krishna?

Der blauhäutige Krishna (Sankrit: कृष्ण) ist eine Berühmtheit weit über die indischen Grenzen hinweg. Was nur wenige aus den westlichen Kreisen wissen: Er ist ein Avatar, und zwar die achte Inkarnation von Vishnu: Erhalter und Beschützer der Schöpfung, einer der großen Götter der Dreieinigkeit.

Shiva Shiva!: Das Geheimnis der indischen Götter – Mythen, Meditationen, Rituale
  • Govinda, Kalashatra (Author)
  • 240 Pages - 10/06/2014 (Publication Date) - Kailash (Publisher)

Krishna ist die personifizierte und alles durchdringende Liebe und Inbegriff der göttlichen Freude, die Schmerzen und Sünde entfernt. Er wurde erschaffen, um die Religion der Liebe in die Welt zu bringen, als Beschützer der Heiligen Schriften und gleichfalls der als heilig geltenden Kühe. Sie finden sich in vielen Darstellungen in seiner unmittelbaren Nähe.

Krishna

Da er bei Hirten aufwuchs und seine Kindheit in der Geschichte Krishnas eine große Bedeutung spielt, wird er auf Bildern und als Statuen häufig auch als Kind dargestellt, mit einer Bambusflöte in der Hand oder spielend am Mund. Sie ist das Symbol des menschlichen Herzens, das erst mit dem Prana (Atem) der göttlichen Liebe zum Leben erweckt wird.

Ganz eng steht seine Frau Radha mit Krishna in Verbindung, sie gelten als das göttliche Paar und symbolisieren Liebe, Romantik, Hingabe und Ästhetik.

Um Gott Krishna bewegen sich unzählige Geschichten, Sagen, Bedeutungen und Kämpfe. Einige davon erzählen wir euch im Folgenden.

Krishna auf dieser Welt: Geschichte und Geschichten über Krishna

Als achtes Kind brachte Devaki, die Nichte des schrecklichen Dämons König Kamsa, Krishna in Mathura auf die Welt. Da ihm eine Prophezeiung offenbarte, dass der achte Sohn von Devaki und Vasudeva ihn töten werden, beauftragte Kamsa, Krishna zu töten, genau wie die ersten sechs Kinder von Devaki. Doch das Paar kann mit dem Kind aus Kamsas Gefangenschaft flüchten.

Krishna als Kind

Um ihn vor Kamsas Angriffen zu schützen, brachten ihn seine Eltern in eine liebevolle Hirtenfamilie, wo er aufwuchs. Hier lernte er auch das Flötespielen. Seine Liebe zu seiner Pflegemutter Yashoda steht exemplarisch für die tiefe Zuneigung zwischen Mutter und Kind. Krishna liebte es, anderen Streiche zu spielen und jeden zu necken – zum Beispiel klaute er gemeinsam mit seinen Freunden Butter und vernaschte sie an Ort und Stelle. Diese Späße bereiteten ihm nicht nur Freude, er deckte damit auch die Ignoranz anderer auf. So ist er sowohl der Gott der Liebe als auch des Humors und des Friedens.

Seine Frau Radha ist Tochter einer Milchbauernfamilie. Sie ist die Inkarnation von Lakshmi.

Krishna als blaue Statue

In einer Mondnacht vervielfältigte Krishna sich, um mit allen Milchmädchen zu tanzen und sich mit ihnen zu vereinigen. Dieser Akt gilt als göttliches Spiel (Leela), zwischen Realität und Bewusstsein, Illusion und Seele sowie der ursprünglichen Natur, als Liebe der Menschheit zur Gottheit.

Krishna tötete eine Reihe von furchterregenden Dämonen, darunter Trinavarte, Vatasura (ein Kalb), Bakasura, den Pferdedämon Keshisura und die fünfköpfige Schlange Kaliya. Schlussendlich tötete er auch König Kamsa und wurde somit selbst zum rechtschaffenen König.

Liebe, Romantik, Heiligtum: Krishnas Symbolik in Kürze

  • Durch Krishnas Flöte wird der Mensch mittels göttlichem Atem zum Leben erweckt
  • Die Kuh als heiliges und schützenswertes Tier der Hindus
  • Seine Beziehung mit Radha symbolisiert tiefe und hingebungsvolle Liebe
  • Genannt der „Schwarze” (oder „Dunkle“), da er in Kamsas dunklem Gefängnis geboren wurde
  • Seine Hautfarbe ist blau
  • Der wohl emotionalste und leidenschaftlichste Gott
  • Die Pfauenfeder auf dem Kopf ist seine Krone
  • Die Gopis, die Milchmädchen, sind Krishnas Verehrerinnen und Mittänzerinnen
  • sSine gelbe Kleidung hat die Farbe der Erde

Welche Bedeutung hat sie in der indischen Tradition?

Krishna gehört zu den beliebtesten und meist angebeteten Göttern in der hinduistischen Tradition. Er taucht in zahllosen Tempeln und in allen möglichen Bereichen auf, sowohl in der Kultur und der Religion selbst als auch in der Musik und in verschiedenen Kunstwerken.

Krishna und Rhadha

Ein sich innig liebendes indisches Paar sieht sich oft als Krishna und Radha an, als Inbegriff der größten, perfekten Liebe und gegenseitigen Unterstützens. Jedoch war Radha der Sage nach auch eifersüchtig. So nahm sie Krishna die Flöte weg, da er sie mit den Lippen berührte und ihr seinen Atem (Prana) schenkte.

Im August wird das Fest Janmashtami vor allem in Krishnas Geburtsstadt Methura zu Ehren seiner Geburt gefeiert.

In der heiligen Stadt Vrindavan ist der erste Tempel geplant, der hoch ist wie ein Wolkenkratzer, 210 Meter hoch. Das von der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein entworfene Chandrodaya Mandir wird zu Ehren Krishnas errichtet.

In diesem Video kannst du ein paar spirituellen Krishna-Songs zu seiner Verehrung lauschen

Seine Popularität spiegelt sich auch darin, dass es Filme – auch für Kinder – über Krishna gibt. Eine Folge von „Little Krishna“ kannst du dir in diesem Video ansehen

Was hat Krishna mit Yoga und Mediation zu tun?

Mit Krishna ganz eng verbunden ist Bhakti Yoga, wie bereits im Mahabharata erwähnt. Basis ist die spirituelle Hingabe durch Yoga. Sie bedeutete für den Anhänger die Grundlage der göttlichen Liebe. Durch Bhakti Yoga taucht man in das kosmische Bewusstsein ein und verschmilzt mit ihm. Anbetung und die natürlichen Bedürfnisse werden als das Essentielle angesehen, andere Aufgaben und Tätigkeiten sind zu vernachlässigen.

Benannt nach dem Gott hat sich einst die bekannte Krishna Bewegung gebildet, die auf dem gemeinsamen Rezitieren des Hare Krishna-Mantras und tiefer Japa Meditation basiert. Ihre Anhänger versuchen vor allem Selbstverwirklichung im vorherrschenden materiellen Zeitalter zu erreichen.

5 thoughts on “Krishna: Gott der allumfassenden Liebe

  1. Robert says:

    Hare Krsna! Krsna gilt als die Höchste Persönlichkeit Gottes in den Veden. Er ist somit Gott in Seinem persönlichen Aspekt. Visnu gehört zur Visnu-Ordnung (visnu-tattva) und ist innerhalb der materiellen Welt die Repräsention Gottes für die Erscheinungsweise der Tugend und gilt, wie richtig beschrieben, als Erhalter der Schöpfung. Vielmehr jedoch ist Visnu (MahaVisnu, Garbhodakasayi-Visnu und Ksirodakasayi-Visnu) eine vollständige Teilerweiterung Krsnas.

  2. Hans Wirz says:

    Warum kommt Krishna im Christentum nicht vor?
    Ich verstehe nicht, wer/was Krishna neben Gott ist.
    Warum betet man Krishna an und nicht direkt Gott.
    Ich habe die Geeta gelesen. Aber ich verstehe trotzdem nichts.

    • SanatanDharma says:

      @ Hans wirz Krsna kommt von der sankritwurzel krs was anziehen oder starke anziehung ausüben bedeutet. Krsna ist also schlicht der allanziehende. Da es nur einen geben kann der wirklich ALLE wesen (seelen, jivas) anzieht , nämlich gott , ist “krsna” einfach ein andere name für Gott. Christen verehren gott ebenfalls auch wenn sie vielleicht eine andere vorstellung von ihm haben mögen. Die frage warum man also krsna statt einfach nur “gott” anbetet erübrigt sich , da krsna und gott das selbe sind. In der Bhagavat gītā offenbart krishna bzw. Krsna dass er und gott in seiner ursprünglichen Form (Adipuruśa) das selbe sind. Hare Krsna und globt sei Jesus Christus

  3. SanatanDharma says:

    @ Hans wirz Krsna kommt von der sankritwurzel krs was anziehen oder starke anziehung ausüben bedeutet. Krsna ist also schlicht der allanziehende. Da es nur einen geben kann der wirklich ALLE wesen (seelen, jivas) anzieht , nämlich gott , ist “krsna” einfach ein andere name für Gott. Christen verehren gott ebenfalls auch wenn sie vielleicht eine andere vorstellung von ihm haben mögen. Die frage warum man also krsna statt einfach nur “gott” anbetet erübrigt sich , da krsna und gott das selbe sind. In der Bhagavat gītā offenbart krishna bzw. Krsna dass er und gott in seiner ursprünglichen Form (Adipuruśa) das selbe sind. Hare Krsna und globt sei Jesus Christus

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