Yoga gegen Migräne: Ein möglicher Lichtblick

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Yoga gegen Migräne: Licht und Lärm werden zum Feind. Appetitlosigkeit und Übelkeit schleichen sich ein. Müdigkeit und Antriebslosigkeit fesseln einen regelrecht ans Bett. Die Migräne schlägt zu! Jeder von uns kennt typische Kopfschmerzen und leidet mehr oder minder darunter. Eine Kopfschmerztablette genommen, ein Kaffee getrunken, etwas frische Luft oder eine Mütze Schlaf getankt und wir sind wieder auf dem Damm. Die Migräne ist jedoch eine Funktionsstörung des Gehirns, der Blutgefäße und Hirnhaut, welche neurobiologisch bedingt ist und dazu führt, dass man empfindlicher gegenüber Reizen wird, sowie anfallsartig an Kopfschmerzen leidet. Durch Medikamente und verschiedenste nicht medikamentöse Therapien, können die Symptome gelindert werden. Nachfolgend erfahrt ihr mehr über das Thema Yoga gegen Migräne – eine mögliche Therapie?

1Yoga gegen Migräne: Was ist eine Migräne?

Mit der Migräne gehen Fehlfunktionen einher, die sich auf die schmerzregulierende Systeme auswirken. Deshalb reagiert man vor allem empfindlich auf Licht, Geräusche, Gerüche und der Kopf schmerzt gefühlt dreimal mehr. Meist wirken sich die Schmerzen nur auf eine Kopfhälfte aus, es entstehen Spannungskopfschmerzen, die pochend bzw. stechend sind. Der Kopfschmerz kann sich jedoch auch auf die gesamte Region ausdehnen. Bei jedem wirkt sich die Migräne anders aus. Sie kann ein paar Stunden andauern oder sich über mehrere Tage erstrecken. Es gibt Menschen, die nur einmal im Jahr an einer Migräneattacke leiden, andere wiederum ereilt der Schmerz monatlich oder sogar täglich. Manch einer schafft es für mehrere Tage nicht aus dem Bett, andere Patienten schaffen es mit Medikamenten ihren Alltag weiterhin zu meistern.

Die Dauer der Attacken beträgt nach der Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft zwischen 4 und 72 Stunden. – Deutsche Migräne-und Kopfschmerzgesellschaft e.V.

Fakt ist, dass die Migräne eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland ist. Leider wird diese oft abgetan mit Sprüchen wie „Ach komm, Jeder hat doch mal Kopfschmerzen“ oder „Hör doch auf zu simulieren“. Migräne kann leider nicht mit technischen Mitteln diagnostiziert werden und auf verschiedensten Ursachen beruhen, die erst einmal von einem Spezialisten analysiert werden müssen. Es gibt die Migräne ohne und die Migräne mit Aura. Aura nennt man die Sichteinschränkungen. Wer unter Migräne mit Aura leidet, der hat Probleme, zu sehen und sieht über einen gewissen Zeitraum hinweg nur noch verschwommen. Für alle Betroffenen kommt es zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und zu ihnen gesellt sich die Angst vor der nächsten Attacke. Viele Patienten planen ihre Freizeit um die Migräne herum, da ein Auslöser Stress sein kann, welcher durch die Angst verstärkt wird und somit die nächste Attacke droht. Deshalb ist es umso wichtiger, sämtlichen Ursachen auf den Grund zu gehen, seien sie nun physiologischer oder psychologischer Natur und den Patienten umfangreich zu behandeln. Nicht jeder Schmerz kann mit einer Pille gestillt werden, deshalb ist es von Vorteil, ebenfalls alternative Behandlungstherapien in Betracht zu ziehen.

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2Yoga gegen Migräne: Die Ursachen und Symptome einer Migräne

Noch sind sich Forscher und Wissenschaftler nicht 100 Prozentig sicher, was die einzelnen Ursachen einer Migräne sein können.
Frühere Forschungserkenntnisse wurden mittlerweile revidiert und man geht momentan davon aus, dass eine Überaktivität der Nervenzellen im Hirnstamm der Auslöser der Attacken ist. Es existiert eine Art ‚Migräne Zentrum‘ im Hirnstamm, welches bei zu hoher Durchblutung aktiviert wird und anschließend überempfindlich gegenüber Reizen ist. Nervenzellen im Hirnstamm sind überaktiv und senden vermehrt Botenstoffe aus, welche die Blutgefäße dehnen und somit den Blutfluss erhöhen. Die Hirnhaut reagiert mit Entzündungen, welche die Schmerzempfindlichkeiten enorm erhöhen. Diese Entzündungen äußern sich unter anderem in Form des pulsierenden Kopfschmerzes.

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Wie schon vorher erwähnt, spielen die Botenstoffe im Gehirn eine tragende Rolle bei der Entstehung einer Attacke. Vor allem Serotonin wird vermehrt ausgeschüttet, welches generell in seiner Konzentration im Blut beim weiblichen Zyklus schwankt. Somit erklärt sich auch, warum viele Frauen an einer Attacke leiden, wenn sie ihre Periode haben. Auch äußere sowie innere Faktoren können eine Migräne begünstigen. Dazu zählt zum Beispiel ein unregelmäßiger Schlafrhythmus, stark ausgeprägte Emotionen, bestimmte Nahrungsmittel, Veränderungen im Wetter, Stress in sämtlichen Formen, Veränderungen im Tagesablauf, wie auch im Hormonhaushalt oder starke Verspannungen.

Es gibt zurzeit keine einheitliche Theorie über die Ursachen der Migräne, sondern eher verschiedene Richtungen innerhalb der Medizin, die verschiedene Auffassungen haben. Wie stets in solchen Fällen, gibt es Auffassungen, die von Mehrheiten bzw. nur von Minderheiten getragen werden. – Migräne Information

Typische Symptome bei einer Migräne ohne Aura sind:

  • Licht-, Lärm-, Geruchsempfindlichkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Verlust der Stressbeständigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Sehr starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Vermehrter Harndrang, aber auch Verstopfungen und verminderter Harndrang.

Zu diesen Symptomen gesellen sich bei der Migräne mit Aura Sehstörungen, welche sich in Doppelbilder, Flecken, Flimmern oder komplette Sehausfälle äußern können. Die Aura ist der Vorbote des Kopfschmerz und die Sehstörungen setzen, sobald der Schmerz eintritt, wieder aus. Die einzelnen Attacken sind begleitet von Appetitlosigkeit (fast immer), Übelkeit (80 %), Erbrechen (40–50 %), Lichtscheu (60 %), Lärmempfindlichkeit (50 %) und Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen (10 %). Wenn die Kopfschmerzen einseitig sind, können sie innerhalb einer Attacke oder von Attacke zu Attacke die Seite wechseln. Die Intensität der Attacken kann von Attacke zu Attacke stark variieren. – Deutsche Migräne-und Kopfschmerzgesellschaft e.V.

2Yoga gegen Migräne: Eine mögliche Therapieform?

Natürlich sind Medikamente eine Möglichkeit, einer Migräne entgegen zu wirken bzw. die Symptome zu lindern. Aber es gibt auch Alternativen. Wichtig ist für die Betroffenen, einen geregelten Alltag zu haben. Dazu zählen geregelte Mahlzeiten, ein regelmäßiger Schlafrhythmus oder auch das Führen eines Migräne-Tagebuchs. Somit kann man die Auslöser besser ermitteln, was nicht nur dem Arzt bei der Ursachenforschung zu Gute kommt, sondern dabei hilft, diese zu vermeiden.

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Die Yoga Therapie ist ebenfalls eine gute Variante, da Körper, Geist und Seele gesund gehalten werden. Verschiedene Asanas und Atemübungen können den Prozess der Genesung beschleunigen und Symptome bzw. Schmerzen lindern. Der große Vorteil beim Yoga ist, dass es keine Nebenwirkungen mit sich bringt.

Für die Betroffenen sollte besonders die Tiefenentspannung und Regeneration im Vordergrund stehen. Es geht also weniger darum, Dehnbarkeit und Muskelkraft zu fördern. Wie schon vorher erwähnt, kann Stress ein Auslöser für die Attacken sein. Yoga eignet sich hervorragend, um Stress zu vermeiden, den Geist zu entspannen und sich auf die einzelnen Übungen zu fokussieren. Oftmals ist dadurch der Schmerz für kurze Zeit vergessen. Viele Betroffene kommen bei einem Migräne Anfall nicht aus dem Bett. Yoga kann ein Ansporn sein, sich für kurze Zeit körperlich und geistig zu betätigen und es als tägliches Ritual anzuwenden.
Der Betroffene lernt seinen Körper kennen und kann aufkommende Symptome bzw. Signale besser einschätzen.

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Körperliche Betätigungen sind für einen Migräne Patienten ungefährlich. Vielmehr leiden die Betroffenen an ihrer seelischen Verfassung und sollten auf Entspannungsmethoden zurück greifen. Yoga eignet sich erstklassig, die mentale Stärke zu festigen und gleichzeitig die Muskeln sanft zu trainieren.

Geht es um Muskelpartien, sollten vor allem der Nacken und die Rückenmuskulatur im Vordergrund stehen. Auf anstrengende und schweißtreibende Übungen sollte verzichtet werden, ebenso auf Asanas, welche den Blutfluss in den Kopf verstärken. Wichtig für Betroffene ist, dass Training in den Alltag zu integrieren und den Fokus auf das eigene Wohlbefinden zu legen. Auch Sequenzen von 10 Minuten am Tag sind völlig ausreichend, so lange das seelische Wohlbefinden dabei gestärkt und die Entspannung gefördert wird.

Yoga kann helfen, Migräneanfälle zu vermindern oder die Dauer zu verkürzen.

Jeder Betroffene sollte jedoch immer für sich entscheiden, was ihm gut tut. Eine gesunde Lebensweise bestehend aus ausgeglichener Ernährung, moderatem Sport, Entspannungsmomenten und ausreichend Schlaf können die Leiden vielleicht nicht heilen, aber zumindest den Alltag erträglicher machen und dabei helfen, mit der Migräne besser umzugehen.

Solltet ihr vielleicht selber unter Migräne leiden und weitere Tipps und Anregungen haben, dann hinterlasst uns bitte ein Kommentar! Wer mehr Informationen zum Thema Migräne haben möchte dem empfehle ich: Migräne Information und DMKG.

Ronja Iden

Ronja ist eigentlich Erzieherin aus Leidenschaft. Werden ihr die kleinen Racker dann aber doch mal zu viel, schaltet sie am liebsten beim Pilates ab. Ein Glück ist ihre Mutter pilates Lehrerin und pusht sie mit Vorliebe an ihr Limit. Und wenn es dann doch mal eine größere Auszeit sein soll, packt Ronja ihre sieben Sachen und reist auf eigene Faust in der Welt herum.

6 thoughts on “Yoga gegen Migräne: Ein möglicher Lichtblick

  1. Tina says:

    Es stimmt, dass es bei Migräne hilfreich ist Yoga zur Entspannung anzuwenden. Was absolut nicht möglich ist, auch nicht bei einem schwach ausgeprägten Anfall, ist Yoga zu praktizieren. Die Schmerzen während eines Anfalls verstärken sich bei körperlicher Betätigung, dies ist ein Diagnosekriterium, da Bewegung bei Spannungskopfschmerzen hilfreich sein kann. Aber während einer Attacke sind Asanas nicht hilfreich und verstärken die körperlichen Beschwerden.

  2. Ute says:

    Erstmal danke dafür, dass Du die Migräne so ausführlich darstellst. Ich leide selber seit über 30 Jahren an Migräne – und verständnislose Mitmenschen sind mit das schlimmste daran.
    Mir hilft alles, was die Energie aus dem Kopf raus bzw. nach unten in den Beckenraum bringt sowie -leichte- Übungen für den Nacken; sanftes Dehnen z.B.. Ich liebe z.B. die Krokodil-Drehung! Da bei mir auch der untere Rücken verspannt ist, hilft es mir, mich auf diese Region zu konzentrieren und dort loszulassen. (Dann bin ich auch automatisch mit der Aufmerksamkeit aus dem Kopf raus ;-)) Was mir auch gut tut, ist, beim body-scan intensiv den Kopf einzubeziehen; z.B. „loslassen hinter den Augen“ und etwas, das ich für mich benenne als „von innen sanft die Stirn ausstreichen“.
    Herzliche Grüße an alle Migräne-yogis!

    • Bi says:

      Hallo
      Ich leide auch deit über 30 Jahre anMigräneund ich weissehrlich gesagt nicht was ich noch nicht ausprobiert habe
      Nun mache ich seit ca 6 Wochen Yoga und ich fühl mich viiel besser
      Falls du Lust auf einen Austauch hast darfst du dich gerne melden
      Herzlichst

      • Nifrie says:

        Hallo,
        ich leide auch seit bereits 33 Jahren daran und die letzten Jahre ist es schlimmer geworden. Hat Ihnen denn das Yoga was gebracht? Es ist ja seitdem ein bisschen Zeit vergangen.
        Viele Grüße

  3. Bettina K. says:

    Ich blicke ebenfalls auf eine lange „Migräne-Karriere“ zurück – auch mich begleiten diese Schmerzen seit meiner Volksschulzeit, in Zahlen sind das unglaubliche 35 Jahre, mit mal sehr heftigen und häufigen Anfällen 3 – 4 Mal in der Woche und man will ja nicht die positiven Seiten verschweigen – auch eine migränefreie Pause von einem halben Jahr war dabei. Am schlimmsten empfand ich immer noch die „Aura-Erscheinung“, weil der getrübte Blick unausweichlich eine Attacke ankündigte und man nichts dagegen machen konnte.
    Nach den absurdesten Alternativ-Techniken, medizinischen erprobten Behandlungsweisen und den verrücktesten ernährungtechnischen Versuchen, resigniert man ehrlicherweise irgendwann und findet sich damit ab … bis ich vor 6 Jahren zu Yoga kam – vielmehr die Entspannung und Beschäftigung mit meinem Körper war sehr hilfreich und die Regelmäßigkeit der Yoga-Praxis hat mir unglaublich geholfen, meine Migräneanfälle maßgeblich zu minieren.
    Während einer Migräne Attacke ist es nicht möglich, Asanas auszuführen, allerdings hilft mir Pranayama mit der Langsamkeit des kontrollierten Atmens, Spannungen abzubauen. Und das ist die beste Hilfe, die ich in all der langen Zeit erfahren habe und das genialste daran ist, dass man es persönlich in der Hand hat, sich selbst Gutes zu tun …
    Mit klarem Blick und lieben Grüßen, Betty

  4. Susanne Koch says:

    Hallo, ich habe die Migräne nun regelmäßig seit 13 Jahren, bin erst 34 Jahre jung.
    Ich habe die komplette Palette der Symptome.
    Leider kommen seit ca 1 Jahr Bewusstseinstörungen und Erinnerungsverlust dazu. Ich bin nicht in der Lage einen kompletten Satz zu sprechen weshalb mich mein Neurologe auch wegen der Schlaganfallgefahr im Auge hat.
    Ich würde sehr gern mehr über das passende Joga erfahren.
    Einzelne Übungen führe ich schon durch, bisher sind diese eher für die Balance und Twistübungen.
    Vielen Dank
    Und liebe Grüße
    Susanne

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